StrandPauli, Mojo Club & Fischbrötchen

Text Alexandra Friedli, Bild Olivia Gadient
Martimes Flair, ein grosses Spektrum an Freizeit- und Kulturangeboten und ein pulsierendes Nachtleben – Das ist Hamburg! Die Hansestadt an der Elbe besticht durch seinen Mix aus historischem Charme und jugendlichem Vibe und hat Einiges zu bieten. Doch auch wenn man nur einen Tag Zeit hat, lässt sich in Hamburg Vieles entdecken! Wir waren für Euch unterwegs.


Hamburg

09:00 Uhr

Frühstück im Ameron Hotel Speicherstadt

Moin Moin Hamburg! Vom Hotelzimmer aus sehen wir schon das erste Schiff vor Anker und kriegen sofort Lust, die Stadt zu erkunden. Doch bevor es losgeht, gönnen wir uns noch eine Stärkung am reichhaltigen Frühstücksbuffet des Ameron Hotel. Es bietet dem hungrigen Hotelgast alles, was das Herz begehrt: von der Mettwurst bis zum Nutella-Croissant, vom Cranberrysaft zum Tee-Buffet ist alles da. Das Ameron wurde im September 2014 eröffnet und ist das erste und einzige Hotel in der Speicherstadt. Mehr zu diesem stylischen Hotel erfahrt ihr im Hotelbericht.

Hotel Ameron Hotel Speicherstadt, Am Sandtorkai 4, ameronhotels.com

10:00 Uhr

Spaziergang durch die Speicherstadt

Gestärkt für den Tag verlassen wir das Hotel und sind damit schon gleich am Startpunkt unseres Spaziergangs durch die geschichtsträchtige Speicherstadt. Diese kleine Insel wurde auf Eichenpfählen erbaut und ist einer der grössten zusammenhängenden Lagerhauskomplexe weltweit seit 1883. Das Viertel ist durchzogen von sogenannten Fleeten – Kanälen, die je nach Gezeitenstand geflutet sind und beschifft werden können. Doch wo früher Kaffee, Gewürze und andere Güter gehandelt wurden, ist es heute eher ruhig auf den kopfsteingepflasterten Strassen zwischen den Backsteingebäuden. Von der Geschäftigkeit ist auf unserem Spaziergang kaum noch etwas zu spüren. Die Speicherstadt steht seit 1991 unter Denkmalschutz, doch wird dem Besucher Einiges geboten: Verschiedene Museen rund um Handel und Zoll, eine Kaffeerösterei, ein Theater und die grösste Modelleisenbahn der Welt befinden sich auf 26 Hektar-Insel. Diese Attraktion können wir uns nicht entgehen lassen und beenden unseren Spaziergang durch die Speicherstadt genau dort.

11:00 Uhr

Besuch im Miniatur-Wunderland

Was im Jahr 2000 als dem Traum einiger «Nerds» begann ist heute gemäss unserem Guide tatsächlich die zweitmeist besuchte Touristenattraktion (mit bezahltem Eintritt) der Bundesrepublik (nach dem Schloss Neuschwanstein). Auf 1300 Quadratmetern liegen 13 Kilometer Gleise auf denen 930 Modelleisenbahnen durch 8 verschiedene Länder verkehren – und das «Wunderland» wächst stetig. Wir entdecken bei unserem Rundgang durch die Anlage zum Beispiel die Grossbaustelle «Italien». Und wo wir beim Entdecken sind: Was es im «Wunderland» alles zu sehen gibt, lässt sich in wenigen Zeilen nicht beschreiben! Die Detailverliebtheit der Architekten kennt keine Grenzen: Im «Wunderland» spielen sich in jedem Winkel alltägliche und weniger alltägliche Szenen ab – natürlich alles im Mini-Mini-Format. Und wer sich nun immer noch nicht vorstellen kann, dass eine Modelleisenbahn kürzlich den 12 Millionsten Besucher angezogen hat – man gehe und staune und entdecke selbst!

Kultur Miniatur Wunderland Hamburg, Kehrwieder 2, Block D, Speicherstadt, miniatur-wunderland.de
Mo, Mi, Do 09:30-18:00 Uhr; Di & Sa 09:30-21:00 Uhr; Fr 09:30-19:00 Uhr, So 08:30-20:00 Uhr

12:30 Uhr

Auf Entdeckungstour im Karolinen- und Schanzenviertel

Wir starten unseren Spaziergang am Eingang der Marktstrasse. Von hier aus tauchen wir ein in das bunte Treiben des Karolinenviertels. Was früher ein tristes Wohnquartier war, ist heute der Mittelpunkt der alternativen, kreativen Szene der Stadt. Heruntergekommene Fassaden mit Street Art verschönert, versteckte Hinterhöfe, trendige Boutiquen … an jeder Ecke gibt es etwas zu sehen und zu entdecken. Über eine kleine Brücke am ehemaligen Schlachthof geht es nahtlos ins nächste Szeneviertel Hamburgs, die «Schanze». Auch hier herrscht reger Betrieb – besonders in den vielen Cafés und Restaurants entlang des Schulterblatt, der Strasse, die diagonal durch die Schanze verläuft. Auch wir kehren hier ein. Das «Herr Max» ist ein kleine Konditorei mit integriertem Café. Hier geben sich Oma und Hipster die Klinke in die Hand, um die köstlichen Backwaren entweder vor Ort zu geniessen oder mitzunehmen. Das «Herr Max» war früher ein Milchlädeli. Das Interieur mit den alten Kacheln, die gemütlichen Sessel und das eigenwillige Geschirr begeistern uns genauso wie der kanadische Cheesecake frisch aus der Kuchentheke.
Kaum ist der Kuchen verspeist, sagt uns die Uhr, dass wir das Dessert vor dem Hauptgang gegessen haben – ups! Um die Leckerei noch etwas zu verdauen, stöbern wir noch ein wenig in den unzähligen Boutiquen und den Flohmarkt der «Schanze».

Café «Herr Max», Schulterblatt 12, herrmax.de

14:30 Uhr

Verspätete Mittagspause in der «Bullerei»

Inzwischen hat sich der Hunger auf die Hauptmahlzeit eingestellt. Es ist Zeit fürs Mittagessen. Dafür suchen wir uns spontan die «Bullerei» aus. Das Restaurant gehört dem aus dem TV bekannten Koch Tim Mälzer und Patrick Rüther und wurde 2009 eröffnet. Das Restaurant wirkt schon von aussen sehr einladend und trotz nicht gerade sommerlichem Wetter sind die Tische im kleinen Garten vor dem Haus vollbesetzt. Wir entscheiden uns für einen Tisch drinnen. Der Eindruck von aussen bestätigt sich auch hier: Die «Bullerei» ist ein stylischer Mix aus Chic und ländlich-bodenständigem Flair. Auf der Karte steht – wie der Lokalname vermuten lässt – Fleisch! Von einer grossen Auswahl Burgern bis zum Argentinischen Rinderfilet, hier gibt es alles, was der Karnivore sich wünscht.

Restaurant Restaurant Bullerei, Lagerstraße 34b, bullerei.com, Täglich, 11:00-23:00 Uhr

15:30 Uhr

Ab aufs Wasser! Binnenalster und Hafenrundfahrt

Nun haben wir fürs Erste genug von Beton und Ampeln. Wir wechseln das Element, DAS Element von Hamburg: Wasser! Auf dem Weg zu den Landungsbrücken machen wir einen kleinen Umweg ins Herz von Hamburg – an die Binnenalster. Quasi ein See mitten in der Stadt! Wir schlendern über den Jungfernstieg, eine der beliebtesten Flaniermeilen der Hansestadt. In unmittelbarer Nähe befindet sich ausserdem die Mönckebergstraße – Hamburgs grösste Shoppingmeile. Wir aber folgen der Kleinen Alster am wunderschönen Rathaus vorbei Richtung Landungsbrücken. Hier besteigen wir eine Barkasse zur rund einstündigen Rundfahrt durch den Hafen. Neben der kontrastreichen Silhouette der Stadt bestaunen wir unterwegs Containerterminals, riesige Kreuzfahrtschiffe und noch riesigere Frachter. Kein Wunder: Mit mehr als 72 Quadratkilometern ist Hamburg der grösste Seehafen Deutschlands und der zweitgrösste Europas. Kurz vor dem Anlegen entdecken wir direkt bei den Landungsbrücken unser nächstes Ziel.

17:30 Uhr

«Feierabendbier» am StrandPauli

Es ist Zeit unseren «Feierabend» einzuläuten und wo könnte man das in Hamburg schöner als am Strand. Der StrandPauli liegt direkt am Hafenbecken und lässt Ferienstimmung aufkommen: Musik, Liegestühle, Tiki-Hütten und jede Menge Sand. An einer der Bars genehmigen wir uns einen Drink und beobachten das Treiben im Hafen.

Strand StrandPauli, St. Pauli Hafenstraße 89, strandpauli.de, Wetterbedingte Öffnungszeiten

19:00 Uhr

Abendessen mit Blick auf die Elbphilharmonie – Carl’s Brasserie

Tatsächlich, vom vielen Herumlaufen haben wir schon wieder Hunger! Für das Abendessen bleiben wir in Hafennähe. Carl’s Brasserie liegt in der Hafencity direkt neben der inzwischen fast fertigen Elbphilharmonie. Das Restaurant ist spezialisiert auf norddeutsche Küche mit französischem Akzent. Lederbezogene Sitzbänke, dunkel gebeizte Holzböden und riesige Leuchter sorgen für gediegenes und gleichzeitig modernes französisches Flair.

Restaurant Carl’s, Am Kaiserkai 69, carls-brasserie.de, Mo-Fr 12:00–14:30 Uhr; 18:00–23:00 Uhr, Sa & So 12:00–23:00 Uhr

21:30 Uhr

Start ins Nachtleben – Apéro im Clouds

Hamburg ist berühmt für seine Partymeile, die Reeperbahn im Rotlichtviertel St. Pauli. Hier wird von der schäbigen Eckkneipe, verrückten Varietés, bis zum trendigen Clubs alles geboten. Wir entscheiden uns für unsere ersten Drinks für eine Location ÜBER der Reeperbahn. Das «Clouds» ist Hamburgs höchstgelegene Bar. Dunkle Tischplatten, viel Leder im «used Look» und natürlich viel Fensterglas sorgen für eine noble aber gleichzeitig gemütliche Atmosphäre. Das eigentliche Highlight des «Clouds» befindet sich aber noch einen Stock höher: Die rundum verglaste Dachterrasse «heaven’s nest» bietet einen Panoramablick über die Stadt. In der hell möblierten Lounge oder auf Liegebetten kann der Gast eisgekühlte Drinks und Snacks geniessen.

Bar Clouds Heaven’s Bar & Kitchen, Reeperbahn 1, clouds-hamburg.de, Mo-Fr 11.30 Uhr bis open end, Sa & So 14.00 Uhr bis open end

23:00 Uhr

Es geht unter die Erde – Tanzen im legendären Mojo Club

Nach dem 24. Stock steigen wir nun in den Untergrund. Der Mojo Club galt in den 1990er Jahren als Vorreiter moderner Klänge wie Acid Jazz und hatte eine internationale Bedeutung für den Dancefloor Jazz. Ab 2003 war der Club geschlossen. Im Februar 2013 wurde das Mojo im Untergeschoss der neugebauten «Tanzenden Türmen» neu eröffnet. Die Stilrichtung hat das Mojo weitgehend beibehalten: Konzerte und DJs der Genres Electro, Dancefloor Jazz und Soul prägen das Programm. Durch zwei schleusenartige Tore, die aus dem Boden fahren, gelangen wir in Club. Viel Beton und dunkles Holz prägen die eher düstere Atmosphäre. Ein besondere Kuriosität und gleichzeitig ein Highlight erwartet uns auf der Damentoilette: Hier steht ein DJ an den Plattentellern! Wir bleiben gleich hier und tanzen uns warm.

Club Mojo Club, Reeperbahn 1, mojo.de, Fr ab 23 Uhr

06:00 Uhr

Zum Tagesende (oder Start?) ein Fischbrötchen

Was wäre ein besserer Start – für uns eher das Ende – in den Tag als ein Besuch auf dem traditionellen Fischmarkt? Seit 1703 findet er immer sonntags vor der Fischauktionshalle statt. Von leckeren Obstkörben, bis zu Pflanzen oder Geschirr kann man hier alles kaufen – besonders natürlich frischen Fisch. Wir gönnen uns ein leckeres Fischbrötchen und verabschieden uns damit auch schon von der Elbmetropole. Doch wir sind uns sicher: Hamburg, wir kommen wieder!

Für Euch in Hamburg unterwegs

Olivia-Gadient-PortraitFotografin: Olivia Gadient (28)

Die junge Bündnerin ist gerne unterwegs, egal ob im urbanen Raum – sie liebt Zürich – oder draussen in der Natur. Ihr Motto lautet: «I would rather die of passion, than of boredom». Mit ihren beiden Leidenschaften, dem Reisen und der Fotografie, kann sie das bestens ausleben.

Alexandra Friedli PortraitAutorin: Alexandra Friedli (31)

«There’s no place like home» – und trotzdem ständig in Aufbruchstimmung. Heimisch in Zürich braucht die Teilzeit-Autorin und Hobby-Fotografin regelmässig kleine und grosse Fluchten in fremde Länder. Ist sie zu Hause, kocht sie am liebsten ausländische Gerichte nach oder liest Geschichten aus vergangenen Zeiten.