Unterwegs im Val Gardena: Unsere Reisetipps – von Restaurants, Ausflugstipps bis zu einer Nachtwanderung

Neun Tipps, was man im Val Gardena in der Zwischensaison unternehmen kann

Das Val Gardena im Südtirol ist bequem von Innsbruck über den Brenner erreichbar. Die Strasse windet sich durch eine enge Schlucht, dann weitet sich das Tal. Staunend betrachte ich das inszenierte Panorama der Dolomiten. Ich bin gewandert, habe eine abenteuerliche Gondelfahrt überlebt, selber Bier gebraut, die Werke der Herrgotts Holzschnitzer bewundert, Spezialitäten gekostet, im luxuriösen Hotel gewohnt und im grosszügigen Spa die Zeit vergessen.

1 | Burning Dolomites, brennende Dolomiten

Beim Aufstieg von St.Christina nach Surasas gerate ich kurz ausser Atem und schlage ein langsameres Tempo an. Oberhalb der Alphütte führt der Weg über eine Alp Weide zum Christuskreuz, das am äussersten Rand steht, da wo der Berg senkrecht abfällt. Ein Edelweiss klammert sich an die Felskante. Von hier aus haben wir eine wunderbare Sicht auf die Berge. Es ist früher Abend, die Schatten werden länger, der Tag neigt sich dem Ende zu. Das ist genau der richtige Zeitpunkt für das Naturphänomen Burning Dolomites. Wir erleben ein unvergessliches Schauspiel, wenn die untergehende Sonne die Berge in flammendes Licht taucht.

2 | Köstliche Spezialitäten und eine Nachtwanderung

In der Baita Seurasas gibt es als Vorspeise einen Fleisch und Käseteller. Danach Suppe mit Knödel und zum Dessert köstlichen Apfelstrudel, Kaiserschmarren und Buchteln. Ich habe mir dies leckere Mahl mit dem Aufstieg redliche verdient. In angenehmer Gesellschaft könnten wir noch lange verweilen. Bevor wir uns auf den Rückweg begeben, serviert der Wirt einen Pino Muro, einen Zirbelkieferschnaps zur Stärkung. Mit Stirnlampen ausgerüstet wandern wir durch den nachtschwarzen Wald zurück zum Parkplatz.
Baita Seurasas Mehr Informationen: seurasas.it

3 | Im Naturpark Peuz Geisler den Bergen ganz nah

Wir haben uns aus dem vielfältigen Angebot für eine leichte, naturkundliche Wanderung im Naturpark Peuz Geisler entschieden. Die Bahn bringt uns von St.Christina auf den Col Reiser. Gemütlich wandern wir mit dem Wanderführer Pauli über sanfte Weiden. Mächtig erhebt sich die Geisler Gruppe mit den bizarren Felsformationen vor uns. Am Weg blüht lilafarbener Deutscher Enzian, Silberdisteln glänzen in der Sonne, ein Fettkraut lugt zwischen anderen Pflanzen hervor, und ich entdecke zu meiner Freude ein Edelweiss. Pauli erzählt Interessantes über die Entstehung der Dolomiten, die auf ein Korallenriff zurückzuführen sind.
Naturpark Peuz Geisler Mehr Infos: wikipedia.org/wiki/Naturpark_Puez-Geisler

4 | Gin auf 2410 Metern

Auf der Alp Seceda kosten wir in der Sofie Hütte den hauseigenen Gin 8025 aus grossen Kristallgläsern. Über 15 Alpenkräuter geben dem Gin sein ganz spezielles Aroma. Nach den Grosti cun crout, Kartoffelplätzchen mit Sauerkraut, die hervorragend munden, werden Crafucins, Schlutzkrapfen mit Spinat, serviert. Unerwartet treffen wir auf das bekannte Original Carlo Perathoner. Stolz zeigt der Achtzigjährige Fotos von sich, als er noch ein fescher, junger Mann war. Dazu erzählte er spannende Geschichten aus seiner Zeit als Skilehrer und Bergführer. Er war ein Draufgänger, hat oft viel gewagt und dabei sein Leben mehrmals aufs Spiel gesetzt.
Alp Seceda Mehr Informationen: seceda.com

5 | Hotel Adler Dolomiti

Das Hotel thront im Dorfkern von St. Ulrich. Es wird in sechster Generation von den Brüdern Andreas und Klaus Sanoner geführt. Die traditionelle Architektur im Wechsel mit modernem Design wirkt gemütlich. Die Küche kreiert einen Mix aus Ladinischen und mediterranen Gerichten. Die Hotelbar wurde aus Prinzip nicht modernisiert. Hier gibt es noch intime Sitznischen. Louis Trenker, Reinhold Messner, Ingmar Stenmark und Georgio Moroder (Musiker) weilten schon hier. Seit einigen Jahren hat sich das Adler Dolomiti als Sport-Resort einen Namen gemacht. Lokale Trainer und Bergführer wandern das ganze Jahr über mit Gästen durch die Dolomiten.
Hotel Adler Dolomiti Mehr Informationen: adler-dolomiti.com

6 | Entspannung und Wellness

Am Nachmittag entspanne ich im sinnlich luxuriösen Spa des Adler Dolomiti, gönne mir eine Massage und geniesse anschliessend den unterirdischen Salzsee. Aus dem vielfältigen Angebot, das mir die Möglichkeit bietet mich über Stunden dem süssen Nichtstun hinzugeben, wähle ich den Lady-Bereich. In dem Raum mit den warmen, sanften Farben, dem Rosenduft und dem gemütlich, luxuriösen Ambiente fühle ich mich rundum wohl und geborgen. Da könnte ich ewig bleiben. Später lasse ich mich im geheizten Aussenpool treiben. Auf dem Rücken liegend schaue ich wie die Wölkchen am blassblauen Himmel vorbeiziehen. Herrlich ist der Blick auf die umliegenden Berge, wenn die Dämmerung herein bricht, der Abendstern am nachtblauen Himmel funkelt und der Mond sich als schmale Sichel zeigt. Es scheint als würde die Zeit stehen bleiben.

7 | Die Herrgottsschnitzer

Im Val Gardena gibt es die Ortschaften St.Ulrich, St.Christina und Wolkenstein. Der majestätische Langkofel ist das Wahrzeichen des Tales. Die Einheimischen sprechen fliessend Ladinisch, Deutsch und Italienisch. Das charmante St.Ulrich mit den bemalten Hausfassaden lädt mit den Boutiquen und Cafés zum Flanieren ein. Das Tal ist berühmt für sein Kunsthandwerk. In der Galerie Art 52 stellen die berühmten Holzschnitzer sakrale und profane Kunstwerke aus. Neben den traditionellen Schnitzereien gibt es auch modern interpretierte Werke. In Wolkenstein empfängt uns Gehard Demetz in seinem Licht durchfluteten Atelier mit Blick ins Grüne. Er stellt seine Kunstwerke auf der ganzen Welt aus. In zurückhaltenden Art erklärt er seine Arbeit.

Mehr Informationen: art52.it, gerharddemetz.com

8 | Abenteuerliche Gondelfahrt

Die „Sardinengondel“, wie sie die Einheimischen nennen, fährt von Sassolungo zur Langkofel Scharte, wo sich die Toni Demetz Hütte befindet. Weil die winzige Gondel ständig fährt, schupsen zwei Helfer meinen Begleiter und mich regelrecht in die Bahn hinein. Während der Fahrt blicken wir von oben in die steinerne Stadt. Zwischen riesigen Felsbrocken wachsen Zirbelkiefern. Unser Blick bleibt an der prächtigen Sella Gruppe hängen. An der Bergstation packt mich ein Mann am Arm und hilft mir beim Abspringen. Die Toni Demetz Schutzhütte hat eine traurige Entstehungsgeschichte. Sie wurde von Vater Giovanni Demetz erbaut, weil sein zwanzigjähriger Sohn 1952 während eines Unwetters ums Leben kam.

Mehr Informationen: suedtirol-kompakt.com

9 | Eigenes Bier brauen

In St.Christina im Hotel Interski braut Lukas Demetz seit 2016 in der hoteleigenen Anlage Bier. Im Restaurant werden wir von ihm in die hohe Kunst des Bierbrauens eingeführt. Vor uns stehen verschieden geröstete Getreidesorten und andere Zutaten. Wir riechen und schmecken die Unterschiede. Im Untergeschoss des Hotels befinden sich verschiedene Tanks, in denen das Bier gelagert wird, bis es in Flaschen abgefüllt werden kann. Dann Nachdem Lukas Demetz genau erklärt hat, wie lange der Gärprozess dauert und wann das Bier trinkbar ist, dürfen wir unser eigenes Bier brauen.

Mehr Informationen unter: info@hotel-interski.com