Kulinarischer Zwischenstopp beim Engadiner Spitzenkoch


Der Bündner Gastronom Reto Mathis hat diesen Sommer mit dem CheCha Club in St. Moritz eines der letzten Gastroprojekte seiner Karriere übernommen. Kaviar und Trüffel geniesst man hier auf der Sonnenterrasse mit Blick auf das Bündner Bergpanorama.

Reto Mathis strahlt bei jedem Gast, der zur hölzernen Türe des CheCha Club hereinkommt und kümmert sich umgehend um sein Wohlergehen. Dass es nicht nur sein Beruf, sondern Mathis‘ Leidenschaft ist, ein guter Gastgeber zu sein, merkt man dem Engadiner sofort an. Schliesslich widmete der 60-Jährige sein Leben lang der Gastronomie und ist in St.Moritz fest verankert.

Erst führte sein Vater 25 Jahre, dann Mathis selbst ein weiteres viertel Jahrhundert sechs Gastronomiebetriebe auf Corviglia, 2‘486 Meter über Meer. Doch im letzten halben Jahr hat sich alles geändert. «Ich habe quasi drei Betriebe auf- oder weitergegeben», sagt Mathis. Nebst den Restaurants auf Corviglia wurde auch das Restaurant Cascade im Dorf verkauft. Aus dem Landgasthof Meierei, den Mathis ein Jahr erfolgreich mitaufgebaut hat, ist er Ende März dieses Jahres ebenfalls ausgestiegen.

Restaurant mit Club-Flair

«Ziemlich kurzfristig wurde mir in dieser turbulenten Zeit die Übernahme des Chesa Chantarella angeboten», erzählt Mathis. Lange habe er sich über das Konzept Gedanken gemacht, bis er zum Schluss kam: «Das wird die finale Destination meiner Berufskarriere.»

Langweilig wird Mathis kaum, ständig im Schuss ist er noch immer. Nun möchte er sich aber, wie er sagt, auf das CheCha als einzigen Betrieb fokussieren und das Know-How seiner 45-jährigen Laufbahn in dessen Konzept einfliessen lassen. Und dieses sieht, kurz gesagt, eine Kombination aus Restaurant, Club und Event Location vor.

Hoch über St.Moritz und dennoch gut erreichbar ist es mit dem Bike, Auto oder zu Fuss. Oder auch per Ski, liegt die Location doch Mitten im beliebten Skigebiet Salastrains und unweit der Chantarella Station. Oder aber man lässt sich vom CheCha-Shuttle chauffieren, gefahren vom privaten Ski Butler, der für einen ganzen Skitag gebucht werden kann.

Vom Aprés-Ski bis zur Privatparty

Anders als auf Corviglia wird Mathis‘ Lokal auch im Sommer geöffnet sein und seinen Besuchern innovative Koch- und Backkurse sowie Workshops in der Küche und Pâtisserie anbieten. Im Winter sollen auf der hauseigenen Terrasse, dem sogenannten «Blizzard Beach», Daytime-Partys mit DJ’s, Sonnenliegen und Barbecues stattfinden. Eine Art gehobenes Aprés-Ski also.
«So decken wir auch das Unterhaltungssegment ab, das schon in der vorherigen Zuber-Hütte gut funktionierte», begründet Mathis. Wer es ruhiger mag, kann auch im edlen Wintergarten verweilen und sich am hauseigenen Humidor bedienen. Mit dem grosszügigen Weinkeller, der bestuhlt ist und auch für private Anlässe gemietet werden kann, positioniert sich der Club definitiv auch als nennenswerte Event-Location.

Gehobene Küche à la Mathis

Kulinarisch bleibt Mathis seinen Klassikern treu. Seine Trüffelpizza, den hochwertigen Kaviar und das Seafood Carousel nimmt er mit ins CheCha Restaurant. Eine riesige Auswahl hauseigener Patisserie wird den Gästen auf dem Servierwagen direkt an den Tisch gebracht. Kreativ und vielfältig – wie es Mathis selbst ist.
Dennoch möchte der 60-Jährige sein Angebot rudimentär halten. «Wenn immer möglich bleiben wir regional, saisonal und lokal. Das ist ein immer wichtigeres Bedürfnis, weil sich das Ernährungsverhalten vermehrt auf solche Nischenprodukte manifestiert.»

Wintersaison startet ab Dezember

Wenn der Spitzenkoch nicht selbst hinter dem Herd steht, fungiert er als Gastgeber oder kreiert neue Rezepturen und Gerichte. Seit der Eröffnung im Sommer sei das neue CheCha gut angelaufen, wie der zweifache Familienvater sagt: «Das Konzept, die Atmosphäre und das ganze Flair im CheCha ist bestens angekommen und hat für viele positive Rückmeldungen gesorgt», bilanziert Mathis.
Auch Stammgäste, die zuletzt kaum noch nach Corviglia kamen, seien plötzlich wieder aufgetaucht. «Das liegt wohl auch daran, dass die Location tiefer gelegen und somit besser zugänglicher ist sowie wetterunabhängiger betrieben werden kann.» Ab Anfang Dezember verwöhnen rund 35 Angestellte die Gäste des CheCha. Bis Mitte April ist es täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet.

Übernachtungstipps: Direkt neben dem CheCha Club bietet sich das Hotel Salastrains zur Übernachtung an. Das rustikale 3-Sterne Hotel verfügt über schöne Zimmer im ländlichen Stil mit prachtvollem Ausblick auf die Oberengadiner Alpen. Als Alternative empfiehlt sich das Partnerhotel Bellavista in Silvaplana-Surlej. Dieses familiengeführte Hotel trumpft mit charmant eingerichteten Zimmern mit Blick in die Natur, einem grosszügigen Wellnessbereich, einer eigenen Fleischtrocknerei sowie dem exklusiven Restaurant mit Wildspezialitäten aus eigener Jagd auf.

Ausflugstipps: Wen es nicht zum Wandern, Biken oder auf die Piste zieht, dem bieten sich in der Umgebung von St.Moritz Alternativen. In der Alpschaukäserei beispielsweise kann nicht nur ausgiebig gefrühstückt werden. Gleichzeitig schaut man hier nämlich dem Käser über die Schulter oder kann seine Haut in einem Molke-Bad verwöhnen. Die Alpschaukäserei befindet sich gleich neben der Bahnhaltestelle Morteratsch, etwas ausserhalb von Pontresina. Von da aus lohnt sich auch ein Spaziergang zum Morteratschgletscher. Diesen erreicht man in ca. einer Stunde auf einem geradeverlaufenden Naturweg.