Unsere Reisetipps für Erfurt: Viel Kulinarik

Erfurt, eine Stadt der kurzen Wege, liegt im Herzen Deutschlands. Mittendrin. Und ihre Altstadt, ein schmucker Ort zum Flanieren, ist eine der grössten Deutschlands. Ja, wir haben uns in die Gelassenheit und Gemütlichkeit der Thüringer Stadt verliebt. Dabei kosteten wir, wie es sich gehört, eine Thüringer Bratwurst und entdeckten darüber hinaus weitere kulinarische Spezialitäten. Solche, hinter denen spannende Charaktere stehen.

1 | Restlos nachhaltig: das Bistro von Ulrike Nonn

Das Konzept dieses Bistros ist auf Verpackungen zu verzichten. Wie inzwischen weitum bekannt wird Plastik weltweit zunehmend zu einem unkontrollierbaren Umweltproblem: Unsere Ozeane ersticken demnächst an unserem Müll. Deshalb kauft Ulrike Nonn ihre Produkte zu 95% unverpackt ein. Gleichzeitig setzt sie beim Verkauf auf recyclebares Geschirr, beispielsweise solches, das man gleich verspeisen kann. Und sie setzt auf wiederverwertbare Gegenstände und schloss sich dem Recup-System an. Auf die Coffe-to-go-Becher von Recup bezahlt der Kunde ein Depot und kann den Becher danach in jedes Café, das sich ebenfalls dem System angeschlossen hat, zurückbringen. «Momentan sind es in Erfurt fünf Shops», sagt die Bistrobesitzerin. Damit sich das Recup-System etabliert und mehr Cafés mitmachen, engagiert sie sich als Vorsitzende des Vereins «Nicht von Pappe! Erfurt auf dem Mehrweg» und setzt sich zusammen mit der Stadt Erfurt für das Anliegen ein. Natürlich tischt sie auch Nachhaltiges auf: hausgemachte, regionale Bio-Kost. Wir finden: Daumen hoch, weiter so!

Kulinarik-Tipp Bistro Restlos, Marktstrasse 38b, Erfurt. restlos-bistro.de

2 | Süsse Versuchung: das Café von Alex Kühn

Die Geschichte des Unternehmers Alex Kühn liest sich wie eine Erfolgsgeschichte aus einem Hollywood-Film. Im Jahr 2005 begann er in einem kleinen Shop auf der Krämerbrücke, dem Goldhelm-Haus, Schokolade herzustellen. Mit seinen süssen Versuchungen wickelte er die Erfurter um den Finger. Dreizehn Jahre später, inzwischen zum Erfurter Unternehmer des Jahres gekürt, besitzt er nebst dem Shop auf der Krämerbrücke das bestlaufendste Café der Stadt: Wer hier einen Tisch für Kaffee & Kuchen möchte, sollte sich einen reservieren. Dabei arbeiten achtzig Festangestellte für den Betrieb, in der Hochsaison sind es gar weit über hundert. Nebst Pralinen und richtig guter Schokolade (selbst als Schweizer muss ich das zugeben), gibts hier allerlei Kuchen und Torten. Nur Alex Kühn himself treffen wir nicht, denn er weile aktuell in Ecuador, sagt die Restaurantleiterin Stephanie Schmidt. Von dort aus lanciert der Chocolatier zusammen mit seinem Freund, dem Extremsportler Guido Kunze, das Projekt «Der lange Weg der Schokolade». Alex Kühn sucht dabei hochwertige Kakaobohnen, Guido Kunze wird sie einpacken und mit dem Fahrrad und Segelboot nach Erfurt bringen: Es soll dann die erste richtig ökologische Schokolade sein. Bevor wir weitergehen, möchten wir noch wissen, wie denn der Platz vor dem Café heisse, damit wir den Standort unseren Lesern mitteilen können. Stephanie Schmidt sagt: «Der Platz hat keinen offiziellen Namen. Wir nennen ihn hier aber alle den Alexanderplatz.» Wir finden: Als Dank sollte die Stadt den Platz tatsächlich offiziell zum Alexanderplatz umbennen.

Kulinariktipp
Goldhelm Schokoladen Manufaktur, Kreuzgasse 5, Erfurt & Goldhelm Eiskrämer, Krämerbrücke 15, Erfurt. goldhelm-schokolade.de

3 | Lebensfroh gemütlich: die Backstube von Hartmut Priemer

Der erste Gedanke beim Betreten der Backstube mit Café ist: Sowas sollte es auch bei mir im Dorf geben. Priemer lacht, sagt: «Früher wurde nur so gebacken.» Er und seine Crew gehen zurück zu den Wurzeln, entschleunigen den Prozess der Teigherstellung und des Backens wieder. «Viele die meinten, sie würden kein Brot mehr vertragen, zählen heute zu meinen Kunden.» Die Backstube, das Café und die Verkaufstheke sind ein offener Raum. Im Hintergrund schäppert im Radio lateinamerikanische Musik. Und im ganzen Raum riechts fein nach Frischgebackenem. Damit die Stadtbewohner wissen, ob frische Brötchen bereit sind, hängt Priemer jeweils eine Fahne vor die Backstube, um zu zeigen: Ja, jetzt gibts frische Backwaren. Der Bäcker ist überzeugt: «Die Leute wollen was Echtes.» Wir geben ihm recht. Und sind ziemlich neidisch auf die Erfurter.

Kulinariktipp Backstube, Kreuzgasse 2, Erfurt.

4 | Heimatlich süffig: das Bier von Jan Schlennstedt

Im Thüringer Spezialitäten Markt auf der Krämerbrücke treffe ich Jan Schlennstedt. Das Lokal ist voller leckerer Thüringer Spezialitäten und dazu zählt auch Schlennstedts Bier. Als junger Mann zog er los, war in ganz Deutschland als Brauer unterwegs. Doch dann nistete sich Heimweh bei ihm und seiner Frau ein. Erfurt, oh Erfurt! Der Ruf wurde lauter und lauter. Und schliesslich zogen sie zurück in ihren Heimathafen. Und dies mit einem Hintergedanken, Schlennstedt sagt: «Ich wollte der Stadt Erfurt ein Bier zurückbringen.» Er tüftelte, testete, braute und schliesslich entstand seine Biermarke «Heimathafen». Inzwischen gehören ein Helles, ein Pils und ein Pale Ale zum Standardsortiment. Fruchtig, rund und voller Geschmack sind seine Biere. «Es war natürlich spannend, ein eigenes Bier zu kreieren.» Dabei steckt viel Handarbeit dahinter, Schlennstadt sagt: «Wir halten jede Flasche fünf bis sechs Mal in der Hand, bis sie in den Verkauf kommt.» Und das Bier kommt in der Stadt bestens an. Wir probieren es und verstehen weshalb. Prost!

Kulinariktipp Das Bier Heimathafen gibts im Thüringer Spezialitäten Markt auf der Krämerbrücke 19 in Erfurt. thueringer-spezialitaeten.de. Mehr Informationen zum edlen Gebräu: heimathafen-bier.de

5 | Ländliche Geselligkeit: das Weingut Zahn

Wir gingen Erfurt noch kurz fremd, denn wir hörten von einer Region, die sich die Toskana des Ostens nennt. Knapp eine Stunde östlich der Stadt trafen wir tatsächlich auf eine liebliche Landschaft von langgezogenen Hügelkämmen, bilderbuchgleichen Alleen und Rebbergen. Der Begriff Toskana des Ostens hat durchaus seine Berechtigung. Im Dorf Auerstedt stiegen wir in einem Schloss ab, besuchten den Kurort Bad Sulza, erlagen in der Toskana Therme den Unterwasserklängen und speisten im Weingut Zahn. Wo wir nun beim Thema sind. Dieses Weingut hat es in sich. Nicht nur deren Wein, auf 12.5 Hektar werden Tropfen von bester Qualität hergestellt, sondern auch das Konzept hier ist spannend. Während André Zahn die Rebberge bearbeitet und die Weine keltert, sorgen seine Schwester Elvira und ihr Mann Torsten General für kulinarische Erlebnisse. Sie drückten dem Weingut ihren Stempel auf: Es ist ein wahres Erlebnisweingut. Im Restaurant auf dem Weingut gibts feine Kost, zudem liegt das Lokal idyllisch an einem kleinen Fluss. Im Sommer lockt die Terrasse. Gleichzeitig bietet das Paar Weinerlebnisse an, beispielsweise solche bei denen man direkt im Rebberg an Tischen mit weissen Tischtüchern tafelt. Oder sie bereiten Spaziergängern Picknick-Körbe, damit diese eine lauschige Zeit zwischen den Reben verbringen können. Ein ausgeschilderter Weinberg-Rundgang liegt vor der Haustüre. Nur eines fehlt noch: Eine Unterkunft, damit man hier gleich ein Wochenende verbringen kann. «Das ist aber in der Planung», verraten mir die Beiden. Ein guter Grund um zurückzukommen.

Kulinariktipp Ein Ausflug zum Weingut Zahn lohnt sich – hier wird Weinkultur gelebt. erlebnisweingut.de

Die Pressereise fand mit Unterstützung der Thüringer Tourismus GmbH und der Deutschen Zentrale für Tourismus statt.

Weiterführende Infos zu Thüringen: thueringen-entdecken.de
Weiterführende Infos zu Wellness & Kulinarik in Deutschland: germany.travel/genussmomente