Dann arbeiten wir eben: Graubündens Winterperle Laax bei schlechtem Wetter

Da, wo die coolsten Rider feiern, die grösste Halfpipe der Welt steht und das überirdische Design einem jedes Mal den Boden unter den schwer-beschuhten Füssen wegzieht, lässt es sich auch ohne Wintersport aushalten. Warum man das in einem Gebiet, das fünfmal in Folge zu «Switzerlands Best Ski Resort» gekürt wurde, überhaupt sollte? Wir haben sechs Gründe. Gilt im Zweifel auch bei Sonnenschein.

1 Der einzige Ort, an dem Arbeiten Spass macht: The Bridge

Auf dem Hausberg Crap Sogn Gion auf 2252 Meter steht ein Ufo. Zumindest sieht es so aus. Steigt man ein, bliebt das Gefühl: Man ist auf einem anderen Planeten. Das Herzstück der sogenannten Galaaxy bildet ein millenialrosa Insta-Traum voller Kuriositäten, in dem Winter- und eigentlich auch Sommersportler sämtliche Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Insta-Need stillen. Ist die Piste aber mal eher ungemütlich, kann sich ein grauer Tag auch anders lustig gestalten lassen: Arbeitend. Richtig gehört. In der Bridge, dem Open Work Space der Galaaxy, macht man das gern. Das exorbitante Design zieht sich durch: Ein Kamin in der Mitte des Raumes zieht den Besucher wie ein Strudel auf die Couchen und Stühle in den hippen Sitzungsräumen rundum. Die Wände getüncht in klebriges Türkis – man ist im zweiten Stock mit all der Rundumsicht dem Himmel ganz nah. Platz haben hier 153 Menschen, man kann sogar ein kleines Kino für Vorträge mieten. Verschnaufpause gefällig? Eine Etage weiter oben wartet die orbitförmige Platform der Galaaxy mit Strandkörben auf. Standard im All, oder?

Day Membership buchbar für Gäste des Skigebiets über die INSIDE LAAX App.
laax.com/skigebiet-schweiz/galaaxy

2 Den Tag im Bett vorm Panoramafenster im rocksresort verbringen

Manchmal muss es einfach einsehen: Zuhause ist es am schönsten. Auch wenn man gar nicht zuhause ist. Wohnt man in einem der mit Glas durchbrochenen Steinquader des Laaxer rocksresort wird es schwer, sich bei Regen aus dem trauten Heim aus Eichenholz und Beton zu schälen. Und so liegt man faul in einem der unglaublich bequemen Betten – wie einer dieser grossen Vierecke auf dem Gelände am Fusse der Talstation, hingeworfen wie nach einem Bergsturz. Es war ein die Region ganz massgeblich formender, der die ausführenden Architekten zum Konzept der futuristischen Anlage inspirierte. Die von aussen azurblau spiegelnden Fenster nehmen meist ganze Räume der durchdesignten Zimmer, Suiten und Apartments ein. Also Bademantel an, Buch raus und abwechselnd auf Zeilen und Bergspitzen spähen.
Wem das nicht reicht, nutzt das Wellness-Angebot des angrenzenden Signina Hotels und schaut im Nachbar, dem Riders, kurz auf eine weihrauch-schwangere Yoga-Stunde vorbei. Omm.
rocksresort.com

3 Sich Day Spa im Waldhaus Flims gönnen

«Gönn dir!» sagen die jungen Leute. Klar, ein bisschen investieren muss man, wenn man ins altehrwürdige Waldhaus Flims Alpine Grand Hotel & Spa einchecken will. Das Ganze hat nicht umsonst so nen langen Namen. Aber ist man mal den Waldweg im Nachbardorf hinaufgefahren und ins Traditionshaus, das sich 140 Jahre Gastfreundschaft auf die Fahne schreibt, eingetreten, gleiten Körper und Seele gleichermassen entspannt in den türkisen Pool des bergumringten Glaskubus. Sauna-Highlight ist die Erdsauna mit Blick auf den idyllischen Naturteich, in den man im Anschluss natürlich eintauchen kann. Unbedingt auch, wenn im Winter nur ein kleines Loch ins Eis gehackt ist!
waldhaus-flims.ch/de/wellness/day-spa

4 Im Riders sehen und gesehen werden. Und grossartig Kaffee trinken und dinieren

Einfach mal bisschen rumsitzen, Koffein einatmen und Bildbände durchblättern? Und das zwischen einem Sammelsurium an Pflanzen, das sich jeder Hipster in den eigenen vier Wänden wünscht? Die Lobby des Riders Hotels, das auch den ominösen Club beherbergt, schlägt leisere Töne an. Wenn man Glück hat, auch die einer Accoustic Band. Die Atmosphäre ist hip, die Bar bestens ausgestattet, im Grunde kann man bleiben, bis die Party zuende ist und sich dann sogar noch Gummibärchen und Chips mit aufs Zimmer nehmen. Dazwischen sollte man unbedingt noch zum Abendessen reservieren! Von Mittwoch bis Sonntag diniert man hier an langen Tafeln und probiert sich durch ein kleines, aber vielfältiges vegetarisches À-la-Carte-Menü junger Schweizer Köche. Alles ist saisonal, regional und biologisch – versteht sich.
ridershotel.com/restaurant

5 Sich in der Nuvu Gallery Fern- und Heimweh holen

Berge, Städte, Wälder, Abstraktes – dem Duo, das diese gewaltigen Bildwelten ausstellt und zum Verkauf anbietet, merkt man an, dass es hungrig ist. Nach neuen Sichtweisen auf unseren Planeten, die Natur. Fotograf Nico Schaerer und Journalist Martin Hoch reisen gemeinsam mit unbändiger Neugier an die entlegensten Orte und durch die Heimat. Und sie bringen Bilder mit. Die hängen in ihrer Galerie Nuvu in Flims und können in unterschiedlichsten Grössen und Drucken bestaunt und erworben werden.
nuvu.ch

6 Im Restaurant Ella das Caminada Brot bestellen

Nun ist das Stenna ja eine viel zu grosse Mall für das kleine Flims, das muss man bei allem Design-Krams mal zugeben. Aber durchschlendern darf man trotzdem gerne. Vor allem, wenn es regnet wie aus Kübeln. Freundlich empfangen wird man in diesem Monstrum von Ellas Wohngemeinschaft. So sieht sich das gleichnamige Restaurant zumindest. Und ja, es ist jung, bunt, spricht (auf der Toilette) Bände, bietet sowohl lustigen Krimskrams für den Haushalt als auch Tische und schön anzuschauende Stühle zum co-worken an. Kochen tut Ella auch gern und gut. Obwohl man meist nur schnell auf ein (sehr leckeres) belegtes Brot bei ihr vorbeischaut, kann man auch mal abends auf ein, zwei, drei Gläser Wein reinschneien. Und was Warmes essen. Ella hat übrigens auch nen guten Draht zu Über-Koch Andreas Caminada. Dessen Brot gibt’s nämlich zu deliziösem Aufstrich. Hat jemand Apéro gesagt?
ella-flims.ch