Ein Wochenende in Baden-Baden

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es für die Adligen, die Reichen und Schönen Europas zwei Hauptstädte. Im Winter war dies Paris, im Sommer Baden-Baden. Tatsächlich umweht Baden-Baden, das sich geografisch ans Elsass schmiegt, noch heute franzöisches Flair, grosszügige Gartenanlagen, Boulevards mit luxuriösen Einkaufsläden, aber auch: badische Gemütlichkeit. Wir haben uns in der Stadt umgesehen und zeigen euch, welche vier Asse die Stadt mit Leichtigkeit aus dem Ärmel zaubert.

Ass Nummer Eins in Baden-Baden: das Casino

Wenn wir hier schon sprachlich mit Assen um uns werfen, beginnen wir doch gleich mit einer der Hauptattraktionen von Baden-Baden: dem Casino. Baden-Baden ist eine Zockerstadt. Aber eine mit Stil – wer an ein zweites Las Vegas denkt, liegt falsch. Während es 1748 in Nevada noch nichts als Wüste gab, nahm man in Baden-Baden bereits den Spielbetrieb auf. Noch heute erinnern die Räume im Kurhaus, wo sich das Casino befindet, an die glanzvollen Zeiten: Statuen aus Paris, Säle im Stile Ludwig XII, dekorative Säulen, mit rotem Seidendamast bespannte Wände und glänzendleuchtende Bronzelüster. Einer der bekannteren Gäste des Etablissements war der russische Schriftsteller Dostojewski, ein dem Glücksspiel Verfallener. Sein Verlust, er spielte sich um Kopf und Kragen und verlor in den deutschen Spielstätten in Wiesbaden, Bad Homburg und Baden-Baden sein Hab und Gut, ist bis heute ein Gewinn für die Literatur: sein Buch «Der Spieler».
Hier im Casino befindet sich auch der Club Bernstein. Der angesagte Club, von der Architektin Oana Rosen entworfen, versprüht seine luxuriöse Athmosphäre jeweils freitags und samstags. Wir wünschen «bonne chance»!

Unterhaltungstipp: Das Casino, casino-baden-baden.de

Ass Nummer Zwei in Baden-Baden: Wellness

Baden-Baden, der Name sagts, ist eine Bäderstadt. Die Geschichte der Badekultur reicht hier bis auf die Römer zurück: Der Ort diente damals den Soldaten zur Erholung. Sie entdeckten, dass sich unter dem Florentiner Berg zwölf heisse, mineralreiche Quellen befinden. Eine Anmerkung am Rande: Auf dem Florentiner Berg, auf dem das «Neue Schloss» steht, wachsen im Garten Zitrusfrüchte, stehen Zypressen- und Feigenbäume. Die heissen Quellen sind eine natürliche Bodenheizung für die sonst in südlicheren Gefilden wachsenden Pflanzen.
Zurück zu den Soldatenbädern. Diese sind noch heute zu besichtigen. Sie befinden sich unter dem Friedrichsbad, das hier vor 140 Jahren entstand und Mark Twain folgenden Satz entlockte: «Hier im Friedrichsbad vergessen Sie nach 10 Minuten die Zeit und nach 20 Minuten die Welt». Tatsächlich begibt man sich im Bad auf eine Zeitreise, entspannt sich unter römischen Statuen und Kuppeln und verliert während des über drei Stunden dauernden Baderundgangs gut und gerne mal die Welt.

Wellnesstipp: Das Friedrichsbad: carasana.de/friedrichsbad

Neben dem Friedrichsbad befindet sich die Caracalla Therme. Ihren Namen verdankt sie Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus, auch Caracalla genannt. Auch hier kommen Entspannungsfreudige nicht zu kurz: Auf 4’000 Quadratmetern bietet die Therme Innen- und Aussenbäder, sowie eine Saunalandschaft. Beide Bäder, das Friedrichsbad und die Caracalla Therme, sind sehr zu empfehlen. Man sollte demnach mindestens zwei Tage in Baden-Baden verweilen.

Wellnesstipp: Die Caracalla Therme: carasana.de/caracalla-therme

Ass Nummer Drei in Baden-Baden: Kulinarik

Zum Thema Kulinarik durften wir etwas ausserhalb von Baden-Baden ein Perle entdecken: das Weingut Schloss Neuweiler von Robert Schätzle. Wie alles in Baden-Baden hat auch dieser Winzerbetrieb eine lange Geschichte, sie führt zurück bis ins Jahr 1549. Doch verstaubt ist das Gut keineswegs und das liegt nicht zuletzt an Robert Schätzle. «Früher waren die deutschen Weine teurer als die der Franzosen», erklärt er uns. Tempi passati. Doch weil Robert Schätzle, einst als Biotechnologe in der Forschung tätig, ein äusserst leidenschaftlicher Winzer und trotz seinem fröhlichen Gemüt ein Perfektionist ist, studierte er in Bordeaux die Kunst des Weinbaus. Irgend etwas schienen die Franzosen schliesslich richtig gemacht zu haben. Heute muss sich sein Wein keineswegs mehr verstecken – seine Hartnäckigkeit wurde belohnt: Spitzengastronomen setzen auf seine Tropfen. Um diese Qualität zu erreichen, pflegt er seine Rebstöcke in Handarbeit und restaurierte seinen Mauerberg: einen aus Steinen erbauten Rebberg an extremer Steillage. «Zur Bearbeitung benötigen wir eine Bergbahn, die in Thun hergestellt wurde.» Ausserdem stimme an dieser Lage schlicht alles: Nebst der Steillage sind es die allabendlichen kühlen Brisen vom Schwarzwald und der sandige Granitboden mit hohem Mineralgehalt, die zu höchster Qualität der Trauben beitragen. Er ist auch davon überzeugt, dass es für einen guten Wein nicht einfach süsse Trauben benötige, sondern: «Wertigkeit ist mit einem Anbauplatz verbunden.» Und die gute Nachricht für Schweizer? Den Wein gibts inzwischen auch bei Kohlmanns in Basel. Wir degustieren uns (rein beruflich versteht sich) durch seine Weine und sind begeistert von deren Komplexität. Es sind Weine, die den Intellekt ansprechen. Schätzle sagt dann auch: «Was für einen Künstler der Applaus ist, ist für mich, wenn jemand versteht, was in meinen Flaschen abgeht.»

Kulinariktipp: Robert Schätzles edle Tropfen gibts wie erwähnt bei Kohlmanns in Basel, ansonsten gleich direkt bei Schätzle im Schloss Neuweier vorbeigehen oder online bestellen. schloss-neuweier.de

Restauranttipps für Baden-Baden

Nebst gutem Wein ist Schmackhaftes für hungrige und anspruchsvolle Mägen in Baden-Baden ein grosses Thema. Hier unsere Restaurant-Tipps:

1 | The Grill
Das Restaurant befindet sich im Casino, tischt japanische Küche und saftige Fleischstücke (Ribeye Steak!) auf. the-grill-baden-baden.de

2 | Restaurant Rizzi

Ein traumhaftes Gebäude und leckere mediterrane Küche – eine angesagte Lokalität mit Blick auf die Lichtentaler Allee. Im Sommer eine herrliche Terrasse. rizzi-baden-baden.de

3 | Weinstube Baldreit

Richtig badische Küche – im Sommer werden die Speisen im wahnsinnig romantischen Innenhof serviert. Adresse: Küferstrasse 3, 76530 Baden-Baden

4 | Café König

Wenns was Süsses sein soll, beispielsweise Kaffee und Kuchen, dann ist das Café König unschlagbar. chocolatier.de

5 | Trinkhalle

Hier wurde einst gebechert. Und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Die Adligen tranken in diesem wunderbaren Gebäude Thermalwasser. Es waren Trinkkuren, auf die man damals schwor. Heute befindet sich hier ein nettes Café mit Blick auf den Kurgarten. Adresse: Kaiserallee 3, 76530 Baden-Baden (neben dem Kurhaus)

6 | Kaffeesack

Hier gibts zweifellos den besten Kaffee von Baden-Baden. Die Bohnen werden in einer eigenen Rösterei hergestellt, das Ambiente des Cafés ist gemütlich. kaffeesack.de

Ass Nummer Vier in Baden-Baden: das Stadtleben

Baden-Baden bietet Spass, Erholung und Kulinarik, nicht zuletzt aber ist die Stadt selber ein kleines Juwel. Ein kleines Paris. Shoppinglustige finden hier ein grosses Angebot an Shops. Aber auch wer nur etwas bummeln möchte, kann sich verweilen und sich kaum sattsehen an all der grossartigen Architektur vergangener Zeiten. Gleichzeitig ist die Stadt von ihrer Grösse her überschaubar, problemlos zu Fuss zu erkunden.

Die Pressereise fand mit Unterstützung der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH und der Deutschen Zentrale für Tourismus statt.

Weiterführende Infos zu Baden-Baden: baden-baden.de
Weiterführende Infos zu Wellness & Kulinarik in Deutschland: germany.travel/genussmomente