Das Zillertal. Viel zu selten kommen wir in diese Gegend. Was uns auf der Anreise erwartet, wissen wir nicht genau und stellen uns auf eine verkehrsreiche, lange Fahrt ein. Doch wir werden überrascht. In knapp 4 Stunden und ohne viel Verkehr sind wir mitten in Zell am Ziller.

Eine Skyloft im DasPosthotel in Zell am Ziller

Das Posthotel ist wunderschön. Wir fühlen uns direkt wohl, als wir mit unserem Begrüssungsdrink in die kuscheligen Sofas der Eingangshalle sinken. Viel Holz, bequeme Möbel mit einem modernen, leicht ausgeflippten Touch. Japanische Tapete trifft auf Hüttencharme. Wir lieben es! Unsere Skyloft in der obersten Etage übertrifft alle Erwartungen. Geräumig, wenn nicht sogar riesig, mit einem grossen Balkon, einem fast schon überdimensionalen Bett, Infrarot-Wärmestrahler in der Dusche und Blick direkt auf die Skipiste. Herz, was begehrst du mehr?

Hotelketten gibt es im schönen Zillertal nicht und dies spürt man. Es wird sehr viel Liebe ins Detail gelegt, Gastfreundschaft ist nicht nur ein Wort und alles ist ein bisschen persönlicher – ja, schon fast freundschaftlich.

Das Abendessen im hoteleigenen Haubenrestaurant HeLeni rundet unseren Ankunftstag perfekt ab. Das geräucherte Schokomousse zum Dessert schmeckt so fantastisch, dass wir nichts übrig lassen können, auch wenn wir zum Schluss fast ins Zimmer rollen. Österreichische Küche auf einem sehr hohen Niveau. Deftig aber doch leicht und bekömmlich.

Zufrieden sinken unsere Köpfe später in die vielen Kissen und wir wachen erst am nächsten Morgen mit dem Wecker wieder auf.

515 Pistenkilometer im Zillertal

Nach einem kurzen, leckeren Frühstück – zum Glück sind wir gute Esser – geht es los auf den Berg. Um neun Uhr auf einer Skipiste zu stehen, ist für uns als Langschläfer und Sommermenschen eine harte Angelegenheit. Noch müde und nicht ganz so euphorisch kommen wir an der Talstation an. Aber Stefan, unser Skiguide, (das Wort Bergführer wäre bei uns wohl etwas übertrieben) überzeugt uns bereits nach wenigen Minuten. Als wir ihm erklären, dass wir zwar gerne snowboarden aber nicht die typischen kilometersammelnden Vollblutfahrer sind, ist er, wider Erwarten, nicht genervt sondern lacht nur herzlich. Er verspricht uns einen «Skitag, wie er ihn mit seiner Frau machen würde» und bei uns kommt langsam Freude auf.

515 Pistenkilometer hat das Zillertaler Skigebiet. Unmöglich, diese alle an einem Tag zu befahren und genau deshalb auch ein Grund, etwas länger im Zillertal zu bleiben. Langweilig wird’s einem auf diesen Pisten bestimmt nicht.

Der Skitag wird tatsächlich fantastisch. Sogar die Sonne erfreut uns den ganzen Vormittag mit ihrer Anwesenheit. Immer wieder eine Kaffeepause, leckeres Mittagessen auf der Hütte und entspannte Abfahrten – genau nach unserem Geschmack. Die Grösse dieses Gebietes können wir immer noch nicht ganz fassen. Hier muss wirklich niemand zwei Mal die gleiche Piste befahren. Als es am späteren Nachmittag neblig wird, sind wir auch nicht enttäuscht: So können wir uns den SPA Bereich des Posthotel noch von Nahem anschauen. Am meisten kann der Jacuzzi auf der Terrasse begeistern – perfekt gegen den Muskelkater nach einem «anstrengenden» Tag auf der Piste.

Ein Abendessen auf Österreichisch

Zum Abendessen geht es auf ins Nachbardorf Zellberg. Das Gasthaus, welches wir dort besuchen, war früher ein richtiges Schulhaus. Heute ist es in das wunderhübsche Restaurant Schulhaus verwandelt worden. Wiener Schnitzel wurde uns empfohlen und wir sind neugierig. Eine kleine, schöne Gaststube erwartet uns. Das Essen ist durchs Band ganz grosses Kino und wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Vor allem die Interpretation des Vitello Tonnato hat es uns angetan. Dieses Gasthaus kommt auf jeden Fall ganz fett auf unsere Empfehlungsliste fürs Zillertal.

Mayrhofen mit Ahornbahn und Igludorf

Der nächste Tag überrascht uns mit viel Wind und dicken Schneeflocken. Als wir uns gegen Mittag nach Mayrhofen aufmachen, merken wir schon, dass aus dem geplanten Rodeln mit dem Pistenbock nichts wird. Tapfer und gut eingepackt setzen wir uns trotzdem in die riesige Pendelbahnkabine und fahren auf den Berg.

Die wortwörtlich «coole»  White Lounge rettet uns vor dem harschen Wetter auf 2000 Metern. Das riesige Iglu beheimatet eine nette Bar sowie in der Umgebung weitere kleine Iglus zum Übernachten. Die Pistenböcke zum Rodeln sehen wir übrigens im Iglueingang stehen und wollen diese beim nächsten Mal unbedingt ausprobieren.

Wir geben es ja zu: Unsere Vorstellung vom Zillertal war vor allem an deftiges Essen, Skihüttencharme und Après Ski-Schlager geknüpft. Doch da haben wir uns eines Besseren belehren lassen. Wir fanden dort bodenständige Küche auf hohem Niveau, ein gekonnter Mittelweg aus Gemütlichkeit und modernem Stil sowie die Gastfreundschaft und der ganz eigene aber wunderbare Charme der Tiroler. Auf diese Art irren wir uns gerne und kommen bestimmt auch im Sommer in dieses Tal zurück. Was für ein Goldstück wir hier gefunden haben!

Danke Zillertal Tourismus und allen Beteiligten für diese vielen tollen Erlebnisse und Überraschungen.