Text Martin Hoch
Meine Hände sind noch kalt, dafür hatte ich erst gerade noch eine auf dem Gaskocher zubereitete Nudelsuppe. Die wärmt mich. Ich schnüre meine Wanderschuhe und gehe gedanklich nochmals durch, ob ich alles eingepackt habe. Einem erlebnisreichen Wandertag sollte nichts mehr im Wege stehen – ich freue mich wie ein kleines Kind. Hier draussen in der Natur fühle ich mich gut, leicht und frei.

Entlang der Panamericana gibt es unzählige empfehlenswerte Wandergebiete – hier stellen wir fünf der legendärsten vor.


Nord-, Zentral- und Südamerika

1 | Pacific Crest Trail, USA

Strecke: Mexikanische Grenze – Angeles National Forest – Sequoia Nationalpark – Sierra National Forest – Tahoe National Forest – Klamath National Forest – Crater Lake Nationalpark – Mt. Rainier Nationalpark – Kanadische Grenze

Beschreibung: Diese Wanderung schafft keiner in einem Tag. Auch nicht in zwei Tagen. Der Pacific Crest Trail ist eine Fernwanderung. Wer die Zeit, Ausdauer und nötige Kondition besitzt, wandert vom Südwesten der USA, von der mexikanischen Grenze aus, bis hoch zur Kanadischen Grenze. Natürlich kann man sich auch nur eine Teilstrecke rauspicken.

Länge/Dauer: 4240 Kilometer

Informationen: Pacific Crest Trail Association


Pacific Crest Trail, USA

2 | Corcovado Tour, Costa Rica

Strecke: Verschiedene Strecken möglich

Beschreibung: Im Süden von Costa Rica befindet sich der immergrüne Corcovado Nationalpark, der artenreichste Regenwald nördlich des Amazonasbecken. Es gibt hier nicht eine Wanderung, es werden verschiedene Wanderungen durch den Dschungel angeboten. Inmitten des Parks gibt es mehrere Ranger Stationen, die auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Wer den Park selber erkunden will, dem bietet sich ein gut ausgebautes Wegsystem von Carate bis nach La Palma. Für diese mehrtägige Tour sollte man sich aber gut vorbereiten und nicht vergessen, die nötige Genehmigung des Nationalparks einzuholen.

Länge/Dauer: 1 – mehrere Tage

Informationen: Wikitravel (Englisch)


Corcovado, Costa Rica

3 | Ciudad Perdida Trail, Kolumbien

Strecke: El Mamey – Ciudad Perdida

Beschreibung: Eine Wanderung zur Ciudad Perdida, der verlorenene Stadt der Tayrona Indianer, ist eine Reise in eine Dschungel-Welt. Übernachtet wird in Hängematten. Die Prähispanische Stätte gibt den Forschern noch immer viele Rätsel auf und besteht aus mehreren gepflasterten Wegen, runden Plätzen und Terrassen. Die Wanderung führt einen durch ein Indianerreservat, tiefen Urwald und erklimmt schliesslich über 2000 Steinstufen hinauf zur Ciudad Perdida. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich eine geführte Tour zu buchen.

Länge/Dauer: 4-5 Tage

Informationen: La Ciudad Perdida


La Ciudad Perdida, Kolumbien

4 | Inka Trail, Peru

Strecke: KM82 (nähe Cusco) – Machu Picchu

Beschreibung: Der Inka Trail ist inzwischen der Pilgerweg der Lonely Planet Generation oder aber zumindest die bekannteste Wanderung in Südamerika. Das heisst nicht, dass die Wanderung zum Machu Picchu ein Spaziergang ist. Auf dem Weg schnappt der ein oder andere nach Luft, denn der höchste Punkt liegt auf 4200 m ü.M. und da ist die Luft ziemlich dünn. Eine mehrtägige Akklimatisation an die Höhe ist äusserst empfehlenswert. Zum Schutz der Landschaft darf nur eine beschränkte Anzahl Wanderlustiger pro Tag auf den Trail, daher lohnt sich eine frühzeitige Buchung (für die Hauptsaison mehrere Monate im Voraus). Wer das Ziel erreicht, wird am Sonnentor mit der Aussicht auf die Inka Ruinenstadt Machu Picchu grosszügig belohnt.

Länge/Dauer: 43 Kilometer / 4-5 Tage

Informationen: Inka Trail Peru


Inka Trail, Peru

5 | W-Trek, Chile

Strecke: Paine Grande Mountain Lodge – Mirador Grey (und zurück) – Camp Italiano – Camp Britannica – Refugio Los Cuernos – Refugio Torres Central und Norte – Refugio Chilene – Camp Torres – Las Torres

Beschreibung: Fast genauso populär wie der Inka Trail ist der W-Trail im Nationalpark Torres del Paine im Süden von Chile. Den Namen erhielt die Strecke, da sie auf einer Landkarte die Form eines W’s hat. Streckenweise grüsst man andere Wanderer im Minutentakt. Das hat natürlich seinen Grund: die Landschaft des Torres del Paine Nationalpark ist schlicht umwerfend schön. Möglich ist eine mehrtägige Tour, aber auch eintägige Wanderungen auf Teilstrecken sind möglich. Ausgangsort für Touren ist der nette Ort Puerto Natales. Da trifft sich die vereinigte Backpacker- und Wanderszene und von hier aus kann man sich eine organisierte Tour buchen. Viele begehen die Wanderungen allein, das ist möglich, man sollte die Tour aber gut organisieren und die Unterkünfte/Camps im Voraus buchen – die Nächte können sonst kalt werden.

Länge/Dauer: ca. 10 Tage

Informationen: Torres del Paine Tourismus


W-Trek, Chile