Text Martin Hoch
Es riecht moosig, feucht und frisch. Auf den bodennahen Pflanzen liegt noch der Tau. Das einzige Geräusch, das ich höre, kommt vom Knacken der Äste, die unter meinen Schuhen dem Druck nachgeben und brechen. Im Wald fühle ich mich wohl, empfinde Geborgenheit und es gibt hier unzählige Details, kleine Tierchen und die verschiedensten Pflanzen, zu entdecken. Wälder sind verschieden, einzigartig und doch vermitteln sie mir alle das Gefühl, weit weg vom Alltag zu sein. Deshalb besuche ich sie immer wieder gerne – die Wälder dieser Welt. Vor der Haustüre genauso wie in der Ferne beim Reisen.

Die hier vorgestellten Wälder liegen allesamt entlang der Panamericana und sind absolute Top Highlights. Der Geruch, die Farben, die Grösse oder die Seltenheit verführen die Besucher in eine ganz eigene Welt. Alle sind sie touristisch gut erschlossen und es werden jeweils geführte Touren und weitere Aktivitäten angeboten.


Nord-, Zentral- und Südamerika

1 | Redwood Nationalpark, USA

Hier wächst der Küstenmammutbaum. Dieser immergrüne Baum kann über 110 Meter hoch wachsen und einen Durchmesser von über sieben Meter erreichen. Um den Baum zu schützen, wurde der Redwood Nationalpark 1968 im Norden von Kalifornien gegründet. Der Park eignet sich für ausgedehnte Wanderungen und Bootsfahrten. Die Hauptsaison für einen Besuch ist von Mai bis September, der Park ist aber das ganze Jahr durch geöffnet. Am schönsten ist ein Besuch im Frühjahr und Herbst. Der Park verfügt über mehrere Campingplätze. Hotels und andere Unterkünfte gibt es in den nahegelegenen Orten Klamath, Trick und Crescent City. In Crescent City befindet sich auch das Hauptquartier, das gleichzeitig das Besucherzentrum ist. Weitere drei Informationsbüros gibt es beim Prärie Campground, in Orick und in der Hiouchi Area im Norden (nicht alle sind ganzjährig geöffnet – vor dem Besuch abklären).

Webseite: Redwood Nationalpark


Redwood Nationalpark, USA

2 | Sequoia Nationalpark, USA

Die Sequoias, riesige Mammutbäume, bilden das Herzstück des 450 Kilometer nordöstlich von Los Angeles gelegenen Nationalparks. Diese Riesenbäume wachsen normalerweise bis 60 Meter hoch, noch gigantischer ist aber eigentlich ihr Umfang, der bis zu zehn Meter beträgt. Einer der Bäume überragt sie alle, der 2100 Jahre alte General Sherman Tree: sein Umfang misst etwas über 30 Meter und seine Höhe beträgt knapp 84 Meter. Auch sonst ist der Wald reich an Fauna und Flora: über 1200 Pflanzenarten sind hier heimisch und rund 200 verschiedene Tier- und Vogelarten bewohnen ihn. Verschiedenste Aktivitäten locken die Aktiverholer in den Park: Wandern, Klettern, Radfahren, Schwimmen, Angeln, Bootfahrten und Pferdetouren sind einige davon. Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet, die beste Reisezeit aber ist von Mai bis September. Das Foothills Besucherzentrum liegt am Generals Highway, eine Meile nördlich des Ash Mountain Eingangs. Zwei Meilen nördlich des General Sherman Tree und 21 Meilen entfernt vom Ash Mountain Eingang befindet sich das Lodgepole Besucherzentrum. Unterkünfte gibt es inmitten des Parks.

Webseite: Sequoia Nationalpark


Sequoia Nationalpark, USA

3 | Monteverde Nebelwald, Costa Rica

Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, muss sich die Destination verdienen. Die letzten Kilometer sind im besten Fall holprig und wenn es regnet, kann das Befahren der Strasse auch mal zu einer ziemlichen Rutschpartie werden. Aber die Fahrt lohnt sich. Denn der Nebelwald ist von einzigartiger Schönheit. In Monteverde gibt es ein grosses Angebot an Unterkünften und Restaurants. Ausserdem befinden sich hier unzählige Tourenanbieter, da sollte jeder das passende für sich finden.


Monteverde Nebelwald, Costa Rica

4 | Amboró Nationalpark, Bolivien

Der Nebelwald auf der Südseite des Amboró Nationalparks verführt einen in die Zeit der Dinosaurier: Im Wald wachsen bis zu 13 Meter hohe Farne. Einen informativen Einblick in das Ökosystem des Nebelwaldes erhält man bereits bei einem eintägigen Ausflug. Eine kompetente Führung lohnt sich. Agenturen in Samaipata, dem nächstgelenen Ort mit touristischer Infrastruktur, organisieren auch mehrtägige Touren. Empfehlenswert sind auch die Vogelbeobachtungstouren von Michael Blendinger Nature Tours.


Amboro Nationalpark, Bolivien

5 | Los Arrayanes Nationalpark, Argentinien

Am Ufer des Lago Nahuel Huapi, inmitten des argentinischen Seengebiets, befindet sich im Los Arrayanes Nationalpark ein seltener Myrthenwald. Eine kurze, zwölf Kilometer lange Wanderung, führt einen durch den zauberhaften Wald. Die Bäume sind bis zu 600 Jahre alt und man kann die Wanderung, die eher ein Spaziergang ist, problemlos ohne Führung machen. Es gäbe aber Angebote in der angrenzenden Ortschaft Villa La Angostura. Anstatt dieselbe Strecke hin- und wieder zurück zu gehen, ist es schöner, auf dem Hinweg das Angebot einer Fähre zu nutzen, die einen an den Startpunkt bringt. Am besten man erkundigt sich vor Ort, in Villa La Angostura, im Tourismusbüro an der Hauptstrasse nach den genauen Abfahrtszeiten der Fähre.


Los Arrayanes Nationalpark, Argentinien

6 | Los Alerces Nationalpark, Argentinien

Im Los Alerces Nationalpark darf man einen patagonischen Zypressenwald bestaunen. Wer ein „Into the Wild“ Feeling sucht, wird es hier finden. Die Zypressen erreichen in der Höhe bis 50 Meter und zählen 3000 Jahre. Der Park ist touristisch gut erschlossen, wobei fast jegliche Infrastruktur während der Nebensaison (Wintermonate – Europäische Sommermonate) geschlossen ist. Im Sommer öffnen hier aber viele Hotels, Pensionen und Campingplätze. Wild campieren ist nicht erlaubt. Der Park liegt zwei bis drei Fahrstunden südlich vom Hippie-Ort El Bolson.


Los Alerces Nationalpark, Argentinien