Einmal mehr: back on the road

Text und Bild Martin Hoch
Ich muss rechnen. Das wievielte Mal sind wir zurück auf einer mehrmonatigen Reise? Eine Hand reicht nicht mehr. Aber Kopfrechnen, das liegt mir – mal so dazwischen erwähnt. Kopfrechnen ist einfach? Sie meinen, 2 + 3 = 5, also das simple Einmaleins, beherrscht wohl jeder? Nein. Dem ist nicht so. Auf unseren Reisen fällt uns immer wieder auf, wie wenig die meisten Menschen einfachste mathematische Aufgaben im Kopf selber lösen können.


Paraty

Paraty Ausflug Rio de Janeiro

Eben gestern erlebte ich wieder, wie der Angestellte an der Campingplatzrezeption, wohlgemerkt jemand, der einer administrativen Arbeit nachgeht, folgende Aufgabenstellung in den elektronischen Rechner eintippte: 592 – 591. Kein Witz. Der Mann ist nicht blöd. Sicherlich nicht weniger intelligent als ich. Dieses Beispiel veranschaulicht nur einmal mehr, wie wichtig Bildung ist. Also kurze Notiz hinter die Ohren: Wann immer Politiker Bildungsgelder streichen wollen, sollten wir uns das nicht gefallen lassen. Denn was wir als selbstverständlich anschauen, schliesslich kennen wir es nicht anders, ist eben ein riesen Privileg, das wir uns nicht nehmen lassen sollten.

Kein Witz. Der Mann ist nicht blöd.

Paraty Kolonialstadt

Vier Monate zwischen Meereshöhe und den Anden. Vier Monate Abenteuer. Sounds great.

Paraty, die Stadt am Caminho do Ouro – der Strasse des Goldes

Fertig politisiert – hier meine Rechnung: Wir sind inzwischen auf der siebten Reise. Das heisst, wir haben weitere vier Monate des Reisens vor uns. Vier Monate Unbekanntes. Vier Monate neue Geschmäcker. Vier Monate voll mit zufälligen Bekanntschaften. Vier Monate schlechte Strassen und halsbrecherischer Verkehr. Vier Monate in den unterschiedlichsten Klimazonen. Vier Monate zwischen Meereshöhe und den Anden. Vier Monate in denen wir nicht wissen, wohin es uns zieht und wo wir wohl Morgen übernachten werden. Vier Monate Abenteuer. Sounds great.

Unser erster Stop ist Paraty. Diese kleine historische Stadt liegt nur wenige Autostunden von Rio de Janeiro entfernt und kann daher gut auch als Ausflug von der Metropole aus besichtigt werden. Erbaut wurde das Juwel im Jahre 1660 von den Portugiesen. Sie nutzten die Stadt hauptsächlich dazu, das Gold aus dem Gebiet Minas Gerais in Brasilien nach Portugal zu verschiffen. Bis ins vorletzte Jahrhundert war Paraty der wichtigste Verschiffungshafen für Gold. Heute ist die Kolonialstadt fest in den Händen des Tourismus. Kein Wunder: Man kann sich dem Zauber dieses schmucken alten Städtchens nicht entziehen, fragt sich in jeder Gasse, was sich wohl hinter der nächsten Ecke verbirgt, geniesst hier gerne einen Espresso com Leite oder einen frischen Fruchtsaft in einem der vielen hübschen Kaffees und ist mit den vielen fotografischen Sujets schon fast überfordert.

Et voilà – hier unsere fotografischen Impressionen von Paraty.

Karte von Paraty