Hotel Löwen, Montafon – Zu Gast bei Freunden

Text Martin Hoch, Bild Hotel Montafon (Rainer Hofmann, Walter Schaerer)
Seit gut einem Jahr präsentiert sich das Hotel Löwen in Schruns in einem neuen Kleid. Im Sommer 2013 wurde das Hotel während sechs Monaten komplett renoviert. Dabei federführend war das Zücher Architekturbüro Monoplan. “Es war uns wichtig ein authentisches und zeitloses Ambiente mit einer Prise alpinem Chic und einem sehr persönlichen Charakter zu erschaffen”, erklärt uns Philip Wohlfarth, Managing Partner bei Monoplan. Es handelte sich nicht um eine sanfte Renovation. Das Hotel Löwen wurde komplett ausgehölt und selbst die Fassade wurde umgestaltet. Das Resultat ist überzeugend. Neu wirkt der Löwe wieder sportlich, elegant und konnte seinen Platz als der König des Montafon wieder einnehmen.

Viel wichtiger bei einem Hotel ist aber die Gastfreundlichkeit. Auch damit möchte das Hotel punkten, passend dazu das Motto des neuen Konzepts: “Zu Gast bei Freunden in einem Landhaus in Montafon“.

Hält das neue Konzept was es verspricht? Wir wollten es wissen.


Schruns

Hotel Löwen LogoLöwen Hotel Montafon

loewen-hotel.com

Silvrettastraße 8
6780 Schruns, Österreich
Tel: +43 5556 7141
E-Mail: info@loewen-hotel.com

Eingebettet in die atemberaubende Bergwelt des Montafons und im Herzen des idyllischen Ortskerns von Schruns.

Check-in im Hotel Löwen, Montafon

“Wir wollen, dass der Gast das Gefühl erlebt anzukommen”, sagt Adriana Marchetti, die Hoteldirektorin. “Deshalb soll sich der Gast bereits an der Rezeption beim Einchecken hinsetzen dürfen. Mein grösstes Anliegen ist es, dass sich die Gäste bei uns erholen können.”

Erholung. Tönt gut. Genau danach ist uns hier auch. Ich freue mich bereits auf eine Dusche, um den Alltag hinter mir zu lassen und bin gespannt auf das Hotelzimmer.

Die Hotelzimmer

Die Hotelzimmer präsentieren sich im alpinen Chic. Es dominieren regionale Materialien wie Holz und Stein. Den Flair einer Alphütte vermitteln nebst diesen, die Accessoires wie Kissen mit Strickmustern und ein feines Fell, das über dem Bett liegt. Die Badezimmer sind grosszügig und schlicht. Einen edlen Akzent setzen hier die facettierten Fliesen. Angeboten werden verschiedene Zimmerkategorien, vom Stil her sind sich alle gleich. Königlich logiert es sich in der Löwensuite. Diese ist 90 m2 gross und verfügt unter anderem über eine freistehende Badewanne und eine eigene Sauna. Kreditkartenschonend ist dieses Zimmer aber nicht.

Fazit Hotelzimmer: Sehr geschmackvoll. Eine gute Ablage für zwei Koffer ist vorhanden. Ebenso genügend Kleiderschränke und ein Tresor mit integriertem Ladekabel. Das Bad ist geräumig und chic. Wir fühlten uns wohl und genossen die alpine Stimmung, die das Zimmer versprüht.

Die Bar & Lounge

Die Zeit vor und nach dem Abendessen verbringt man gerne in der grosszügig gestalteten Bar. Der dazugehörige Loungebereich mit Cheminée ist einladend, Sofas und Sessel laden zum gemütlichen Zusammensein ein. Auch hier herrscht ein alpiner Chic. Im Unterschied zu den Zimmern, in denen die Rottöne dominieren, prägt die Lounge ein stilvoller Mix von Grün, Gold und Brauntönen.

Fazit Bar & Lounge: Der Loungebereich ist einer der schönsten, die wir bis anhin zu Gesicht kriegten. Er lädt zum Verweilen ein. Sollte das Wetter mal nicht gut sein, lässt sich hier gemütlich ein Buch lesen.



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Ein Traum von einer Käseplatte.

Die Restaurants

Auffällig sind die mit rot-schwarz-weissen Karos gemusterten Stühle aus Italien. Sie verkörpern, was das Hotel vereint: Eleganz, Gemütlichkeit und Bodenständigkeit. Deshalb fühlen wir uns hier im Hotel derart wohl – die Atmosphäre ist stilvoll, gleichzeitig unverkrampft und unkompliziert.

Im Hotel-Restaurant werden zum Abendessen jeweils Sechsgänger serviert. Den Anfang dabei macht ein grosszügiges Salatbuffet. Danach werden Leckereien wie Gänseleber mit Hibiskus oder Pochiertes Filet vom Kabeljau mit Specklinsen serviert. Mein Tipp: Noch etwas Platz für den Schlussakt lassen. Denn nebst den süssen Naschereien gibt es eine Käseplatte. Einen Traum von einer Käseplatte.

Zusätzlich gibt es das à la carte Restaurant, die Montafoner Stube. Hier ist es so richtig gemütlich und urig.

Fazit Restaurant: Das Essen ist hervorragend. Die Weinkarte exzellent. Der Raum für unseren Geschmack schön eingerichtet, aber auch etwas gross. Für ein romantisches Dinner zu Zweit empfehlen wir die, zum Hotel gehörende, Montafoner Stube.

Die Wellnessanlage

Fühlt man sich im Hotel wie auf einer Alp, so wähnt man sich im Wellnessbereich eher wie in einem alten römischen Bad. Über dem Schwimmbecken hängen venezianische Kronleuchter und die Wände sind mit römischen Zeichnungen verziert. Das Angebot ist umfassend: Verschiedenste Massagen und Behandlungen werden angeboten und nebst einem Indoor und Outdoor Schwimmbecken gibt es verschiedene Saunas, Sole- und Dampfbäder. Zusätzlich gibt es noch einen Fitness- und Gymnastikraum. Danach ist mir aber nicht. Ich fröhne für einmal lieber dem süssen Nichtstun. Nachmittags wird einem dann sogar noch Kaffee und Kuchen, direkt im Wellnessbereich, serviert.

Fazit Wellness: Im Wellnessbereich fehlt es einem an nichts. Das Angebot lässt keine Wünsche offen. Einziger Kritikpunkt: Uns hätte es gefallen, hätte man den Wellnessbereich neu auch im alpinen Chic gestaltet. Es hätte dem Gesamtbild des Hotels gutgetan.

Wie in einem alten römischen Bad.

Martin-Hoch-PortaitMartin Hoch (34)

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Martin Hoch widmete die letzten Jahre dem Reisen. Ob mit der Bahn, Bus, Segelschiff oder umgebauten VW-Bus, wichtig waren ihm die Begegnungen mit Menschen, angetrieben hat ihn die Liebe zur Natur.

Unser Gesamturteil

Wir fühlten uns wohl. Die Atmosphäre im Hotel ist einladend und unkompliziert. Dennoch sehr stilvoll. Kulinarisch schwebten wir im siebten Gourmet-Himmel und das Zimmer gefiel uns auch sehr gut. Das Personal war freundlich, diskret und auch herzlich. Sie wollen, dass wir noch ein Haar in der Suppe finden? Sorry, wir suchten angestrengt, gefunden haben wir es nicht.

Wir durften uns die Tage wirklich wie als “Gast bei Freunden” willkommen fühlen. Und es ist nun mal so, bei Freunden schaut man gerne wieder mal vorbei.