Im Südosten Österreichs, genauer gesagt in der Südsteiermark, gibt es eine Vielzahl von Landschaften – von sanft fließenden Hügeln mit Wäldern und Weinbergen im Süden bis zu den Bergen im Norden. Wir waren letzte Woche hier, um einige der lokalen Schätze zu entdecken und das Erbe der Bevölkerung durch Essen, Natur und Kultur zu erkunden.

Ein einzigartiges Kunstwwerk – Das Roger Blumau

Nur 40 Autominuten vom Flughafen Graz entfernt liegt eines der exzentrischsten Hotels, das in der Region gebaut wurde. Das Rogner Bad Blumau wurde von einem lokalen Entwickler, Robert Rogner, gegründet, der den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser mit der Gestaltung dieses Thermalparks beauftragte.

Das Hotel liegt an einer hochwertigen 100°C eruptiven Therme und ist das größte bewohnbare Kunstwerk der Welt. Das Ethos von «The Rogner Bad Blumau» ist tief in jedes Detail dieser Ausstellung organischer Architektur eingebettet – im Einklang mit der Natur.

Das beliebteste Thermalbad des Landes verfügt über zwei heiße Quellen, eine blaue und eine grüne Lagune, die jeweils Innen- und Außenpools anbieten. Eine einzigartige Grotte, die mit Salz aus dem Toten Meer überzogen ist, dient der Verbesserung der Hautdurchblutung und des Immunsystems und reduziert den Stress, während Du auf die glitzernden salzigen Stalaktiten blickst. Das Zentrum bietet auch eine Vielzahl von Spa-Diensten an, darunter eine 25-minütige Sitzung mit tiefen Vibrationen, um die Heilung des Körpers zu fördern.

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Verantwortung gegenüber Mensch und Natur

Ob es sich nun um die Verwendung von Bio-Baumwolltüchern zur Finanzierung der Renovierung einer Schule in Indien handelt oder um die Weiterentwicklung von Chefkoch Johannes Schuster, der die kulinarische Szene inszeniert, Rogner Bad Blumau nimmt seine Verantwortung gegenüber Mensch und Natur wahr. Küchenchef Schuster hat dafür gesorgt, dass 80% der Produkte, die zur Ernährung der Gäste in Rogner Bad Blumau verwendet werden, von kleinen Bauernhöfen bezogen werden. Seine Entschlossenheit, einer Null-Abfall-Initiative zu folgen, ist sowohl inspirierend als auch ein großer Erfolg in der Region.

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Die Produktion von Kürbisöl in der Südsteiermark

Entlang des Rába-Ufers befindet sich ein weiterer lokaler Schatz. In der 6. Generation der Familie Berghofer nutzt die Berghofer Mühle den Fluss als Hauptenergiequelle zur Herstellung einer Vielzahl von Getreide und Ölen, darunter das berühmte steirische Kürbisöl.

Jede Woche pressen sie bis zu 160 Kilogramm Samen und produzieren 150-160 Liter Öl. Die gepressten Samen werden als Futtermittel für Vieh, Brot und andere verschiedene Produkte wiederverwendet.

Auch eindrücklich ist die Zusammenarbeit der drei Schwestern, welche die Entwicklung und Ausbildung der Einrichtung fördern, die ihre Vorfahren vor vielen Jahren aufgebaut haben.

Liane Berghofer, unsere Ansprechpartnerin in der Mühle, koordiniert das Gasterlebnis und teilt ihre Leidenschaft für das Reich ihrer Familie. Die Berghofer Mühle ist ein Paradebeispiel für die Hingabe der Südsteiermark an den Lebensunterhalt ihrer Bewohner und die Förderung ihrer Wünsche.

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Produktion von Obst, Essig & Schnaps

Die Südsteiermark ist als größte Obstbauregion des Landes, die vor allem durch die Göller Manufaktur geprägt ist, welche in der Landwirtschaft weit verbreitet ist. Ende der 1950er Jahre gründete Alois Gölles einen der ersten Apfelplantagen der Region, heute in den Händen seines Sohnes Alois Gölles, der für die Herstellung von Apfelbalsamico-Essig – einem österreichischen Favoriten – verantwortlich ist.

Der Familie Gölles ist es jedoch nicht nur wichtig, ihren Essig zu genießen, sondern auch eine Vielzahl von Produkten wie Schnaps, Gin und Whiskey herzustellen – Warmhalten im Winter ist in Österreich von zentraler Bedeutung.

Die Fabrik ist stolz darauf, nur die reinsten Zutaten zu verwenden und Zucker und andere Zusatzstoffe aus ihren Produkten zu entfernen. Die Gölles Manufaktur hat dieses Engagement außerhalb ihrer Werksmauern auf hohe Standards ausgeweitet und 1 € aus jeder Flasche weißen Balsamico-Essigs, die seit 2018 verkauft wird, für die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft im Südsudan gespendet.

Gölles1Nachhaltige Fleischproduktion

Das soziale Bewusstsein innerhalb der Region ist hier ein ausgeprägtes Merkmal aller Branchen. Trotz der Lockerung der Vorschriften in der Fleischindustrie durch die Europäische Union, die nicht selten zu schlechter Fleischqualität führt, ist der lokale Produzent Vulcano Ham Factory ein konsequenter Handwerker für hochwertige Köstlichkeiten.

Die Vulcano Fleischwarenmanufaktur ist eine einzigartige kulinarische Fabrik inmitten der sanften grünen Landschaft des Vulkanlandes. Die Schinkenspezialisten von Vulcano führten uns durch das Verfahren vom Erzeuger bis zum Verbraucher und vermittelten dabei ihr Wissen und die Wertschätzung für das Handwerk. Der Familienbetrieb ermöglicht das Zusammenleben von jungen und alten Schweinen unter der Leitung des 450 Kilogramm schweren Schweins Max. Das Standardschwein wächst bis zu 160-200 Kilogramm, wovon sowohl luftgetrocknete als auch geräucherte Köstlichkeiten produziert werden. Die einzigartige Erfahrung von Vulcano ist eine Erfahrung, die man schätzen und respektieren sollte, wenn der Druck auf die kleinen lokalen Bauern zunimmt.

Vulcano1Vulcano Ham Factory

Die Herstellung feinster Schokolade

Außergewöhnliche und einzigartige Erlebnisse gibt es in der gesamten Südsteiermark, darunter auch der berühmte österreichische Chocolatier Josef Zotter. Der Empfänger des European Candy Award 2019 produziert jährlich zwischen 30 und 70 neue Produkte.

Sein Ansatz für den „Bean-to-Bar“-Prozess macht ihn zu einem der wenigen unabhängigen Produzenten dieser Art in Europa. Der Name Zotter steht für Innovation, Kreativität und Nachhaltigkeit. Der größte Teil des Kakaos wird in Lateinamerika von Kleinbauern und indigenen Stämmen gekauft.

Die Marke übernimmt auch die Entwicklung einer „Square the Circle“-Linie, einer Schokoladensorte ohne raffinierten Zucker, die stattdessen durch natürliche Alternativen wie Dattel- oder Kokosblütenzucker ersetzt wird.

Bei unserem Besuch gab es einen wichtigen Bezug zu unseren Erfahrungen, immer wieder haben wir gesehen, welche außergewöhnlichen Maßnahmen die Menschen in der Südsteiermark ergreifen, um das hohe Qualitätsniveau ihrer Produkte zu erhalten und auf die Gesellschaft auszudehnen, einschließlich der Erhaltung der lokalen Architektur.

Die Königshäuser der Südsteiermark

Schlossherr Konsul Andreas Bardeau, der heutige Bewohner des Schlosses Kornberg – ein mit Renaissance-Meisterwerken geschmücktes Schloss- und Kulturzentrum – sieht es als seine Aufgabe an, das Umfeld für die Weitergabe an zukünftige Generationen zu verbessern und zu entwickeln – das steirische Verständnis von sozialer Verantwortung. Er ist auch Leiter der lokalen Ausstellung „The Small World of Great Castles“, die 15 Modelle zeigt, darunter den großen Potala Palast in Tibet.

Die Königshäuser sind auch in der Südsteiermark ein weit verbreitetes Thema, denn eine weitere Monarchie residiert in der Nähe der Riegersburg, wo seit 1822 die Fürstenfamilie von Liechtenstein lebt. Auf einem 482 Meter hohen, ruhenden Vulkan befindet sich die „stärkste Festung des Christentums“. Das Bestreben der Familie ist es, die Festung zu erhalten und wiederherzustellen und gleichzeitig ihre Türen für die Öffentlichkeit zu öffnen.

Das Schloss bietet Einheimischen und Touristen eine warme und einladende Umgebung, um die historische Bedeutung der Riegersburg für die Region zu würdigen.
Das zweitgrößte Bundesland Österreichs setzt sich für die Partnerschaft von Mensch und Natur ein. Die Bewohner dieser wunderbaren Region sind unermüdlich bemüht, dem Land, das ihnen so viel gegeben hat, etwas zurückzugeben.

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