Hotel Louis – München

Posted by on Mrz 2, 2016 in Hotel | No Comments

Wenn der Weltreisende Louis auf dem fiegenden Teppich kommt.

Text Linda Leitner Bild Kull & Weinzierl
«Sleep a little longer … Smile a little longer» fordert das Hotel Louis – Und das passiert durchaus, wenn man in den Queen-Size-Betten unter ägyptischer Bettwäsche aufwacht. Da steht man nur dann auf, weil man weiss, was einen erwartet, wenn man über den 80 Jahre alten türkischen Teppich tapst und die Vorhänge aufzieht: Je nach Zimmer ein Blick auf das rege und bunte Treiben des Viktualienmarkts, die Alpenkette oder Münchens Wahrzeichen wie Frauenkirche und Alten Peter. Die Schönheit Münchens lässt einem warm ums Herz werden – auch weil man weiss, dass man nicht weit flanieren muss, wenn man zur Residenz, in die Oper, in die Fussgängerzone oder den Englischen Garten will. Oder schlicht zum hauseigenem Frühstück, das man einmal angefressen gar nicht mehr verlassen will. Oder zur Dachterrasse, die im Sommer zum Hidden Gem Münchens wird und auch von Locals gerne erklommen wird.


München
louis-logoLouis Hotel

louis-hotel.com

Viktualienmarkt 6
80331 München, Deutschland
Tel: +49 89 411 190 8-0
E-Mail: contact@louis-hotel.com

Louis auf Reisen

Das Hotel wurde 2009 eröffnet. Als Muse des Hauses (und offensichtlich für den Namen) zeichnet sich ein imaginärer, sehr wählerischer Reisender namens Louis verantwortlich. Das Interieur scheint so stets zu fragen: Was würde Louis gefallen?
Louis checkt in diesem Hotel ein, weil er einen urbanen Ort der Ruhe sucht. In der Lobby liegen dahingewürfelte Sitzgruppen vor Regalen mit Coffeetable Books und Magazinen. Bar und Restaurant Emiko schliessen direkt, nur durch ein bisschen Origami getrennt, an. Das Restaurant verbindet traditionell japanische Esskultur mit moderner, internationaler Küche, die Bar experimentiert mit asiatischen Aromen. Ingredienzien wie Litschi, Zitronengras, Ingwer und Thaibasilikum werden hier zu Cocktail-Feuerwerken. Das gefällt Louis natürlich sehr, aber er will eigentlich in erster Linie seine Ruhe. Kein Problem: Vom Viktualienmarkt aus kann man direkt mit dem Lift in die eigene Etage schweben, das vermittelt Privatsphäre.

Gemächer im Gepäck

Über 72 Zimmer verfügt das Haus. Dabei sehen sie alle in etwa gleich aus und unterscheiden sich lediglich in Grösse und Aussicht. Gleiches Recht für alle also. Gut, der Louis Room auf 70m² ist schon etwas Besonderes mit seinem Ankleideraum und dem Badezimmer in Ballraumgrösse. Ansonsten läuft man im Louis stets auf geöltem Eichenholz oder bunten Kelims, die den besonderen Charme der Zimmer ausmachen. Der gute Louis legt Wert auf Details. Fernseher und Minibar sind in grossen Koffern versteckt, die Ecken an der Decke sind abgerundet, asymmetrische Streben laufen an der Wand entlang als befände man sich in einem überdimensionalen Gepäckstück. Einem Louis Vuitton-Koffer vielleicht, wie ihn der Mann von Welt eben mit sich trägt, wenn er verreist. Die Badezimmer dagegen sind ganz französisch, hier ist man nicht mehr im Koffer, sondern in der Pariser Metro. Die hat nämlich die gleichen Kacheln. In den meisten Zimmern kann man von hier aus in den Schlafbereich schauen, wenn man will. Da auch die Betten Queen-Size sind, gilt: Entweder man kommt wie Louis allein oder man muss sich mögen. Aber an einem Ort aus einheimischen Hölzern, italienischen Stoffen und regionalem Naturstein kann man sich nur mögen.

Linda Leitner PortraitLinda Leitner (30)
Redakteurin SI Style Weekly

Die deutsche Modejournalistin mag so ziemlich alles, was man in irgendeiner Form konsumieren kann: Sei es gutes Essen, schöne Kleider, Wein, der albern macht oder strahlenden Sonnenschein am See – Und davon besser zu viel als zu wenig. Sie hat in München studiert, zeitweise in Berlin gelebt und erfreut sich nun seit drei Jahren am idyllischen Zürich.

Miso Soup, Apple Crumble und Kimchi an Weisswurst, Lachs …

Starkes Stück, das Frühstück

Entsteigt man morgens verschlafen seiner Naturkautschukmatratze, sollte man unbedingt Hunger haben. Schreitet man dann über die hölzernen Dielen und atmet den Bergamottduft ein, erwartet einen ein Frühstück, das sich gewaschen hat. Denn es gibt fast alles. Auch Veganes und vorwiegend Sachen von «vor der Tür». Vom Viktualienmarkt natürlich, also alles ganz frisch! Hier reihen sich vegane Randencreme, Süsskartoffelpotatoes auf Tzatziki, Miso Soup, Apple Crumble und Kimchi an Weisswurst, Lachs und Ziegenkäse. Zu trinken gibt es Green Smoothie, Mango Lassi und allerei frisch Gepresstes. Der Bruncher ist im siebten Himmel. Man möchte alles probieren, vermutlich schafft man es nicht. Macht man sich die Mühe, dauert das etwas, lohnt sich aber ganz bestimmt. Schliesslich wird am Wochenende erst um 15 Uhr abgeräumt. Die wissen schon, warum.

Fazit: Bleibt alles in der Familie

Ganz toll. Der Louis war den Architekten ein super Vorbild. Das Personal ist jung, gut aussehend und schrecklich freundlich. Ganz so, wie es auch die Zimmer sind.

Ein Tipp am Rande: Das Hotel Louis hat ein Schwesternhotel namens Cortiina gleich um die Ecke (Das Doppel-i ist dem Feng Shui-Buchstaben-Prinzip geschuldet. Keine acht Buchstaben – kein perfektes Wohlbefinden. Sagt alles, oder?). Weil das Auge und irgendwie jeder gerne mitisst, gibt es neben den normalen Zimmern und Suiten einen separaten Teil des Hauses, der Studios und Zimmer mit Kitchenettes fasst. Heisst: Man kann an der freistehenden Küchenzeile selber kochen, eine Spülmaschine gibt es auch. Die kaufen sogar für einen ein, wenn man weiss, was man will. Kühlschrankservice nennt sich das.

Das Auge bekommt wiederum die tollen türkischen Teppiche, frische Blumen, hippe Butterfly Chairs, dunkle Mooreiche und einheimisches Zirbenholz geboten.
Im Cortiina sind die Hotel-Boys übrigens noch beunruhigend schöner. Und natürlich nett. Die knien sich in der Hotelbar mit dem offenem Kamin schon mal zu einem nieder, um nach der Lieblingszutat im Cocktail zu fragen. Und dann bringen sie einen, der garantiert (nach Lavandel, Ingwer und was auch immer) schmeckt. Eventuell leicht geblendet vom furchtbar engagierten Smalltalk.

Im Cortiina sind die Hotel-Boys übrigens noch beunruhigend schöner