Nachdem wir in unserem letzten Artikel in die spirituellere Szene Berlins vorgedrungen sind, werfen wir nun einen Blick in eine andere kleine Welt: die Familien. Es gibt Kieze, da scheint es, als schieben alle Kinderwägen vor sich her. Hübsche kleine Familien, süsse Kinder und coole Eltern dazu. Sehr bekannt dafür ist der Prenzlauer Berg und genau dort treffen wir Milla, Luke und Cassius.

Berlin ist: Familie und Freihiet

«Eine richtige Vorzeige-Familie sind sie», denken wir, als sie im Mauerpark auf uns zukommen. Milla könnte durchaus ein nordisches Model sein. Guten Geschmack und Stil hat sie wohl im Paket «Aussehen» gleich mitgeliefert bekommen. Aber auch die zwei Männer der Familie können sich sehen lassen. Luke und Cassius, beide mit Männerdutt, zwei coole Typen.

Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen, passend zum strahlenden Sonnenschein im Mauerpark. Milla und Luke kommen gerne mit Cassius her. Wir können es uns gut vorstellen – der Mauerpark bietet viel Platz zum Toben und Spielen für die Kleinen. Aber auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz: jeden Sonntag findet hier ein grossartiger Flohmarkt statt. Es spielen Musiker und man kann wunderbar die Seele baumeln lassen.

Kennengelernt haben sich die beiden in London und gemeinsam sind sie dann nach Berlin gezogen. «Das Leben ist hier schöner als in London, der bessere Vibe und die besseren Connections», sagen beide. Vor allem für Luke, hauptberuflich DJ und Musikproduzent, hat Berlin klar viele Vorzüge. Er habe in London zwar einen guten Namen und gute Gigs gehabt, aber der Lebensstil sei kaum vergleichbar. Die Berliner seien alle viel entspannter. Man nehme sich Zeit für Freunde und sei nicht so geschäftsorientiert wie in London. Das steckt wohl irgendwie an. In Berlin arbeitet man nicht nur, man lebt auch.

Milla arbeitet nebenbei –wie solls auch anders sein- bei Urban Outfitters. Ab nächstem Jahr möchte sie Ernährungswissenschaften studieren. Ein Thema, welches sie sehr interessiert. Sie ist Veganerin. Keine ganz strikte, aber sie versucht ihre Familie so gut wie möglich vegan zu ernähren. «Es ist mir wichtig, dass Cassius mit einer gesunden Einstellung zu seiner Ernährung aufwächst. Er soll sich im Klaren sein, was er isst.» Wenn Cassius später kein Veganer wird, dann ist das auch okay für Milla. Ihr liegt es einfach am Herzen, ihm dieses Bewusstsein mit auf den Weg zu geben.

Milla, Luke & Cassius

DJ Luke Black

Soundcloud: https://soundcloud.com/lukeblackofficial

 

Als es, wie so oft in Berlin, zu regnen beginnt, machen wir uns auf den Weg zum «The Bowl». Dieses Restaurant widerspiegelt genau den Lebensstil von Milla und Luke. Clean Eating ist hier die Devise – und das Essen ist nicht nur clean sondern auch echt lecker.

Bei Tee und Kuchen lassen wir es uns gutgehen und der ruhige Sonntagnachmittag nimmt seinen Lauf. Irgendwie zu ruhig für Cassius, der nun genau weiss, was er will. Der vegane Blueberry Cheesecake, den er eben noch toll fand, ist es jedenfalls nicht. Dieses Gerede der Erwachsenen findet er sowieso langweilig. So nimmt er seinen Papa mit auf einen Spaziergang durchs Restaurant und wir können in Ruhe mit Milla sprechen.

Sie ist sehr jung Mutter geworden, meistert diese Aufgabe aber mit viel Liebe und Bravour. Werte, wie zum Beispiel die Liebe zur Natur und den einfachen Dingen, sind den beiden in der Erziehung sehr wichtig. Trotzdem sind sie entspannt im Umgang mit dem Kleinen. Den Zugang zur Natur soll Cassius auch im städtischen Leben finden. Er geht in den Waldkindergarten wo er bilingual und natürlich auch vegetarisch erzogen wird. Wenn Milla mit ihrem Sohn gemeinsam unterwegs ist, verbringt sie gerne Zeit mit ihm im Botanischen Garten oder die ganze Familie fährt an den Liepnitzsee zum Baden.

An Berlin schätzen sie ausserdem, dass es hier einiges günstiger ist als in vielen anderen Städten dieser Welt. Die Offenheit der Menschen in Berlin und die Freiheit, zu sein, wer immer man möchte, nennen die beiden als weitere Gründe für ihre Liebe zu dieser Stadt. Dies alles lässt sie trotz des Elternseins weiterhin ihre Träume verwirklichen.

Zu dieser Freiheit gehört wohl auch, ab und zu mal einen schönen Abend mit Freunden oder auf einer Party zu verbringen. Milla mag am liebsten den Club der Visionäre. Bei schönem Wetter ist dies eine richtige kleine Oase am Fluss. Luke empfiehlt uns «Hoppetosse» und «Anita Berber» als zwei seiner liebsten Clubs.

In Berlin ist alles möglich – Party und Familienleben? Kein Problem. Milla und Luke sind mit dem kleinen Cassius das beste Beispiel dafür, dass auch in einer jungen Familie jeder frei ist, sich selbst zu sein und doch alle eine schöne, liebevolle Einheit bilden können.