Boutique Hotel am Lago Maggiore

Wer sich jeden Wunsch von den Augen ablesen lassen will, ohne selbige von der spektakulären Sicht auf den Lago Maggiore abzuwenden, der ist hier genau richtig. Neben der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso schmiegt sich die Villa Orselina in den Hang wie ihre Gäste in die strahlend weissen Laken.

Ja, das Tessin. Das kleine Paradies der Schweiz. Seen gibt es viele, subtropischen Flair mit Palmen und fast greller Flora nur hier. Es ist hübsch in Locarno, kein Schandfleck so weit das Auge reicht. Eine Lobeshymne mit viel Ah und Oh zu schreiben, liegt nahe. Nach einem Wochenende in der Villa Orselina musste ich erkennen, dass es inmitten der Idylle noch besser geht. Es folgt eine Lobeshymne mit viel Ah und Oh – aber auf ganz anderem Niveau.

Wir sind zu spät dran, die Reservierung im Restaurant platzt. Ich werde panisch, habe Hunger und möchte ein gediegenes Dinner und ausserdem einen schönen Abend. Schon die erste Hürde nimmt die Villa Orselina galant. Wir kommen an, werden in die Bar gebeten und bekommen eine reichhaltige Karte an Snacks gereicht. Das Feuer im Kamin knistert, es läuft Jazz und wir essen Burrata und eine Tessiner Wurst- und Käseplatte. Wir trinken Wein, stehen auf dem Balkon, rätseln, was genau in der Dunkelheit unter uns liegt und schauen in die Sterne. Abend gerettet. Es vergehen noch ein paar Stunden und eventuell auch ein paar Gläser. Und ich kann Ihnen versichern, auch nach Mitternacht steht die Rezeption mit Rat und Tat zur Seite. Sogar bei der Bedienung des Whirlpools. Crashtest bestanden.

Boutique Hotel Villa Orselina

Via Santuario 10
6644 Orselina-Locarno
Schweiz

villaorselina.ch

Der gemütlichste Ort in der Villa Orselina?

Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns mehr oder weniger unsanft. Das erste Blinzeln aber weicht einem Staunen. Die Panoramafenster lassen einen sogar vom Bett aus auf den glitzernden See schauen. Ob müde oder nicht, man kommt nicht umhin, aus dem Bett zu springen und die Terrassentür aufreissen zu wollen. Warum im Bett weiterdösen, wenn es auch auf den zimmereigenen Sonnenliegen an der frischen Seeluft geht.

Unser Lieblingsplatz?

Der palmengesäumte Pool, der im Terrassenprinzip etwas unterhalb der Zimmer liegt. Wir schwimmen früh morgens mit Blick auf den See (wiederhole ich mich etwa?), und fläzen stundenlang auf den Sunbeds. Und dann entdecken wir dieses quadratische Kästchen, eine klitzekleine Schatztruhe, in deren Inneren ein Knopf versteckt ist. Drückt man den, darf man sich alles wünschen. Man fühlt sich wahnsinnig dekadent, aber so soll es sein. Ich klingele mir also einen Aperol Spritz herbei. Die Engel singen.

Was bieten die Zimmer?

Alles. Wir residieren in einer leuchtend-weissen, lichtdurchfluteten Lifestyle Suite, in der man kochen könnte, wenn man wollte. Natürlich wollen wir nicht. Die Mini-Bar wollen wir umso mehr, deren Ausstattung ist sehr zu empfehlen. Auf der geräumigen Terrasse liesse es sich dann im Ernstfall sehr ausdrucksstark tanzen, unter der Dusche ebenfalls. Die nämlich verfügt neben Tropenregen und Düsen aller Art optional über bunte Disco-Lichteffekte. Wie bereits erwähnt, ist natürlich auch der Whirlpool nicht zu verachten.
Insgesamt stehen den Gästen 28 individuell gestaltete Zimmer zur Verfügung. Immer ausserordentlich hell, immer mit Seeblick (Pardon).

Wie sieht es kulinarisch aus?

Beim Frühstück thront man. Und das liegt nicht nur an der erhöhten Lage, sondern am Ambiente. Auf schneeweissen Gartenmöbeln sitzen wir vor einem subtropischen Gärtlein, ein kleiner Brunnen plätschert und die Vögel zwitschern. Das Buffet lässt keine Wünsche offen, von der hausgemachten Marmelade bis zur Guacamole ist alles da. Das Nachfassen scheint unendlich, wenn man alles mal probiert haben will. Abends speisen wir in den selben Räumlichkeiten. Die Stimmung ist gediegen, die Kellner aber scherzen. Man wählt à la carte fünf Gänge. Modern interpretierte italienische und Tessiner Küche steht auf dem Verwöhnprogramm. Wir schlemmen uns durch köstliches Tartar, würzige Trofie und zartes Kalbsfilet. Dazu ein kühler Rosé mit frischer Erdbeernote, der vermutlich in der Cantina, dem entzückenden Weinkeller gelagert wurde. Man weiss viel über Wein und das ist gut so. Der Ort schreit schliesslich förmlich nach Genuss.

Wem würden Sie das Hotel empfehlen?

Ich muss zugeben: Paaren. Es ist so surreal romantisch, so herrlich ruhig, so intim. Klar, die Tatsache, dass auf Knopfdruck der Aperol an den Tisch geflogen kommt, spricht auch für einen gemütlichen Trip unter Freundinnen. So würde man vermutlich das Yoga-Angebot am Samstag morgen (ja, with a view) eher nutzen. Und logisch, der Pool macht sicher auch KIndern Spass. Mit der Funiculare, der niedlichen Bahn, ist man rasend schnell im Stadtzentrum von Locarno und an der Promenade. Die Berge zum Wandern, das Maggia- und Verzascatal sind nahe. Es gäbe theoretisch einiges zu tun. Wer sich nicht aus dem paradiesischen Zustand herausbewegen mag, der entspannt in der Villa Orselina vermutlich bis zur Extase. Im hauseigenen Spa mit Sauna liesse sich das auch bei schlechtem Wetter bestens praktizieren. Die Profis vom Massageteam ziehen einem sogar mal eben ein Bein länger, wenn es denn sein muss und da ein Ungleichgewicht herrscht. Heiraten kann man hier übrigens auch ganz wunderbar. Aber stop jetzt, Klischée-Overload.