Was tun in Sydney? Das sind meine Tipps.

Text & Bild Silvia Ferlito
Sydney ist unbestritten eine der schönsten Hafenstädte der Welt umgeben von Nationalparks mit einheimischen Bushland, traumhaften einsamen Buchten und kilometerlangen weissen Sandtränden. Ob Natur, Kultur, erstklassige Restaurants oder relaxte Beachatmosphäre und legendären Fish und Chips für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Mit Unterbrechung war Sydney für insgesamt zwei Jahre mein Zuhause. Ich bin bei meiner Selektion für die 48 Stunden also nicht ganz unvoreingenommen, besonders, weil ich eine weniger touristische Seite zeigen möchte. Da sich in den letzten Jahren jedoch einiges geändert hat habe ich auch Freunde gefragt mir ihr besonderes Sydney zu zeigen…

Als Ausgangspunkt empfehle ich Manly, der südlichste Strand der Northern Beaches ist zwar ein Touristenmagnet unweit von hier herrscht jedoch relaxte Aussie Beach Atmosphäre. Als Unterkunft bieten sich eines der kleinen gemütlichen BnBs in Manly z.B. Manly Harbour Loft, Cecil Street Bnb, Ivanhoe House Bnb. Von Manly aus ist die Stadt mit der Fähre einfach zu erreichen.


Sydney

Day One 9:00 Uhr

Start in den Tag

Den ersten Tag starte ich gediegen mit Freunden im Cafe Burnt Orange untergebracht in einem wundeschönen alten Herrschaftshaus gelegen in mitten des Sydney Harbour National Parks. Von der grossen Veranda bieten sich atemberaubende Ausblicke zum Hafen von Sydney über die Bucht von Mosman bis nach Manly.

Ein Highlight zum Fruehstück sind die Buttermilch Pancakes oder die vielen Variationen von Bruschettas. Für Burnt Orange wichtig sind frische, saisonale Produkte, daher ändert sich die Speisekarte regelmässig.

Im selben Gebäude findet sich ebenfalls eine sehr schöne Boutique mit einer erstaunlichen Auswahl an vielseitigen Produkten: Kleidung, Büchern, Schmuck, Kindermode und Spielzeug, Lebensmittel, Haushaltswaren und Geschenkartikeln.

Cafe Burnt Orange 1109 Middle Head Rd, Mosman NSW 2088, Australia burntorange.com.au

10:00 Uhr

Ein Spaziergang durch den Nationalpark

Nach dem Frühstück erkunden wir den Nationalpark und laufen entlang der Bucht. Kookaburras (zu deutsch Lachender Hans) singen so laut, dass man das eigene Wort kaum versteht. Verstummen die Kookaburras ertönen die Zikaden in einem Kanon. Wir entdecken einen Weg zu einer kleinen Bucht, welche zum Baden und Träumen einlädt, wir entscheiden uns jedoch weiterzulaufen. Wir laufen über Georges Head, einer alten Militär Festung bis nach Chowder Bay. Bevor wir uns auf den Weg zur Fähre von Taronga Zoo zum Circular Quay machen, lassen wir uns im Strandcafé ohne Kleiderordnung von der sympathischen und relaxten Atmosphäre mitziehen und gönnen uns eine kleine Erfrischung.

Um 11.12 legt die Fähre in die Stadt ab. Die Sydney Ferries sind für viele Berufstätige Tag ein Tag aus schlichtweg ein Transportmittel. Früh morgens sieht man sie in Business Kleidung, einem Takeaway Coffee und Bagel in der Hand. Für Besucher jedoch ist die Fährfahrt in den Hafen von Sydney ein absolutes Highlight. Ich erfreue mich immer wieder, wenn die Harbour Bridge ganz langsam hervorblitzt und dann das Opern Haus zum Vorschein kommt – wirklich einmalig.

11:30 Uhr

Das Opernhaus von Sydney

Pünktlich um 11:30 kommen wir am Circular Quay an und können vor lauter Menschenandrang nur in eine Richtung laufen und zwar Richtung Opernhaus. Wir bestaunen die grosse weisse Muschel von allen Seiten und entscheiden uns im Royal Botanic Garden ein wenig Schatten zu suchen und eine andere Sicht auf das Opern Haus und die Sydney Harbour Bridge zu haben. Just in diesem Jahr wurde der Botanische Garten 200 Jahre alt.

13:00 Uhr

Newton für Foodlovers

Für 13 Uhr habe ich mich mit Anthony, einem Freund in Newtown verabredet. In Newtown ist die Welt Zuhause – von Australischer über Libanesischer Küche bis zu Vietnamesischen Spezialitäten ist alles geboten. Newtown ist unkonventionell, alternativ, eklektisch. Vintage und Kunstläden reihen sich aneinander, Street Art findet man in jeder kleinen Gasse.

Shoppen The Itchy Kitty, 516 King Street, Newtown, NSW 2042, Australia, theitchykittyvintage.com

14:30 Uhr

Eiscreme aus Stickstoff

Bei unserem Rundgang macht sich die Sommersonne bemerkbar und zur Abkühlung gibt es nur eine Lösung: Eiscreme. In Newtown gibt es eine Gelateria der besonderen Art, die Eis mittels Stickstoff herstellt. Nicht nur der Herstellungsprozess ist spektakulär sondern auch die ausgefallenen Geschmacksrichtungen, die ständig wechseln und sich nie mehr wiederholen. Schade mein Double O Cheesecake Eis war Einzigartig!

Eiscreme N2, 184 King Street Newtown NSW 2042, n2extremegelato.com.au

16:00 Uhr

Unterwegs im In-Quartier Surry Hills

Es ist 16 Uhr und wir nehmen die Railway Richtung Central Station und laufen von dort nach Darlinghurst und Surry Hills um den Nachmittag entspannt ausklingen zu lassen. Surry Hills ist eines der coolsten Viertel überhaupt. Männer mit grossen und langen Bärten, coolen Mützen und Frauen in sehr kurzen Shorts dafür aber übergrossen Brillen schlendern durch die Strassen. Bars, Cafes und Boutiquen reihen sich in chic an chic und irgendwo mittendrin findet man sie, die kleinen, altmodischen italienischen Cafés.

Bar Coluzzi 322 Victoria St, Darlinghurst NSW 2010, Australia

18:30 Uhr

Dinner im Relais & Chateaux Restaurant Tetsuya’s

Ein Gourmet Abschluss des ersten Tages ist ein Besuch im Restaurant Tetsuya’s – Einen Tisch zu buchen ist nicht einfach, es lohnt sich es jedoch auch kurzfristig zu probieren. Sharon, eine sehr gute Freundin und meine Komplizin in Sachen Essen begleitet mich zu diesem Erlebnis.
Das Restaurant Tetsuya’s wird geführt vom Weltbekannten Küchenchef Wakuda Tetsuya aus Japan. 1985 eröffnete er sein eigenes Restaurant in Rozelle, in einem kleinen Vorort in Sydney und bezog im Jahr 2000 ein historisches Gebäude in mitten der Stadt.

Mit einer Fusion von Japanischer, Australischer und Französischer Küche und frischesten Australischen Zutaten brachte Tetsuya einen neuen Stil der Gourmetküche nach Sydney. Seit Jahren ist es als eines der besten Restaurants in Australien und international ausgezeichnet. Die Spezialität des Hauses ist das Confit der Tasmanian Meerforelle, das gemeinhin als das weltweit meist fotografierte Gericht gilt und seit 20 Jahren auf der Speisekarte verbleibt.

Wir werden sehr zuvorkommend in Empfang genommen, zu unserem Tisch begleitet und mit einem Taittinger Jahrgangs Champagner begrüsst und eingeladen, anzukommen. Die Räumlichkeiten sind modern, in warmen Ambiente gehalten und angenehm beleuchtet. Die drei getrennten Speiseräume sind um den Japanischen Garten orientiert und erlauben es, sich mitten in der Stadt wie in einer anderen Welt zu fühlen.

 

Wir wählen das 10 Gang Degustations Menü mit passendem Wein – es ist ein Menü für alle Sinne oder anders gesagt ein Hauch von Traum. Der erste Gang, Pacific Oysters mit Ingwer und Reisessig wird begleitet von Tamano Hikari Sake, von der ältesten und besten Sake Brauerei in Japan, gegründet im Jahr 1673. Ein Gedicht! Jeder weitere Gang verführt uns in eine andere Welt.
Nach dem Vierten Gang begrüsst uns Chefkoch Wakuda persönlich und spricht über die Leidenschaft des guten Essens und erklärt uns, dass gute Küche keine Wissenschaft ist: «It is about enhancing the simplicity of the flavours and the passion you put into every single plate you do».
Wir bewegen uns langsam weiter zum nächsten Gang und erleben eine Explosion der Sinne beim Probieren des Spezialgerichts Confit der Tasmanischen Meeresforelle. Der Abschluss bieten Petit Fours begleitet von Café und einem spannenden Gespräch mit dem Somelier Fabio über Wein, Essen und die Einfachheit der guten Dinge.

Ein unvergessliches Erlebnis, eine Explosion der Sinne und Genuss mit jedem einzelnen Bissen.
Um 22:30 laufen wir überglücklich Richtung Circular Quay, werden unterwegs mit einer Lichtershow überrascht. Am Quay angekommen überbrücken wir die Wartezeit bis zur nächsten Fähre mit einem Abschlussdrink an der Opernbar und geniessen für diesen Tag noch einmal einen wunderschönen Blick auf die Sydney Harbour Bridge und das Opernhaus im Mondschein.

Essen Tetsuya’s Restaurant, 529 Kent St, Sydney NSW 2000, Australia, tetsuyas.com

Day Two 9:30 Uhr

Frühstück in Manly

Für den Zweiten Tag haben wir uns die entspannte australische Variante ausgesucht. In Flip Flops, Badehose, T-Shirt, gewappnet mit Sonnenbrille und Sonnencreme geht es auf zum Beach Life.

Gemütlich starten wir unser Frühstück in Manly im Blue Waters Café direct an der Strandpromenade. Im Aussenbereich des Cafés kann man die Morgensonne geniessen und Leute beobachten, wie sie ihren morgendlichen Sprung ins kühle Nass wagen oder mit den Manly Surfern mitfiebern wie sie auf ihre Welle warten. Der Innenraum des Cafés ist sehr gemütlich mit Holztischen, alten Surfbrettern eingerichtet und Old-School Strand und Surf Fotos dekoriert. Mein Aussie Friend Anthony empfiehlt mir den Tag mit einer traditionellen Egg & Bacon Roll zu starten mit dem Kommentar, ich bräuchte die Energie für die kommenden Herausforderungen – Surfen, Stand Up Paddeling & Schnorcheln.

Café Bluewater Café, 35 South Steyne, Manly NSW 2095, bluewatercafe.com.au

11:00 Uhr

Von Manly nach Shelly Beach

Das Surfen verschieben wir auf den Nachmittag, da die Konditionen nicht ideal sind, zumindest nicht für Anfänger. Zu diesem Zeitpunkt bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das Surfen zum wiederholten Male probieren soll.

Wir spazieren nach Shelly Beach, einer kleinen Bucht und geschützter Marine Reserve nur 15 Minuten zu Fuss von Manly. Shelly Beach ist sehr beliebt unter Tauchern und Schnorchlern. In kristallklarem wenig tiefen Wasser kann man eine einzigartige Unterwasserwelt bewundern. Auch zum Baden ist dieser kleine Strand beliebt, da es keine grosse Wellen gibt. Surfer findet man dennoch. Tollkühn laufen sie mit ihren Surfbrettern über die Klippen und begeben sich bei der Sandbank ins Wasser, wo die Wellen brechen. Nichts für Anfänger – denke ich!

12:00 Uhr

Stand Up Paddeln am Shelly Beach

Nach dem Schnorcheln bleibe nun auch ich nicht mehr geschont und werde auf ein Stand Up Paddle gestellt. Ich folge Anthony durch die Bucht und hoffe über eine Welle zu gleiten. Ich bin überrascht wie gut das geht. Momentan ist Stand Up Paddeling in Sydney der letzte Schrei. Es gibt sogar Yoga auf dem Stand Up Paddle. Ausleihen kann man ein Stand Up Board und Paddel in Manly am Hafen. Der starke Wind erfordert sehr viel Kraft zurück an den Strand zu gelangen. Nun weiss ich wozu das grosse Frühstück gut war! Wir lassen am Shelly Beach noch etwas die Seele baumeln und geniessen eine frische Kokosnuss im Boathouse direkt am Strand.

SUP Hire 1/40 East Esplanade, Manly NSW 2095, manlykayakcentre.com.au/sup-hire
Café Boathouse, 1 Marine Parade, Manly, NSW, 2095, theboathousesb.com.au

13:00 Uhr

Die besten Fish and Chips von Sydney

Wir flanieren zurück nach Manly. Nach soviel Körpereinsatz verspüren wir einen kleinen Hunger und wissen, dass es für Fish und Chips immer Zeit ist. Wir essen im Ocean Foods, im ältesten Fish & Chips Shop in Manly. Seinen festen Platz als kleiner Take Away hat er seit 1959 am Corso in Manly. Der Laden sieht nicht speziell oder fancy aus. Man bekommt hier aber mit Abstand die besten Fish and Chips (ich habe mich in Sydney durchprobiert). Die Kartoffeln werden noch von Hand geschnitten, der Fisch wird jeden morgen in house filetiert, frisch zubereitet und vor Ort in Bierteig getaucht und auch die Saucen sind hausgemacht.

Fish & Chips Ocean Foods, 108 The Corso, Manly NSW 2095, Australia

14:30 Uhr

Im Surf Museum von Sydney

Anthony erzählt mir, dass unweit von hier am Freshwater Beach das Surfen zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und zwar vor über 100 Jahren im Januar 1915 von Duke Kahanamoku, einem dreimaligen Schwimm Olympiasieger aus Hawaii. Er gilt allgemein als Begründer des modernen Wellenreitens. Wir laufen von Manly nach Freshwater, dem nächstgelegen Strand und haben Zugang zum kleinen Museum im Surf Club. Hier sind das originale Surf Board vom DUKE, Berichte, Fotos und weitere riesige Surfbretter ausgestellt. Das Surfbrett war ein Alaya (Surfbrett ohne Finne) aus Holz, 2.60 Meter lang und 36 kg schwer, kaum vorstellbar damit zu surfen. Wo sonst als hier sollte ich einen weiteren Versuch mit dem Surfen wagen. Nach ermüdenden Versuchen überliess ich dann doch den Profis das Meer und genoss das Zusehen!

17:00 Uhr

Cappuccino und frische Früchte am Strand

Wir laufen weiter nach Curl Curl bis nach Dee Why Beach. Viele Namen hier sind Aboriginie Ursprungs. So bedeutet Curl Curl (curial curial) Fluss des Lebens. Wem die Wellen hier übrigens zu stark sind, kann sich im grossen Rock Pool austoben. Wir entscheiden uns weiter zu gehen nach Dee Why – DY stammte wohl aus der lokalen Aboriginie Sprache, die der Landvermesser Meehan als Markierung in seiner Karte verwendete. Es ist 17:30 Uhr und uns begrüsst ein kleines Beach Shed am unteren Ende des Strandes. Wir setzen uns, geniessen den Schatten, einen sehr guten Cappuccino und Frische Früchte, blicken zurück auf einen ereignisvollen Tag. Ich spüre meine Arme vom Paddeln auf dem Stand up Board und Surfbrett. Anthony sagt lachend, dann war der Tag erfolgreich!

Beach Shed South end of Dee Why beach, Monash Parade, Dee Why NSW 2099, Australia

18:30 Uhr

Gut italienisch Essen in Sydney

Es geht mit dem Bus 136 zurück nach Manly. Dann heisst es Sand und Salz abspülen und fertig machen für ein Abendessen in einem kleinen italienischen Deli in Mosman. Delikatessen Laden und Restaurant in einem, Quattroville / Fourth Village ist in Sydney einzigartig. Geführt von der Familie Quatroville aus Kalabrien, die vor 4 Generationen in Sydney mit einem Gemüsehandel begonnen hat. Seit 2008 führen sie den Laden in Mosman. Ein weiterer Standort kommt demnächst hinzu. Sie verkaufen hauptsächlich Produkte aus ihrer eigenen Farm im Hunter Valley. Aus den Früchten der 4000 Olivenbäumen stellen sie ein exquisites Olivenöl her – die Spezialität im Laden. Auf ihrem Gut im Hunter Valley bauen sie auch Shiraz Trauben an. Der Wein kann im Restaurant verköstigt werden.

Wir sind absolut begeistert von der Auswahl an Früchten und Gemüse, Spezialitäten aus aller Herrenländer und dem Käseraum. In einem speziellen Kühlraum lagern über 150 verschiedene Käsesorten. Für jemanden aus der Schweiz vielleicht nicht so besonders. In ganz Sydney findet man nur zwei solcher Käseträume! Wir werden eingeladen verschiedene zu probieren und bekommen schon Hunger. Wie gut, dass wir heute nicht selber einkaufen und kochen müssen. Der Chefkoch zaubert uns bestes Essen auf den Teller. Es hätte direkt aus Mammas Küche kommen können. Ein sehr gemütlicher, lustiger Abschluss mit viel Vino und feinsten italienischen Süssigkeiten.

Essen Fourth Village Providore, 5a Vista St, Mosman NSW 2088 AUSTRALIA fourthvillage.com.au

 
Portrait_Silvia_FerlitoSilvia Ferlito

Einst nannte sie Australien ihr Zuhause. Und sie bereiste bereits über 30 Länder. Ihre treuen Begleiter dabei sind Neugierde, Wanderlust, sowie ihr Interesse an Kunst und gutem Essen. Dabei hält sie stets an ihrem Motto fest: Beginne mit dem Notwendigen, dann tue das Mögliche – und plötzlich wirst Du das Unmögliche tun.