1 | Hotel & Restaurant Bachofer

Bei der Recherche vor Ort bin ich jeweils fleissig am Notizen schreiben. Nicht so im Bachofer, wie ich während des Schreibens merke. Einzig ein Satz steht da in meinen Notizen: «Grosses Kino!» Da lenkte mich die Kochkunst von Bernd Bachofer, der mir asiatische Gerichte auftischte, die ich in dieser Qualität ausserhalb Asiens noch nie kostete, wohl zu stark ab. Bachofer, der in seinen Wanderjahren an den besten Adressen der Schweiz kochte – im Bürgenstock-Hotel, im Quellenhof in Bad Ragaz, der Chesa Pirani in La Punt und dem Carlton Hotel in St. Moritz – setzt jedoch nicht nur auf Fernöstliches. Bei den Weinen wird es regional und das ist gut so, denn die Region (siehe weiter unten) keltert beste Weine.

Und Bachofer, der Herr des Hauses, hat nicht nur bei der Kulinarik ein gutes Händchen. Oberhalb des Restaurants sezte er ein Hotelkonzept um, das rundum stimmig ist. Jedes Zimmer, wen wunderts, ist nach einem Gewürz benannt. Und die verwendeten Farben sind genauso harmonisch wie Bachofers Gerichte.

Kulinarik & Hoteltipp Remstal Das Bachofers, dank feinster Kost und schickem Hotel, ist für sich selbst bereits eine Reise nach Waiblingen im Remstal wert. bachofer.info

2 | Faszinierendes Waiblingen bei Tag & Nacht

Die Weinstadt Waiblingen liegt zehn Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Augenfällig sind die Fachwerkhäuser in der Innenstadt. Wolfgang Wiedenhöfer, der mich auf eine nächtliche Stadttour mitnimmt erklärt, dass der Ursprung dieser wundervollen Häuser mit ihren farbigen Holzbalken auf ein katastrophales Ereigniss zurückgeht. Im Dreissigjährigen Krieg, am 18. September 1634, fielen kaiserliche und spanische Truppen in Waiblingen ein. Die Stadt brannte bis auf ihre Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau ging langsam vonstatten, das Resultat wiederum kann sich sehen lassen – Waiblingen ist ein kleines Juwel.

Kulturtipp Buchautor Wolfgang Wiedenhöfer ist ein Lexikon wenn es um die Geschichten Waiblingens geht. In «Teufel, Trolle, Totenköpfe» verarbeitete er sein gesammeltes Wissen. Er schreibt jedoch nicht nur über Waiblingen, er bietet auch Führungen an. visitwn.de

3 | Wein erleben in der Weinstadt

Das Remstal lockt mit edlen Tropfen und, auch dank den Weinbergen, mit lieblichen Landschaften. In Weinstadt, mit 500 Hektaren Rebberge der grösste Weinort im Remstal, traf ich den Winzer Christoph Klopfer, der in dritter Generation Wein anbaut, keltert und vertreibt. Sein Grossvater lieferte den Wein noch an die Weingenosschaft, sein Vater entschied sich in den 80er Jahren zum selber keltern und legte den Grundstein für den heutigen Erfolg. Dabei bietet er mir einen besonderen Wein an: einen Lemberger. Einen dunklen, tiefroten Wein. Den gibt es so in Deutschland nur im Remstal. Die schweren Böden und warme Lage begünstigen die Rebsorte. Klopfer setzt auf die Rebsorte, sagt: «Ich möchte die Lemberger-Weine weiterentwickeln, er soll als kräftiger Wein wahrgenommen werden.» Das Potential sei riesig. Der Biobertrieb baut aber auch spannende Weissweine an, so zwei Lagenweine mit Rebbeständen aus den 1960er Jahren, bei denen sie auf Spontangärung setzen. «Als kleiner Betrieb möchten wir was Individuelles schaffen.» Und dann öffnet er eine richtig spannende Flasche, einen «Brut Nature». Dabei handelt es sich um einen Sekt aus Burgunder und Chardonnay – er steht einem Champagner in nichts nach. Das Geheimrezept des Familienbetriebs: Alles wird selber verarbeitet. Klopfer sagt: «Ich kann nur kontrollieren, was wir selber umsetzen.»

Der Familie ist es genauso ein Anliegen, dass das Thema Wein erlebbar wird. So bieten sie Führungen, Segway-Touren durch die Rebberge oder auch Nachtwanderungen an.

Weingenuss Remstal Weine degustieren oder eine Tour durch die Rebberge buchen. weingut-klopfer.de

4 | Remstal Aktiv: Kanu, Stand uppPaddling und Fahrradtour

Das verbindende Element des Remstals sind – nein nicht die Weinfeste, auch wenn die gut 5’000 Veranstaltungen pro Jahr durchaus einen integrativen Charakter haben – sondern die Rems. Schon seit jeher hat der Fluss eine wichtige Bedeutung für die Menschen im Remstal. Müller nutzten die Wasserkraft und Holz wurde auf den Wasserwegen transportiert. Selbst heute wird die Rems noch in bescheidenem wirtschaftlichen Rahmen genutzt: zehn kleine Wasserkraftwerke wandeln Wasser in Elektrizität um. In den letzten Jahren wird die Rems vermehrt als Erholungs- und Freizeitgebiet entdeckt. So bieten «Die Zugvögel» einen Kanu- und SUP-Verleih an der Rems an. Oder man schwingt sich auf den Drahtesel und fährt auf vier Etappen auf dem Remstal-Radweg entlang der Rems.

Aktiv unterwegs im Remstal Ein Kanu oder SUP bei den Zugvögeln mieten und lospaddeln, diezugvoegel.de. Oder sich ein Fahrrad leihen und den Remstal-Radweg abfahren, remstal-route.de.

5 | Architekturprojekt 16 Weisse Stationen

Anlässlich der Remstal Gartenschau 2019 setzte die Genussregion ein doch ziemlich kunstvolles Architekturprojekt um: An 16 Orten stellten namhafte Architekten aus Deutschland zugängliche Gebäudekonzepte hin. Die Idee erinnert an Land Art, regt zum Denken an und kann und wird von der Bevölkerung bei Freizeitaktivitäten genutzt, verschmilzt dadurch mit der Kulturlandschaft.

Architektur erlebern Mehr Informationen zu den 16 Architektur-Stationen: remstal.de

Und noch ein kulinarischer Tipp …

In Weinstadt (Strümpfelbach) tischt der Wiener Robert Kudin und seine Frau Julia Krehl feines, bodenständiges Essen – eine Fusion der Wiener und Schwäbischen Küche – auf. dievorratskammer.com

Die Pressereise fand mit Unterstützung des Vereins Tourismus Remstal-Route und der Deutschen Zentrale für Tourismus statt.

Weiterführende Infos zum Remstal: remstal.info