Sri Lanka: Eine aufstrebende Tourismusdestination

Markus Marti arbeitet seit 2.5 Jahren in Sri Lanka. Der Schweizer führt das vor gut einem Jahr neu eröffnete Mövenpick Hotel in Sri Lankas Hauptstadt Colombo. Damit positionierten sich die Schweizer zum richtigen Zeitpunkt in Sri Lanka, denn die Besucherzahlen kennen hier nur eine Richtung: nach oben. Marti sagt: «Als ich hier ankam, verzeichnete Sri Lanka eine jährliche Besucherzahl von 1.5 Millionen Gästen.» Im Jahr 2016 waren es bereits 2.1 Millionen und bis 2020 sollen es bis zu vier Millionen sein. Eine rasante Entwicklung für ein Land, in dem bis 2009 ein 26 Jahre anhaltender Bürgerkrieg jegliche Entwicklung zum Stillstand brachte.

Markus Marti ist ein Routinier in seinem Beruf, er geht seiner Tätigkeit bei Mövenpick Hotels & Resorts bereits seit 31 Jahren nach, dies in den unterschiedlichsten Ländern. Und doch sagt er: «Die Ausbildung der lokalen Bevölkerung in Sri Lanka ist eine grosse Herausforderung.» Lange Zeit gab es kaum Tourismus, Sri Lanka war eine «sleeping beauty» wie er sagt, aber jetzt, da der Tourismus zu florieren beginne, müsse man sich intensiv um die Ausbildung der Arbeitnehmer bemühen: «Der Tourismus ist eine grosse Chance für das Land.» Und da müsse die Qualität stimmen. Dafür setzt er sich jeden Tag ein. Es ist dem Hotel ein Anliegen, dass die Einheimischen vom Wachstum profitieren. Marti fügt an: «Von 385 Angestellten arbeiten hier im Hotel nebst mir nur zwei weitere Ausländer.»

Gleichzeitig schaut Marti optimistisch in die Zukunft, Anlass geben ihm die Sri Lanker: «Sie sind fleissig und freundlich.» Wichtige Charaktereigenschaften im Tourismus. Und das Team des Mövenpick Hotels macht, davon konnten wir uns überzeugen, einen richtig guten Job. Das Hotel mit seinen komfortablen Zimmern ist ein perfekter Ausgangsort bei einer Sri Lanka Reise. Der Wahnsinn ist die Dachterrasse mit Pool und Bar. Cheers!

Sie möchten mehr über Land und Leute erfahren: Hier gehts zu unserem Interview mit dem Schweizer Botschafter in Sri Lanka

Eine Rundreise durch Sri Lanka

Wir starten unsere Reise in Colombo. Die Stadt ist nicht mit Bangkok oder Hongkong vergleichbar. Das Angebot ist kleiner, aber sie ist ein idealer Ausgangsort, um das Land zu verstehen, sich der Kultur anzunähern und dem Treiben auf den Strassen zuzuschauen. Einen idealen Überblick über die Stadt erhält man von der Dachterrasse des Mövenpick Hotels. Die Rooftopbar ist auch für Nichthotelgäste zugänglich. Unser Guide Nishanta Silva zeigt in Richtung Süden, sagt: «Da bauen die Chinesen eine künstliche Insel». Generell sei die Präsenz Chinas spürbar. Trotz prowestlicher Politik, investierte Europa wenig in Sri Lanka, die Chinesen füllten das Vakuum. Colombo zählt zu den Schlüsselhäfen auf dem Seeweg der «neuen Seidenstrasse», eine Verbindung in die China seit Jahren viel Geld investiert. Schon seit jeher war Sri Lanka eine Drehscheibe von Handelsreisenden, wurde einst von den Portugiesen, den Niederländern und schlussendlich von den Engländern kolonialisiert. In Colombo finden sich diese Spuren noch immer, bei der Architektur, aber auch der religiösen Vielfalt.

Reisetipp Abends mal das Restaurant Ministry of Crab besuchen – ein hervorragendes Restaurant in gediegenem Ambiente. ministryofcrab.com

Anreise: Mit KLM nach Sri Lanka

KLM bietet eine ideale Flugverbindung von Zürich, via Amsterdam, nach Colombo. KLM ist nach wie vor eine unserer liebsten Airlines – hält einen hohen Standard bei der Flugsicherheit (2017 die weltweit viert sicherste Airline) sowie beim Essen, dem Komfort und Bordunterhaltung. Aber auch und das ist vielleicht das Wichtigste: bei der Freundlichkeit.

Rundreise: Unterwegs mit tourasia

Unseren regelmässigen Lesern ist klar, auf wen wir bei Asienrundreisen setzen: tourasia. Der Schweizer Asienspezialist überzeugte uns auch diesmal: mit kundigem Guide, angenehm zurückhaltendem Fahrer und einer guten Auswahl an Unterkünften. Dabei zeigte tourasia uns auch Ecken, die von den meisten Touristen nicht besucht werden.

Was in Colombo gleich auffällt: Überall fahren Tuk-Tuks durch die Strassen. Silva bestätigt: «In Sri Lanka sind 1.5 Millionen Tuk-Tuks registriert.» Es ist das Fahrzeug Nummer eins. Dazu ein beliebtes Fotomotiv unter Touristen – auch wir konnten uns da nicht zurückhalten.

Der botanische Garten von Kandy

Wir verlassen Colombo in Richtung Kandy – auf dem Programm steht der Besuch des «Royal Botanical Garden». Botanischer Garten, echt jetzt? Klingt langweilig. Doch wir werden vom Gegenteil überrascht und treffen auf eine weitläufige, überaus spannende und wunderbar gepflegte Gartenanlage. Insgesamt 150 Angestellte pflegen die Bäume und Pflanzen, einer davon ist der 39-jährige Ruwan. Er arbeitet inzwischen seit fünf Jahren hier und beginnt uns gleich die Symbolik der verschiedenen Pflanzen zu erklären: «Dieser Baum da drüben», er zeigt auf einen äusserst symmetrischen Baum und fährt fort,«zeigt den Regenschirm der Queen.» Tatsächlich gleicht der Baum einem Regenschirm. Zumindest mit etwas Fantasie. Der Park hat etwas beruhigendes: Vögel zwitschern und verliebte Pärchen sitzen auf Parkbänken, geniessen die Zweisamkeit. Die gesamte Anlage befindet sich auf 60 Hektaren Land und wer für den Besuch mehrere Stunden einrechnet, liegt damit nicht falsch.

Reisetipp Mittagessen im Restaurant Peredeniya Botanical Garden

Im Zahntempel von Kandy

Nicht nur Touristen zieht es in den «Zahntempel», der eigentlich Sri Dalada Maligawa heisst. Seinen Übernamen erhielt der Tempel durch seine Einzigartigkeit: Hier wird ein Eckzahn des Buddha Siddhartha Gautama als Reliquie aufbewahrt. Und dieser lockt jährlich tausende Buddhisten aus aller Welt hierher.

Die Teeplantagen Sri Lankas

Ab den 1860er Jahren stand Sri Lanka vor einem ernsthaften Problem: Der Kaffeerostpilz raffte grosse Teile der gewinnbringenden Pflanzen dahin. Gleichzeitig begann ein Engländer, James Taylor, mit dem Anbau von Teepflanzen. Ein Segen für das Land: Sri Lanka war nun nicht mehr auf die Kaffeeplantagen angewiesen und wuchs zu einem der grössten Teeexporteure der Welt: 300’000 Hektar Teeplantagen besitzt das Land heute. Dabei beschäftigt die Teeindustrie in Sri Lanka 1.5 Millionen Arbeiter und exportiert pro Jahr gut 4.5 Millionen Tonnen Tee. Die Plantagen können besichtigt, Tee vor Ort gekostet und gekauft werden.

Reisetipp Eine Fahrt mit dem Zug von Colombo via Kandy nach Badulla wartet mit wunderbaren Ausblicken auf die Teeplantagen auf – hierzu ein Artikel unserer Blogger-Kollegin Sarah Althaus: Mit dem Zug durch das Hochland von Sri Lanka

Galle: Ein traumhaftes Städtchen am Meer

In Galle muss man sich verlieben: Das charmante Städtchen am Meer, voller Cafés und Shops ist schlicht zauberhaft. Und Galle liegt ideal um Kultur mit Strandtagen zu verbinden. Die bekannteste Sehenswürdigkeit hier ist das Galle Fort, eine Befestigungsanlage der Portugiesen aus dem Jahr 1588.

Reisetipp Das Fort Printers Hotel im Zentrum ist ein Traum und bestens gelegen. thefortprinters.com

Das Beste trifft man in Sri Lanka unterwegs an

Am meisten verliebten wir uns in die stundenlangen Busfahrten und all die Szenen am Wegrand. Hier entdeckt man das authentische Sri Lanka.

Wir können das Land als Reisedestination wärmstens empfehlen: Wer etwas exotisches erleben möchte, gleichzeitig ein sicheres, aufgeräumtes Land bevorzugt, dem legen wir Sri Lanka ans Herz. Und der beste Zeitpunkt Sri Lanka zu besuchen ist im Moment, denn von Massentourismus ist das Land noch ein gutes Stück entfernt, die Infrastruktur jedoch bereits sehr gut.