Stellen Sie sich eine riesige Bergwiese vor, umgeben von saftigen Wäldern und einer atemberaubenden Bergkulisse. Mitten drin das Hotel Kranzbach – und sonst nichts: Keine vorbeiführende Strasse, keine anderen Häuser, aber vor allem kein Lärm. Spüren Sie schon die beruhigende Wirkung beim Lesen dieser Zeilen?

Ruhe ist das neue Statussymbol und hat in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert. So auch im Hotel und Wellness-Refugium «Kranzbach» in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen (D), wo Ruhe und Entspannung zum Konzept gehören: Hier finden keine öffentlichen Veranstaltungen statt, Hochzeiten werden auch nicht gefeiert, Seminare sind nur mit bis zu maximal 15 Teilnehmer erlaubt und Familien mit Kindern unter 10 Jahren müssen leider auch nach einer Alternative suchen.
Ausspannen, abschalten. Genau das brauche ich jetzt, denn die letzten Wochen waren wieder mal vollgepackt mit Terminen, bedrohlichen Deadlines und der üblichen Alltagshektik (Familie, Haushalt, Beruf – Sie wissen schon …). Die Einladung ins Kranzbach, zusammen mit einer Freundin, kommt wie gerufen.

Das Kranzbach

Hotel & Wellness-Refugium
82493 Kranzbach bei Garmisch-Partenkirchen
Deutschland

daskranzbach.de

Ein englisches Schloss in bayrischer Kulisse

Das erste Mal beeindruckt bin ich in dem Moment als ich aus dem Auto aussteige und mich umsehe (siehe erster Satz weiter oben). Vor mir steht ein kleines Englisches Schloss, das Mary Isabel Portman aus London vor rund 100 Jahren bauen liess. Die junge Adelige war gerade auf der Durchreise und verliebte sich derart in die Gegend, dass sie hier einen eigenen Landsitz wollte. Neben dem Schloss steht heute der neu angebaute Gartenflügel und das Badehaus (mit 5 Pools und 8 Saunen und rund 30 Behandlungszimmern). Ansonsten sucht man vergebens nach weiteren Gebäuden. Nicht mal am Horizont kann ich ein Haus oder Dörfchen entdecken. Natur pur – ich weiss, ein höchst inflationär gebrauchter Ausdruck in Wellness-Texten aber hier trifft er einfach zu. Nach einem kurzen Spaziergang über die Buckelwiese, die übrigens unter Naturschutz steht und nur einmal pro Jahr gegen Ende Juli gemäht wird, damit alle Blumen absamen können, setze ich mich auf eine Bank und lausche den vielen Bienen, die hier rumsummen. Ich muss an Biene Maja denken – so muss die «Klatschmohnwiese» aussehen!

Natur und Naturverbundenheit zieht sich auch im Innern als roter Faden durchs Hotel: Ökologisch-nachhaltige Materialien im Bau, geheizt wird mit umweltfreundlichem Erdgas, die Pools werden zum Teil mit Solarenergie betrieben. Und seit 2014 wurde ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen: 80% des im Hotel verbrauchten Stroms wird selber erzeugt. Die Liste liesse sich noch um viele Punkte mehr verlängern, wer sich für Nachhaltigkeit interessiert, kann hier alle Infos lesen.

Selbstverständlich stammen so gut wie alle Produkte, die im Kranzbach auf den Teller kommen, aus der Region und die Kräuter sogar aus dem eigenen Hotelgarten. Mein persönliches Gastro-Highlight ist allerdings die Saftkammer. Ein leicht gekühltes Zimmer voller Gemüse und Früchte. Statt sich am Morgen mit einem frischgepressten Orangensaft begnügen zu müssen, schnibbelt man hier gemütlich seine Erdbeeren, Randen, Ingwer, Orangen und was man sonst noch so mag, gibt sie in die Zentrifuge und voilà, fertig ist die individuell kreierte Saftbombe.

Ankommen und loslassen

Mindestens so begeistert bin ich von der Yogaplattform im Wald. Sie befindet sich nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt. Wenn das Wetter stimmt finden hier Yoga- oder Gymnastikstunden unter freiem Himmel statt. Herrlich! Leider hatten wir bei unserem Besuch kein Glück und der Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum Glück hat uns Yoga-Lehrerin Gabriele Hiller mit ihrem eigens entwickelten Sonnenlicht-Licht-Yogastil erfolgreich über die Enttäuschung hinweggetröstet. Und zur Wiedergutmachung haben wir die Plattform anderntags individuell für eine Meditation besucht.

Schon nach wenigen Stunden an diesem Ort, merke ich, wie sich die Anspannung in mir löst, ich geniesse es, nicht zu telefonieren, keine Mails zu checken und durch die Abgeschiedenheit auch nicht visuell abgelenkt zu werden. Wenn es nach mir ginge, könnte sogar der grosse Flat Screen-TV (der drei Tage lang ausgeschaltet bleibt) aus meinem Zimmer verbannt werden. Ich sitze auf dem Balkon, betrachte die sich im Wind bewegenden Bäume und verspüre nicht das geringste Bedürfnis etwas an diesem Zustand zu ändern. Sogar in der Sauna, stelle ich später überrascht fest, wird einem der Blick ins Grüne nicht verwehrt: Durch ein grosses Panoramafenster blickt man auch hier in den Wald hinaus. Ich merke erst jetzt, wie sehr mir die Natur in letzter Zeit gefehlt hat! Und wenn ich eins aus meinem Wellness-Aufenthalt im Kranzbach nach Hause mitnehme, so ist es nicht nur ein zufriedenes Gefühl der Entspannung, sondern auch die Erkenntnis, mich wieder viel regelmässiger in die Natur zu begeben.

Mein Fazit nach unserem 3-Tage-Paket

Auch, wenn die Anfahrt von Zürich aus knapp 4 Stunden beträgt, lohnt sich die Reise allemal! Das Kranzbach überzeugt mit einer beeindruckenden Lage mitten in der Natur, viel Komfort für absolut faire Preise und überaus freundlichen Mitarbeitern.

=> Und hier noch einige 360°-Videos, die Ihnen einen Einblick ins Kranzbach gewähren. Schauen Sie sich um! (Verwenden Sie als Browser Google Chrome oder Firefox)