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Text Martin Hoch, Bild Martin Vogt
Wenn ein Fotograf Indien festhalten möchte, ist dies kein einfaches Unterfangen. Nicht, dass es an Motiven mangeln würde. Aber Indien und speziell seine Bewohner auf eine ganz eigene Weise festzuhalten, auf eine Art, die der Betrachter so noch nicht gesehen hat – das ist Kunst. Dass dies möglich ist, beweist uns der Schweizer Fotograf Martin Vogt.

Seine fotografische Reise führte ihn in den Nordosten Indiens, in die Stadt Allahabad im Staate Utar Pradesh. Sein Ziel war das Kumbh Mela.


Kumbh Melah

Und vier Tropfen des Nektars fielen auf die Erde.

Kumbh Mela – das Fest des Kruges

Dieses hinduistische Fest ist der weltweit grösste religiöse Anlass. Das Kumbh Mela beruht auf dem Mythos vom „Quirlen des Milchozeans“. Der Milchozean ist ein Urmeer der hinduistischen Mythologie. In ihm soll sich der Nektar der Unsterblichkeit verborgen haben. Um dieses Elixier aus dem Milchozean herauszufiltern, mussten die Götter und Dämonen gemeinsam eintausend Götterjahre den Milchozean quirlen. Nachdem sie diesen Job erfolgreich erledigt hatten, wurde der Nektar in einem Krug aus dem Milchozean herausgetragen. In diesem Moment entbrannte ein Streit zwischen den Göttern und den Dämonen und vier Tropfen des Nektars fielen auf die Erde. Die Tropfen der Unsterblichkeit ergossen sich über Allahabad, Haridwar, Nashik und Ujain. An diesen Orten findet nun bereits seit Jahrhunderten abwechselnd die Kumbh Mela statt. Tausende von Pilgern nehmen während des Fests ein Bad im jeweiligen Fluss des Ortes, in Allahabad im Ganges, denn ein solches soll sündenbefreiend wirken.

Portraits, die vom Leben erzählen

Martin Vogt ist ein eher schüchterner Typ. Trotzdem schoss er nicht Bilder aus der Entfernung. Es gibt bereits tausendfach Bilder über die festlichen Szenen des Kumbh Mela, die alle Klischees Indiens beinhalten. Er wollte die Menschen. Suchte das Leben. Er ging dicht ran. Forderte den visuellen Dialog mit den Protagonisten. Roch den Schweiss und Mundgeruch. Auch wenn es ihm nicht im Blut liegt, war im klar, dass er diese Bilder nur in den Kasten kriegt, wenn er mit seinem Gegenüber eine Vertrauensbasis aufbaut. Manchmal leidiglich für kurze Zeit. Vielleicht nur für Sekunden. Doch meist enstand daraus eine längere Konversation und eine wertvolle Erinnerung. Indien Intim.

Er ging dicht ran. Roch den Schweiss und Mundgeruch.

Martin-Vogt-PortraitMartin Vogt (37)

www.martinvogt.ch

Explore. Dream. Discover. Das ist das Motto des Fotografen aus Basel. Seine Fotografie ist geprägt von Farbarmut und der Reduktion auf das Wesentliche. Er ist ein hervorragender Beobachter und versteht es Stimmungen und Atmosphäre festzuhalten.

Nebst dem Kumbh Mela besuchte Martin Vogt noch weitere Orte Indiens. Entstanden sind Fotografien mit einer ganz eigenen Stimmung. Wer mehr über den talentierten Schweizer Fotografen erfahren oder einen Print von ihm kaufen möchte, sollte seine Webseite besuchen und ihm auf Facebook folgen. Wir werden die Arbeit von Martin Vogt weiterhin beobachten und hoffen, dass es ihn demnächst wieder in die Ferne zieht.