Plastik. Er ist in unserem Alltag dauerpräsent, in der Regel ohne dass wir dies überhaupt bewusst bemerken. Oft erleichtert er uns unser Leben, ob als Behälter, Gebrauchsgegenstand oder Inhaltsstoff. Doch Plastik ist (früher oder später) auch vor allem eins: Abfall. Millionen von Tonnen. Weltweit. Täglich. Ein trauriges Sinnbild unserer Wegwerfgesellschaft. Aber es gibt auch eine Gegenbewegung, die glücklicherweise immer mehr Anhänger gewinnt: Zero Waste.

Diesem Ansatz folgt auch der so genannte «Plastic Free July». Diese 2011 in Australien ins Leben gerufene Awareness-Kampagne, hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschen während einem Monat des Jahres vom Verwenden von Einweg-Plastikartikeln abzuhalten und mit dem Zero Waste-Ansatz zu experimentieren.  Mehr als eine Millionen Menschen weltweit haben sich zum Mitmachen beim  «Juli ohne Plastik» entschlossen.

Auch an Globesession geht die Zero Waste Bewegung nicht vorbei. Unsere Fotografin, Olivia Gadient hat zusammen mit ihrem Business Partner, Adrian Iselin, dem Plastik den Kampf angesagt und «Strawganic» gegründet. Was sich dahinter verbirgt und was sie dazu inspirierte, erzählt sie unserer Autorin im Interview.

Olivia, du bist eine der Gründer der Firma «Strawganic». Wofür steht es und was bietet ihr an?

Unser Name ist eine Kombination aus dem Wort «straw», für Strohhalm und «organic», also ökologisch. Dies beschreibt eigentlich schon genau, was wir anbieten: Strohhalme, die der Umwelt nicht schaden. So klein diese auch sind, die Masse macht’s!

Allein in den USA werden täglich rund 500 Millionen Trinkhalme produziert, benutzt und – nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Bei einem Durchschnittsgewicht von etwa 0.3 Gramm pro Strohhalm ergibt dies 150 Tonnen Plastik pro Tag! In den meisten anderen Ländern sieht diese Bilanz leider nicht besser aus. Mit «Strawganic» möchten wir weg vom Strohhalm als Einwegprodukt! Unsere Strohhalme sind aus Glas und Metall und somit beliebig wiederverwendbar.

Wie kamst du auf die Idee?

Die Idee kam mir beim Surfen auf Bali. Da denkt man an türkisfarbenes Wasser und herrliche Strände, aber dann der Schock: Ich musste mich beim Paddeln gegen Unmengen von Plastikabfällen kämpfen! Alle Arten von Müll, besonders grosse Mengen an Strohhalmen schwammen im Meer. Ich konnte es echt kaum glauben und dachte immer wieder über diesen Missstand nach. Einige Tage darauf war ich beim Abendessen. Dabei wurde mir ein Drink mit einem ganz besonderen Accessoire serviert: einem Strohhalm aus Glas. Da schoss es mir durch den Kopf: Wäre jeder Strohhalm aus Glas – und somit wiederverwendbar – wäre die Welt um Tonnen an Plastikmüll ärmer!

Die Idee, aus Strohhalmen ein Mehrwegprodukt zu machen, erzählte ich zu Hause meinem ehemaligen Arbeitskollegen Adrian. Er war begeistert und hatte die Idee, gemeinsam eine GbmH zu gründen. Es passt ideal: Er ist der Business- und Projektteil von «Strawganic», ich bin eher fürs Kreative & Social Media zuständig.

Das klingt toll. Erzähle uns Genaueres über die Produkte und ihre Vorteile.

Wie bereits erwähnt sind sie, egal ob aus Glas oder Metall, beliebig oft wiederverwendbar; generieren somit also keinen Abfall. Die Reinigung ist absolut unkompliziert, ob von Hand oder in der Spülmaschine. Last but not least, sind sie unglaublich dekorativ und bieten ein angenehmes Trinkgefühl in Kalt- und Heissgetränken.

Strawganic GmbH

www.strawganic.com

Instagramstrawganic

Facebook: strawganic 

 

«Strawganic» ist erst kürzlich gestartet. Wie läuft es bisher?

Wir sind sehr zufrieden. In meinem Heimatdorf Vals dürfen wir bereits zwei erste Gastronomiebetriebe zu unseren Kunden zählen: das Hotel Alpina und das  Schnider Bed & Breakfast und Café  setzen ab sofort auf unsere Mehrweg-Röhrli. Wir sind derzeit noch mit diversen anderen Gastrobetrieben und Einzelhändlern in Kontakt.

Weiter setzen wir zurzeit stark auf Social Media Plattformen, wie Instagram oder Facebook. Unser Ziel ist es, so unseren Bekanntheitsgrad zu steigern und auf unsere Mission aufmerksam zu machen. 

Was ist deine Vision für die Zukunft von «Strawganic»?

Wir wollen einen Beitrag leisten zur Reduktion von Plastikabfall und uns klar gegen die Wegwerfgesellschaft positionieren. Es braucht ein Umdenken! Bei den Anbietern – also Gastronomie und Händler – und bei den Konsumenten.  Mit unseren Produkten wollen wir eine echte Alternative bieten und unser Angebot auch in Zukunft mit nachhaltigen lifestyle Produkten erweitern. Im Herbst werden wir bereits  weitere neue Produkte lancieren, mehr will ich aber noch nicht verraten.

Mehr Infos und natürlich den Onlineshop findet ihr unter www.strawganic.com

Warum «Strawganic»? – Das sagen die Kunden

Marco Kühne ist Inhaber des Hotel Alpina sowie des Schnider Bed &

Breakfast und Café in Vals und ist «Strawganic»’s erster Gastro-Kunde.

Die Entscheidung für die wiederverwendbaren Röhrli begründet Marco Kühne so: « Wir legen viel Wert auf Nachhaltigkeit. Die Verwendung von regionalen Produkten, vor allem im Food & Beverage-Bereich, wird bei uns grossgeschrieben. Der Einsatz der Mehrweg-Röhrli von «Strawganic» ermöglicht es uns, in diesem Bereich einen Schritt weiter zu gehen und die unnötige Produktion von Müll zu reduzieren.»

Konsumentin Jasmin ist Kundin der ersten Stunde. Sie sagt: « Als ich von «Strawganic» erfuhr, war ich total von der Idee und dem Produkt begeistert. Vor allem im Sommer sieht man überall Unmengen von Strohhalmen in Getränken, die nach einem Einsatz sofort im Müll landen. Viele kennen wohl einfach (noch) keine Alternative. Ich bin mir aber sicher, dass viele von «Strawganic» begeistert sein und zum Mehrweg-Prinzip wechseln werden.»