Meine neue Heimat: Das Outdoor-Reiseland Georgien

Eine Agentin oder verrückt. Warum sonst käme sie hierher? Bereut habe ich es noch keine Sekunde.

Seit gut zwei Jahren lebe ich in Tiflis, Georgien. Über die unglaubliche Vielfalt der Landschaften und raue Schönheit dieses Landes hatte ich vorher keine Ahnung. Ich wohnte in Zürich und arbeitete als Job Coach.

Mehrtägige Trekkings und eine bezaubernde Hauptstadt Tiflis

Georgien, das heisst zwischen Asien und Europa zuhause zu sein. Südlich von Russland, nördlich von Armenien, Aserbaidschan und der Türkei. Westlich das Schwarze Meer. Nachdem wir letztes Jahr neben Stadtführungen Exkursionen von Tiflis raus in die Natur angeboten haben, sind wir jetzt in der ersten Saison, in der wir unsere Gäste auf mehrtägige Touren durchs Land mitnehmen. Wir, das sind Wacho, mein georgischer Mann, und ich.

Tiflis, die Hauptstadt, mit seinen vielen Kaffees und Restaurants hat das Flair von Tausend und einer Nacht. Der Hauch der Geschichte weht durch die Gassen. Perser, Araber, Türken, Mongolen und Russen – alle waren sie da und haben etwas hinterlassen. Georgien jedoch hat sich selbst bewahrt. Man erzählt sich von diesem Fleck Erde, dass Gott sich diesen für sich selbst aufgehoben habe, als er die Erde verteilte. Die Georgier kamen bei der Verteilung zu spät – weil sie sich noch um einen Gast gekümmert haben – und bekamen schliesslich dieses wunderbare Stück Erde geschenkt. Genau so fühlt es sich an.

Georgien – Vulkane, Meer und raue Natur

Ich sei eine Geheimagentin, dachten die Leute zuerst als ich hierher kam. Nun, man kann mich Agentin nennen. Ich erforsche hier die Schönheit und das Widerborstige, das Zarte und das Unverständliche. Ich profitiere von der Freiheit, die mich hier als nicht ganz Dazugehörige umgibt. Im Süden gibts prächtige Vulkanlandschaften mit Vulkanseen zu entdecken. Für mich ein Highlight, denn die Weite, die einen dort umgibt, lädt ein zur Einkehr und Meditation. Salziges Wasser? Da würde ich das Schwarze Meer empfehlen, es liegt im Westen. Am liebsten liege ich dort in den heissen Sand bei Ureki, der hat eine milde magnetische Strahlung. Tut dem Organismus sehr gut, man möchte gar nicht mehr aufstehen.

Gastfreundschaft und Gaumengenuss

Wenn bei obiger Erzählung von Gottes Landverteilung Gäste erwähnt wurden, so hat das seinen Grund. Gastfreundschaft und Gaumengenuss werden in Georgien nämlich gross geschrieben. Wein, fruchtiger Grappa (Tschatscha) und gutes Essen? Oh, wo Ihr wollt. Hier wird mit viel Hingabe gekocht. Mit frischen Kräutern, Nüssen, Granatapfelkernen – Vegetarier kommen auf ihre Kosten, und Fleischesser auch. Im Osten, im Alazanital, wird seit 8000 Jahren Wein produziert. Ich erkläre nicht weiter wie, einfach kommen und selber probieren! Nördlich dann der Grosse Kaukasus mit Bergen über 5000 m. Da fühlt man sich als Schweizerin fast wie zuhause, und doch ist es anders. Ein Wanderparadies, man errät es.

Georgien – auch ein Paradies zum Skifahren

Die Gegend des Kaukasus ist voller Gegensätze und Überraschungen. Ich sage immer, Georgien ohne Abenteuer gibt es nicht. Was sich jedoch von weitem, aus der Schweiz oder Deutschland, vielleicht als gfürchig anfühlt, hat hier seinen ganz normalen Alltag. Ein Leben, das freudvoll gelebt wird, auch wenn es manchmal ganz schön holprig ist. Georgien, das wohlhabendste Land der damaligen Sowjetstaaten, sucht sich seinen Weg in die Zukunft.

Und noch was: Georgien ist nicht nur ein Wanderparadies, sondern im Winter mit seinen stabilen Schneeverhältnissen auch ein Paradies zum Skifahren.

Besucht doch mal meinen persönlicher Blog rund um Georgien und mein Leben in diesem Land: brigitterenz.wordpress.com Wir führen Gruppen-, Themen- und Individualreisen durch. Du hast Fragen? Wir geben gerne Tipps oder freuen uns mit Dir in Tiflis einen Kaffee zu trinken: georgienwbtours.com

Dann bis bald im Truso-Hochtal im grossen Kaukasus,

Brigitte Renz & Wacho Chvitschia