5 Dinge, die Sie wissen müssen, um Ihr eigener Kapitän zu sein

Der Weg ist das Ziel: Urlaub auf dem Boot bedeutet langsames und bewusstes Reisen. Es ist Entschleunigung und Abenteuer zugleich – eine perfekte Art, die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen. Wer einmal sein eigener Kapitän sein und sein Tempo, seinen Tagesablauf und sein eigenes Boot steuern möchte, kann in vielen Fahrgebieten Europas ein Hausboot chartern… und das müssen Sie wissen.

1 | Kann jeder Hausbootferien machen?

Vorkenntnisse oder ein Bootsführerschein sind nicht erforderlich, denn Hausbooturlaub ist führerscheinfrei. Das Mindestalter, um sein eigener Kapitän zu sein, ist 18 Jahre (in Irland 21). Die Urlaubsform eignet sich für jede Altersgruppe und wird gerne von Freundesgruppen und Familien gebucht. Hausbootferien können aber auch eine romantische Auszeit zu zweit sein.

Jede Crew erhält am Abfahrtsort eine Einweisung in das Boot und es wird geübt, wie es gefahren wird. Die Boote sind leicht zu steuern, manövriert wird mit einem Vor- und Rückwärtsgang sowie einem Steuerrad. Nach einer Weile hat man es schnell raus, wie das Boot reagiert. Ein führerscheinfreies Boot kann maximal 12 km/h schnell fahren, langsam gleitet die Landschaft vorbei – das ist Entschleunigung pur!

2 | Wo kann man fahren?

Frankreich ist sehr beliebt für Hausbooturlaub, es gibt hier viele Fahrgebiete und einige der schönsten Wasserwege Europas zur Auswahl. Am bekanntesten ist der Canal du Midi im Süden Frankreichs. Der 1681 eröffnete Kanal wurde als Verbindung zwischen dem Mittelmeer und Atlantik gebaut und ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Die Kombination aus Weinbergen, mit Platanen gesäumte Ufer, südfranzösischem Flair und mittelalterlichen Städten machen ihn zu einem beliebten Ziel. Weitere Klassiker unter den Hausbootzielen sind der Shannon im Zentrum Irlands und die Niederlande mit ihrem unerschöpflichen Netz an Wasserstrassen und ihrer Bootsfahrertradition. Aber auch die Lagune von Venedig oder die Brandenburger und Mecklenburger Seenplatten nördlich von Berlin sind ideale Regionen, die man mit dem Boot erkunden kann. Ein neuer Geheimtipp für Hausbootferien: Ab 2018 kann man auch in Kanada Hausboote mieten. Der Hausbootvercharterer Le Boat eröffnet am Rideau Canal in Ontario seine erste Abfahrtsbasis.

3 | Wie ist ein Hausboot ausgestattet?

Ein Hausboot ist wie eine schwimmende Ferienwohnung und mit allem ausgestattet, was man zum Leben an Bord braucht: Getrennte Doppelkabinen, ein großer Salon, Badezimmer mit Warmwasserdusche und elektrischer Toilette, eine vollausgestattete Küche mit Kühlschrank, Gasherd mit Ofen, Geschirr und Küchenutensilien, Hand- und Geschirrtücher, Radio mit MP3 Anschluss, Sicherheitsausrüstung, Tische und Stühle an Deck und Sonnenschirm. Die Boote sind neun bis maximal 15 Meter lang und bieten eine bis fünf Kabinen.

4 | Was sollte man für die ersten Hausbootferien beachten?

Auf Ihrer ersten Tour mit einem Hausboot empfiehlt sich eine Strecke in einem Fahrgebiet, das leicht zu befahren ist, weil es z.B. nur wenige oder bemannte Schleusen und kaum Strömung gibt. Am besten lassen Sie sich von einem Hausbootvercharterer oder einem Reisebüro, das auf Bootsferien spezialisiert ist, beraten.

5 | Welches Hausboot ist das richtige?

Welches Boot und mit wem – die Crew will sorgfältig ausgewählt sein, denn auf einem Hausboot ist Teamarbeit gefragt und der Platz begrenzt. Möchten Sie lediglich mit dem Partner oder der eigenen Familie fahren, eine Frauen- oder Männertour machen oder mit einer Gruppe von Freunden das Leben an Bord geniessen? Auf ein Boot passen, je nach Bootsgrösse, 2-12 Personen. Sollte die Gruppe grösser sein, kann man jedoch auch zwei oder mehrere Boote mieten. Gute Tipps, wie man Hausbootferien bucht, gibt es hier.

Die Abfahrt steht kurz bevor, die Vorfreude steigt? Viele Anbieter bieten Hausbootneulingen zur Urlaubsvorbereitung hilfreiche Tipps auf ihren Webseiten. Aber der wichtigste Tipp beim Hausbootfahren lautet: In der Ruhe liegt die Kraft! So kann man von Anfang an entspannen und sich dem Tempo des Flusses anpassen.