Und immer lautet die Antwort …

Was liegt südlich des Matterhorns? Was südlich der Passhöhe des Grossen Sankt Bernhards? Was liegt auf der Südseite des Mont Blanc, dem höchsten Berg Europas? Alle Fragen haben dieselbe Antwort: Das Aostatal.

Das Aostatal ist eine kleine Region mit Sonderstatus in Italien, wie beispielsweise auch das Südtirol – beim Aostatal aufgrund der franko-provenzalischen Minderheit, beim Südtirol zum Schutz der deutschsprachigen Minderheit. Im Aostatal spricht man also Italienisch und Französisch, allenfalls Englisch, aber kaum Deutsch. Das mag ein Grund sein, dass das Aostatal in deutschsprachigen Gebieten als Feriendestination kaum bekannt ist.

Etwas Geschichte: Die Römerstadt Aosta

Hauptstadt des Aostatales ist Aosta. Hier findet man viele Spuren der Römer, welche die Kelten aus der Region verdrängt haben. Die Römer legten die Stadt schachbrettartig an. Diese römische Struktur ist noch heute im Stadtbild der Altstadt zu erkennen. Die Stadtmauer hatte auf allen vier Seiten ein Tor. Noch heute kann man durch die Porta Praetoria schreiten, den Haupteingang für Wagen und zwei seitlichen Durchgängen für Fussgänger. Vom Theater, das Platz für drei- oder viertausend Zuseher bot, ist die 22 Meter hohe Südfassade gut erhalten. Der Augustusbogen ist das Kennzeichen von Aosta. Der Bogen wurde 25 v.Chr. errichtet, dem Datum der Gründung von Augusta Praetoria, zu Ehren des Sieges von Kaiser Augustus über die Salassen.
Die Bewohner von Aosta raten: «Baue nicht in Aosta, denn du stösst bestimmt auf römische Funde – und dann ist Schluss mit Bauen, dann haben die Archäologen das Sagen.»

Eine Reise in die Vergangenheit, in die Zeit der Burgen und Schlösser

Wer das Aostatal besucht, muss sich unbedingt die Festung Bard und einige der vielen Schlösser anschauen.
Wegezölle waren im Mittelalter eine beliebte Einnahmequelle – und das Aostatal eine unumgängliche Etappe auf dem Weg durch die Alpen. So entstanden, meist auf Felsvorsprüngen gelegen, Burgen und Festungen. Die ersten valdostanischen Burgen wurden Anfang des 11. Jahrhunderts erbaut, oftmals auf bereits bestehenden Festungsfundamenten. Sie bestanden aus einem Wachturm und einem Mauergürtel.

In den folgenden Jahrhunderten wurden die Burgen immer komfortabler. Die vielen Burgen und Schlösser dienten nun reichen Familien als Wohnsitz und hatten weniger die Funktion, das Tal zu bewachen und zu beschützen.
Das Schloss Issogne ist ein wunderschönes Beispiel für einen städtischen Adelspalast. Es verwandelte sich im Laufe der Jahrhunderte von einem einst gotischen Bauwerk in eine Renaissance-Residenz. Heute beherbergt es erstaunliche Kunstschätze.

Beste Aussichten: Das Mont Blanc Gebiet

Eine Fahrt mit der der neuen Gondelbahn „Skyway Mont Blanc“ auf die Hellbronner Spitze auf 3466 m.ü.M. ist ein besonderes Erlebnis. Aus der sich langsam drehenden Kabine schaut man nach oben auf den sich weitenden Horizont und nach unten auf die Lawinenverbauungen. Auf der Helbronner Spitze geniesst man den 360-Grad-Rundblick. Von hier aus sieht man mehrere 4000-er: Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn, Gran Paradiso und Grand Combin. Nicht zu Unrecht bezeichnet man das Gebirgsmassiv des Mont Blanc als das 8. Weltwunder. Bei der Mittelstation gibt es einen sehenswerten Botanischen Garten mit alpinen Pflanzen aus aller Welt.
Im Cave Mont Blanc in der Mittelstation werden in einem Versuchslabor seit 2007 der Sekt „Vallée d’Aoste DOC“ und der Weisswein Blanc de Morgex et de La Salle „Cuvèe des Guides“ produziert. Beide haben aufgrund des Klimas und der Höhenlage einzigartigen Charakter.

Natur ist hier Trumpf: dank der Nationalparks

Das Aostatal bietet unzählige Naturschönheiten. Bekannt sind die Nationalparke Gran Paradiso und Mont Avic. Zudem finden Naturliebhaber in 10 Naturreservaten, 19 Schutzgebieten des ökologischen Netzwerks Natura 2000 und in vier Botanischen Gärten Alpenpflanzen und -tiere.
Ich übernachtete und wanderte im.

Das Besucherzentrum des Nationalparks des Mont Avic beispielsweise ist museumsdidaktisch super. Interessant sind Führungen mit Parkrangern, Das Aostatal ist prädestiniert für Wanderungen. Wie im Wallis findet man auch hier Suonen, historische Bewässerungskanäle. Viele Bergseen und -bäche laden im Sommer zum Bade.
Im Winter kann man im Aostatal verschiedene Sportarten ausüben: Langlauf, Alpin-Skilauf, Heliskiing, Freeride und Schneeschuhtrekking.

Auch der Genuss kommt nicht zu kurz: dank verlockenden kulinarischen Angeboten

Im Aostatal gibt es nicht nur guten Wein. Neben Reben finden Kastanien, Nüsse, Äpfel und Birnen hier das ideale Klima vor, um ihre Geschmackseigenschaften optimal zu entfalten. Beliebt sind auch Schwarzbrot, Kekse und typische Bergprodukte wie Honig, Heilkräuter, Grappa und den Kräuterlikör Génépy. Auf den Alpen werden verschiedene Käse produziert. Und nicht nur die Bündner wissen, wie man Trockenfleisch und -würste herstellt. Bekannt ist der mit Kräutern hergestellte Rohschinken Jambon de Bosses und der Speck Lard d’Arnad. Teuteun ist vielleicht nicht jedermanns Sache: Gepökeltes Kuheuter mit Saucen und Marmeladen. Die Boudin, eine Blutwurst, zählt zu den Gourmet-Klassikern und wird noch heute gemäss der antiken Rezepte zubereitet, die – typisch für das Aostatal – von Generation zu Generation überliefert werden.

Mehr Informationen: Aostatal Tourismus