Lauenen kennt man vor allem wegen seines viel besungenen Sees. Doch in dieser Region im Berner Oberland, nahe bei Gstaad, gibt es noch mehr zu entdecken. Das Hotel Alpenland bietet dafür einen idealen Ausgangspunkt.

Hideaway im Lauenental

Die meisten Deutschschweizer sassen wohl schon mal an seinem Ufer, in der Ruhe der Natur, den Kopf voller Gedanken… Oder kennen ihn zumindest aus dem berühmten Lied der Berner Mundartrock-Band Span: Der Lauenensee. Nach einem einstündigen Spaziergang vom Dorf Lauenen erreicht man den blaugrünen Bergsee, etwas versteckt in einem alpinen Moorgebiet, umrahmt von einer Bergkulisse und einem Wasserfall. Doch diese Region hat noch viel mehr zu bieten als einen Ausflug an den See – wobei wir den natürlich auch empfehlen.

Am ersten Tag sind wir auf eigene Faust unterwegs und entscheiden uns nach der kompetenten Beratung von Hotelier Michi Ming für die Wanderung zur Geltenhütte. Sie startet beim Lauenensee und nach rund eineinhalb Stunden Wanderung – wobei der Weg hinter einem kleinen Wasserfall durchführt – gelangt man zu einem wunderbaren Hochplateau mit Weitsicht. Nach einem Kafistopp in der Geltenhütte überqueren wir die Bergflanke unter dem Vollhorn. Dort, wo der Weg sehr steil wird, sind zum Glück Metallseile und gar eine Metalleiter montiert, denn an einigen Stellen liegt bereits etwas Schnee, was den Abstieg rutschig macht. Schlussendlich landen wir wieder beim Startpunkt am Lauenensee.

Am zweiten Tag sind wir mit Christian Würsten unterwegs, einem stämmigen Mann mit dunklem Schnauz und sympathischem Lächeln. Der gebürtige Lauener, ausgerüstet mit grossem Rucksack und Wanderstock, holt uns im Hotel Alpenland ab und nimmt uns mit auf Pilzsuche – für uns Städter ein neues Erlebnis. Bald schon dreht sich unser Gespräch aber nicht mehr nur um Eierschwämmli und Steinpilze, während wir durch die matschigen Wiesen und dichten Wälder stapfen, sondern um alles Mögliche: Die Hirsche, die Bergbauern, der Schneesport, das Klima, fremde Länder und Schweizer Käse.

Jäger aus Leidenschaft

Christian ist Sohn einer Bauernfamilie aus Lauenen – den Hof aber hat sein Bruder übernommen, «zum Glück!», wie er sagt. Ihn zog es eher in die weite Welt, er arbeitete in der Westschweiz und in Italien, bereiste die Philippinen oder Dubai. Noch immer ist er als Maler tätig, doch seine Leidenschaft liegt ganz klar draussen in der Natur – wenn auch nicht unbedingt bei den Pilzen, sondern bei der Jagd. Dass das revidierte Jagdgesetz bei der letzten Abstimmung abgelehnt wurde, ärgert ihn. «Die Städter haben das falsch verstanden, die Gegenseite hat Propaganda verbreitet», sagt er.

Dem Bild, das wohl viele Städter von Jägern haben könnten, entspricht Christian nicht im Geringsten. Kaum jemand dürfte grösseren Respekt vor der Natur und der Tierwelt haben als er. Spricht Christian vom Jagen, erzählt er vor allem von den Momenten, in denen er gelassen auf seinem Hochsitz weilt, die Landschaft betrachtet, etwas trinkt und isst, oder gar ein Nickerchen macht.

Jagen ist für ihn so natürlich, wie für uns der Einkauf im Supermarkt. Sein Hirschfleisch verkauft er übrigens dem Hotel Alpenland, das in seinem Restaurant neben einer grosszügigen Wildkarte auch zahlreiche andere exzellente Köstlichkeiten auftischt.

Naturschätze entdecken

Auch wenn Christian diese ruhigen Momente in der Natur geniesst – ein Einsiedler ist er nicht. Andauernd werde er zum Essen eingeladen, treffe Freunde und engagiere sich für das Dorf. Und das nicht erst, seit er Witwer ist. Christian kennt nicht nur den Wald und die Berge wie seine Westentasche, sondern auch die Bewohnerinnen und Bewohner des 850-Seelen Dorfs.

Wer mit einem solchen Experten unterwegs ist, profitiert viel mehr von der Wanderung als bei einem Spaziergang auf eigene Faust. Immer wieder lenkt Christian unseren ungeübten Blick auf die kleinen Schätze der Natur: Ein Stück Wiese mit niedergedrücktem Gras – hier lag vor Kurzem eine Hirschkuh. Eine Spur im Matsch – hier kam ein Fuchs des Weges. Ein Schwammpilz an einem Baumstrunk – den verwendeten die Bauern früher als natürlichen Bakterientöter im Wasserzober der Kühe, weiss er zu erzählen.

Als der Wind aufkommt und wir querfeldein über eine Bergwiese wandern, führt uns Christian zu einer Holzhütte – und öffnet kurzerhand die grosse Tür. Dahinter erscheint ein Tisch mit Tischtuch und vier zusammengewürfelten Stühlen. «Nehmt Platz, hier machen wir ein kleines Picknick.»

Aus seinem grossen Rucksack zaubert er Sandwiches, Früchte, Schoggistängeli und Getränke hervor, die das Hotel Alpenland liebenswürdigerweise vorbereitet hatte. Übrigens ist es auch das Hotel Alpenland, das Wanderungen mit Christian für die Gäste organisiert, sowie andere Aktivitäten wie Fahrten mit Ebikes, Klettertouren oder einen Besuch des Seilparks Zweisimmen. Lauenen hat eben in der Tat nicht nur den See zu bieten.

Spontaner Ausflug zu den Steinböcken

Nach der Stärkung brechen wir auf. Eigentlich hätten wir nur zwei Stunden unterwegs sein sollen, inzwischen ist es gut das Doppelte. Wir verstehen uns bestens; Christian gefällt unsere Neugier, uns sein grosses Wissen. Auf dem Weg zurück ins Hotel plaudern wir über Steinböcke, die man in dieser Region in den wärmeren Monaten ebenfalls sehen kann. Kurzerhand fragt Christian: «Wollt ihr welche sehen? Dann nehmen wir mein Auto und fahren zur Gummfluh!»

Gesagt, getan: Nach einem wärmenden Kaffee an der gemütlichen Bar des Hotel Alpenland (dessen Zimmer und Sauna ebenfalls wundervoll designet und dekoriert sind) sitzen wir auch schon in seinem Auto und fahren los.

Etwa eine halbe Stunde später stehen wir am Fusse der Gummfluh. Und tatsächlich: Durch das Fernglas von Christian können wir die schönen Tiere mit ihren gebogenen Hörnern ausmachen, gut ein Dutzend steht oberhalb eines kleinen Waldes, zwischen den frischen Schneefeldern.

In den Sommermonaten könne man dort eine wunderschöne Wanderung machen und Steinböcke sowie Gämse auf relativ nahe Distanz sehen, erzählt Christian. Als wir uns am Ende eines langen, interessanten Tages von Christian verabschieden, erklären wir ihm, dass wir für diese Wanderung nächsten Sommer gerne zurückkehren werden. Er strahlt und winkt, als wir zum Bahnhof gehen.

Viele Pilze haben wir schlussendlich nicht gefunden. Aber das war, ehrlich gesagt, auch gar nie das Ziel dieser Reise.

Fotos: © Eva Hirschi

Die Reise fand auf Einladung vom Hotel Alpenland AG statt.