Villars-sur-Ollon – unsere Reisetipps für ein erholsames Wochenende

Villars-sur-Ollon liegt auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Rhonetal und bietet einen spektakulären Blick in die umliegende Bergwelt. Von hier aus kann man sich auf vielfältige Weise sportlich betätigen oder einfach nach Lust und Laune in gediegenem Ambiente ausspannen und sich vom Alltagsstress erholen.

Terrasse für Sonnenhungrige

In Bex besteige ich am Bahnhofplatz das grüne Schmalspurbähnchen nach Villars. In gemächlichem Tempo ruckelt es durch die engen Strassen von Bex. So bleibt mir genügend Zeit die stattlichen Häuser, die die Strasse säumen, zu bewundern. Leute grüssen den Lokomotivführer, den die engen Strassenverhältnisse auch dann nicht aus der Ruhe bringen, wenn Autos entgegenkommen. Plötzlich greift das Zahnrad mit einem kurzen, kaum spürbaren Ruck. Bis nach Villars muss die Bahn rund 800 Meter an Höhe gewinnen. Kurz nach Bévieux fährt die Zahnradbahn der bewaldeten Schlucht des Avançon entlang. Der Bach, der sich tief in den Berg gefressen hat, führt schäumendes Schmelzwasser. Nachdem die Schlucht überwunden ist weitet sich das Tal und der Zug fährt durch eine ländliche Idylle vorbei an weidenden Kühen.

Villars liegt auf einer Sonnenterrasse. Zuerst geniesse ich den 180 Grad Blick in die umliegenden Berge und hinunter ins Rhonetal. Die Häuser dort unten wirken wie von einem Kind beim Spielen hingeworfene Klötzchen. In Villars gibt es neben verschiedenen Hotels auch vier Internate für die Sprösslinge gut Betuchter. Die Ortschaft macht einen mondänen Eindruck. Hübscher Blumenschmuck ziert die Häuser. Im Tourismusbüro werde ich freundliche empfangen und decke mich fürs erste mit Informationsmaterial ein. Mich interessieren speziell die verschiedenen Wanderrouten von leicht bis schwierig.

Reisetipp
Gäste, die in Villars übernachten bekommen die Free Access Card, mit der über 35 Aktivitäten und Transportmöglichkeiten gratis benützt werden können. villars-diablerets.ch

Wandern, biken oder doch lieber entspannen?

Wir wählen die leichte Wanderung zu den drei Seen. Mit der Zahnradbahn fahren wir von Villars vorbei an schmucken Holzhäusern, passieren weiter oben den alpinen Golfplatz (1629 m) und werfen einen Blick auf das schwierige Gelände mit den steil abfallenden Hängen. In Bretaye auf 1810 Metern ist es eher kühl. Wir freuen uns, der Hitze im Tal unten für eine Weile entkommen zu sein. Der Wanderweg führt über sanfte Alpweiden. Ringsum blühen Bergblumen in kräftigem Weiss, Gelb und Rot. Dazwischen leuchten dunkelblaue Enziane. Nach wenigen Minuten erreichen wir den Lac de Bretaye, der sich in eine Mulde schmiegt. Das Wasser schimmert smaragdgrün. Der Weg führt an schindelbedeckten Alphütten vorbei und schon bald sehen wir den Lac de Noir, der von sumpfigem Gelände mit Wollgras umgeben ist.

Frischer Fisch direkt aus dem See

Nach weiteren 20 Minuten erblicken wir tief unter uns den Lac de Chavonnes. Die roten Sonnenschirme des Restaurants spiegeln sich im stillen Wasser. Wir wählen den steilen, kurzen Abstieg ans Seeufer. Der Weg schlängelt sich dem Ufer entlang. Fische schnappen nach Insekten. Im Restaurant de Chavonnes gibt es deftige Käsegerichte und Fleisch vom Grill. Als Spezialität des Hauses werden frische Forellen aus dem See serviert. Um den See rankt sich eine wunderliche Geschichte, die der Wirt gerne erzählt. Angeblich lebt im See ein weisser Drache, den jedoch noch niemand gesehen hat. Dieser wacht über den Schatz einer Prinzessin, den diese auf der Flucht im See versenkt hat. Ich bestelle nach kurzem Überlegen die Forelle, die mir zusammen mit einem Glas prickelndem Weisswein herrlich mundet. Der Kaffee Gourmand zum Dessert lässt keine Wünsche offen. Nach dem feinen Essen ist der halbstündige Aufstieg zurück zur Bahnstation einfach zu bewältigen. Zum Abschluss des Tages entspanne ich im grosszügigen Spa in Villars. Nach dem ausgiebigen Saunabesuch geniesse ich vom Aussenpool den Sonnenuntergang. Es ist ein Schauspiel an dem ich mich nicht stattsehen kann, wenn sich die umliegenden Berggipfel in der Abendsonne langsam rötlich färben.

Reisetipp Restaurant Lac de Chavonnes bietet frische Forellen direkt aus dem See. restaurant-lac-chavonnes.ch, www.medou.ch

Voll daneben und ein winziger Erfolg

Skeptisch wiege ich den Golfschläger, den mir der Instruktor in die Hand drück. Schon nach den ersten Anweisungen schwirrt mir der Kopf. Mein Korb ist mit über 20 Bällen gefüllt. Sorgfältig setze ich einen Ball vor die Füsse, bringe mich in Stellung, konzentriere mich und schlage zu. Nichts passiert, voll daneben! Beim nächsten Mal treffe ich den Ball, der einige Meter weit fliegt und mit einem leisen Platsch im nahegelegenen Teich landet. Schuldbewusst schaue ich zum Instruktor. Der lacht augenzwinkernd und erklärt mir, dass diese Bälle schwimmen. Nach kurzer Zeit ist der Korb leer und füllt sich wie von Geisterhand wieder. Ich übe und übe und übe. Manchmal gelingt mir ein Schlag und der Ball fliegt über den See hinweg. Dann hüpft mir das Herz vor Freude. Auf einem zweiten Übungsplatz vergnüge ich mich damit, das Loch zu treffen, was mir grossen Spass macht und meinen Ehrgeiz herausfordert. Nach dieser ersten Golflektion unter kundiger Führung habe ich mir ein feines Essen im Clubhaus wohlverdient.

Reisetipp Das Restaurant du Club House du Golf ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter liegt es direkt an der Skipiste. golf-villars.com

Miroir de l’Argentine, eine spiegelglatte Herausforderung

Von Gryon erreicht man Solalex, bequem mit dem Auto, dem Bus oder dem Bike. Direkt über dem gleichnamigen Restaurant erhebt sich die senkrechtabfallende, helle Felswand Miroir d’Argentine, ein beliebter Klassiker für jeden Bergsteiger. Wir begnügen uns mit der Ansicht der gewaltigen Felswand und suchen nach Kletterern. Von Solalex startet man zur Wanderung über Anzeinde, Pas de Cheville bis nach Derborence, eine der klassischen Wanderungen der Region mit Alpenpanorama und Felslandschaften. Im Restaurant gibt es keine Menükarte, der Wirt zeichnet uns die Gerichte auf die Tischsets und gibt Erklärungen dazu. Der Familienbetrieb funktioniert gut, und wir lassen uns das Essen in gemütlicher Atmosphäre schmecken.

Reisetipp
Restaurant du Miroir de l’Argentine (Familie Jaggi), unbedingt reservieren
solalex.ch

Traditionelle Käseherstellung nach alter Väter Sitte

Die kurvenreiche Fahrt von Villars auf den Col de la Croix ist kurz. Nebelschwaden treiben über den Bergkamm. Im Innern der Alphütte ist es angenehm warm, denn seit dem frühen Morgen wird die Milch nach alter Väter Sitte in einem grossen Käsekessel auf dem Holzfeuer erwärmt. Hier auf 1776 Metern über Meer wird der würzige, leicht fruchtige Etivaz Käse nach strengen Vorschriften produziert. Pascal Jourdain schwitzt bei dieser strengen Arbeit, die kräftige Arme erfordert. Seine Erklärungen würzt er mit humorvollen Bemerkungen und einem verschmitztem Lächeln. In der Alphütte erwartet uns seine Frau zu einem währschaften Zmorgen, während Tanya den Tisch mit einem frischen Alpenblumenstrauss schmückt. Die Bergluft macht hungrig und so langen wir kräftig zu. Die gelbe Butter mit Blumenmotiv ist schmackhaft, die selbstgemachte Konfi schmeckt wunderbar und der Joghurt ist köstlich. Dazu gibt es dunkles, selbstgemachtes Brot, das herrlich durftet und selbstverständlich ein grosses Stück Etivaz. Nach dem Frühstück schauen wir dem Käser nochmals über die Schultern, wie er mit der Harfe die Käsemasse in kleine Stücke schneidet und die Konsistenz fachmännisch prüft. Mit einem Tuch fischt er gemeinsam mit seiner Helferin Mariana die Masse heraus und presst sie in eine hölzerne Form. Täglich verarbeitet Pascal Jourdain ungefähr 1200 Liter Milch und produziert drei bis vier Käselaibe zu je 30 Kilogramm. Bis zur richtige Reife muss er den Käse 18 Monate lagern.
Reisetipp Käseherstellung auf den Col de la Croix Alpage du Col de la Croix Famille Mottier & Jourdain Col de la Croix, 1884 Villars-sur-Ollon, Tel: +41 (0)24 498 11 78

Über den Berg

Die Fahrt über den Col de la Croix bietet wundervolle Ausblicke in die Berge. Nach etlichen Haarnadelkurven erreichen wir kurz bevor mir schlecht wird, das Bergdorf Les Diablerts. Im Mittelalter galt die Felswand des Bergmassivs, die das schmucke Dorf im Ormonttal umschliesst, als verfluchter, gefährlicher Ort, an dem der Teufel sein Unwesen trieb. Der Ortsname Les Diablerets leitet sich daher auch vom französischen le Diable, der Teufel, ab. Angst braucht man heute in Les Diablerets keine mehr zu haben, allenfalls braucht es etwas Mut für die verschiedenen Abenteuersportarten. Nach der kurvenreichen Fahrt ist mir jedoch nicht nach Sport und Abenteuer zu Mute. Ich begnüge mich mit einem Spaziergang durch das hübsche Dorf mit den schmucken Häusern im Chalet-Stil. Dank strenger Bauvorschriften hat sich das Dorf sein traditionelles Aussehen bewahrt. Zu meiner Freude reisst die graue Wolkendecke auf, und ich sehe den Gletscher hoch über dem Dorf. Eine besondere Attraktion bietet der Ausflug Glacier 3000 mit der Seilbahn. Der Peak Walk by Tissot – die erste Hängebrücke der Welt, die zwei Gipfel miteinander verbindet ist etwas gewagt. Das Panorama mit 24 schneebedeckten Viertausendern: vom Eiger, Mönch, Jungfrau, Matterhorn, Grand Combin, bis hin zum Mont Blanc ist einmalig.
Reisetipp Mit dem Postauto von Les Diablerets (oder ab Gstaad) bis Col du Pillon, dann mit der Luftseilbahn zur Bergstation Glacier 3000. glacier3000.ch

Nützliche Reinsehinweise zur Region Villars-sur-Ollon

Allgemeine Informationen villars-diablerets.ch
Anfahrt mit dem Zug Bern-Lausanne Aigle. Ab Aigle mit dem Bus nach Villars oder Bern-Visp Bex, ab Bex mit der Zahnradbahn.
Unterkunft in Villars Der Familienbetrieb Hotel Alpe Fleurie liegt direkt beim Bahnhof. alpe-fleurie.com
Ausspannen Im kürzlich eröffneten Spa mit Innen- und Aussenpool, verschiedenen Saunen, Ruheräumen und Liegewiese im Centre des Sports de Villars. cds-villars.ch
Auskunft Office du Tourisme Villars, +41 (0)24 495 32 32, information@villars.ch

Diese Reise wurde vom Office du Tourisme du Canton de Vaud unterstützt