Tapetenwechsel ist angesagt

Manchmal hat man Lust auf einen Tapetenwechsel – aber dann denkt man an all die Vorbereitungen, das Packen, die lange Fahrt und wirft am Ende die Weekend-Idee über Bord und bleibt zu Hause. Schade, denn in den eigenen vier Wänden ist es manchmal schwieriger komplett abzuschalten (der Wäscheberg, die Buchhaltung, Sie wissen schon …).
Die gute Nachricht: Es gibt ganz viele «very-very-short-trip»-Destinationen. Eine davon habe ich kürzlich kennen gelernt: Radolfzell am Bodensee. Die kleine Stadt liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich von Konstanz am Ufer des Untersees, einem Teilsee des Bodensees.Von Zürich ist man in knapp 75 Minuten Autofahrt dort und mit dem Zug braucht man auch nicht viel länger, denn laut Fahrplan dauert die Reise knapp eineinhalb Stunden.

Shoppen ohne Stress und erst noch günstig

Als erstes checken wir die schmucke Altstadt. Auf dem Markplatz findet gerade der Wochenmarkt statt: Hier gibts vor allem feine Produkte aus der Region, Honig (den wir probieren dürfen und der wirklich sehr, sehr gut ist!), Kräuter, Gemüse, Früchte und natürlich Fisch aus dem Bodensee. Nebst der schönen Lage direkt am See, inklusive Panorama-Aussicht hat Radolfzell noch etwas ganz anderes zu bieten: Das Seemaxx Outlet-Center. In den ehemaligen Produktionshallen der Schiesser AG (das berühmte Feinripp-Imperium) stehen heute über 40 Markengeschäfte – mit Preisen, die jedes Shopperherz höher schlagen lassen. Vor allem, wenn man aus der Schweiz aus anreist, wo die regulären Preise sowieso höher als in Deutschland sind.

Sportbegeisterte kommen hier übrigens auf ihre Kosten, denn nebst Marken wie Gant, Tommy Hilfiger oder Marc O’Polo sind im Seemaxx auch Brands wie Peak Performance, Nike, Gaastra oder Jack Wolfskin zuhause: Gerade wer sich für die Skisaison eindecken muss, kann bei Peak Performance richtige Schnäppchen ergattern und eine Menge Geld sparen. Ich entdecke aber auch Neues, wie etwa Gaastra, ein Label, das 1897 als Segelmacherei gegründet wurde und mittlerweile auch Mode für Segelfans und Menschen, die gern am Wasser sind produziert. Perfekt, denn seit letzten Sommer bin ich zwar stolze Segelschein-Besitzerin, aber ansonsten null ausgerüstet. Zum Schluss gönnen wir uns noch einen Abstecher bei Schiesser und decken uns mit kuschliger Unterwäsche ein. Übrigens: Wen beim Shoppen der Hunger packt, sollte sich im Holly’s World Food eine kurze Pause gönnen – denn mit leerem Magen wird man schnell ungeduldig und bei so vielen Geschäften braucht man schon ein bisschen Ausdauer.

Nach dem Shoppen: Saunieren am See

Nach dem Einkauf sind wir reif für Erholung – höchste Zeit für das Bora HotSpaResort direkt am See. Bekannt ist das 4-Sterne-Hotel vor allem für seine grosszügige Saunalandschaft. Wir sind am Anfang ein bisschen irritiert, als uns mitgeteilt wird, dass hier überall «Nacktzwang» herrscht – vor allem weil die Sauna am Samstag rege besucht wird (sie ist auch für Nicht-Hotelgäste offen) und gönnen uns zuerst mal einen Aperitif auf der Terrasse der Sky-Lounge im obersten Stock des Bora. Ins weiche Sofa gekuschelt, mit Blick auf den See – herrlich.

Der Sauna-Oase geben wir am Sonntagmorgen nochmals eine Chance und werden diesmal nicht enttäuscht. Es hat nicht mal halb so viele Leute und das Saunaangebot ist wirklich gross. Mein persönlicher Favorit: Die Salzgrotte – und anschliessend entspannen in den schwebenden Liegestühlen im Ruheraum der Japansauna.

Unser Fazit

Wer am Samstag früh aufsteht und Lust auf einen Spontantrip hat, ist mit Radolfzell bestens bedient.