Alles nur ein Traum?

Text und Bild Martin Hoch
Ich schlage die Augen auf, starre an die Decke. Wo bin ich? Ich drehe mich zur Seite, schaue raus durchs Fenster und erblicke das Meer, eingehüllt in das güldene Kleid der Morgensonne. Das Meer? Ich schliesse meine Augen wieder. Da fällt der Groschen.

Ich bin in Brasilien, an der Küste zwischen Sao Paulo und Rio de Janeiro. Aber was war das mit den Bergen? Mit der Schneelandschaft? Den geselligen Abenden mit Freunden? Alles nur ein Traum? Ja, das muss ein Traum gewesen sein – ein wunderschöner.


Winterwonderland Schweiz

Winterwonderland Schweiz

Adelboden – Lenk … dänk!

Einzelne Bilder des Traums dringen in mein Bewusstsein. Eine Dame in Uniform lächelt mich an: „Boa Viagem“. Vor mir durchs Fenster erblicke ich das Schweizer Kreuz – es schmückt das Flugzeug der SWISS International Airlines. Nächstes Bild. Ich sitze in einem schicken Audi und fahre auf der Autobahn in Richtung Basel. Es ist alles so aufgeräumt hier. Schweizer Ordnung. Stück für Stück gehe ich in meinem Traum voran. Aber etwas fehlt mir noch – die Berge. Berge sind meine Sehnsucht. Ich spule den Traum im Schnelllauf weiter. Als nächstes sehe ich mich in einem grossen Zelt tanzen, sehe viele Menschen, eine ausgelassene Stimmung und um mich herum meine Freunde. Wir sind im Tipi-Zelt in Lenk – Après-Ski. Peter Schilling singt: völlig losgelöst von der Erde. So in etwa fühle ich mich. Die Luft ist schwül. Ich gehe nach draussen, um die kalte klare Luft einzuatmen. Nun stehe ich vor ihnen. Ganz direkt. Die Berge, die Mächtigen, die Gewaltigen – ich liebe diesen Anblick. Er zeigt mir immer wieder: Ich bin klein, unbedeutend. Das tut gut.

Die Tage in der Lenk sind erlebnisreich. Diese Skiabfahrt durch den Wald, die Tschuggen-Abfahrt, sie ist ein Traum im Traum. Wir wandern nachts durch den dunklen Wald, durch eine kleine Schlucht, hoch zu einer urigen Alphütte. Ich kriege Älpler-Makronen serviert. Sie schmecken göttlich.

Aber etwas fehlt mir noch – die Berge. Berge sind meine Sehnsucht.

What next? Im Flachland rumsitzen – lieber nicht.

Safiental – Winterzauber par excellence

Die Tage kommen, die Tage gehen. Die Zeit bleibt nie still. Es ist Samstagabend, wir sitzen in einer Bar in Basel. What next? Im Flachland rumsitzen – lieber nicht. Ein gesprochenes Wort eines Freundes aus vergangenen Tagen wird zu einem Gedanken, der in meinem Hirn auf die Gegenwart trifft. Safiental. Stimmt, davon schwärmte er mal. Da müssen wir hin. Internet sei dank, klick, klick, wir finden eine Unterkunft. Ein winzig kleiner zum Ferienhaus umgebauter Stall.

Nächste Bilder – wir sitzen im Auto, Chur und Bonaduz liegen längst hinter uns. Die Strasse windet sich durch eine Schlucht. Der Abgrund ist steil. Auf der Fahrbahn liegen überall Steine. Es fühlt sich mehr an wie eine Fahrt durchs wilde Patagonien als eine in der Schweiz. Wunderschön – so gefällt es mir.

Die Sonne scheint mir direkt ins Gesicht. Ich hebe meinen rechten Fuss an. Schritt für Schritt gehe ich mit meinen Schneeschuhen den Hang hinauf. Vorbei an Alphütten und Ställen. Wir sind angekommen – genau deshalb wollten wir in die Schweiz. Wir wollten das Winterwonderland Schweiz hautnah erleben. Hautnaher als hier im Safiental geht es kaum.

Hotel Camana

Nächstes Bild – wir sitzen auf der Terrasse des Hotel Camana – vor uns THE Panorama schlechthin. Berge, eine weisse Landschaft und wieder die Sonne im Gesicht. Ich drücke den Daumen an der Flasche nach vorne – zschhhh plobb – kennt ihr diesen Ton, wenn man den Bügel der Flasche öffnet? Einmalig. Ich genehmige mir einen Schluck. Das Hotel Camana war im letzten Jahrhundert das Schulhaus von Camana. Vor etwa einem Jahr wurde es nun zu einem kleinen Hotel mit drei Zimmern umgebaut. Alpenschick pur. Sicherlich hat es den wohl schönsten Hot Pot der Alpen und eine Sauna mit einzigartiger Aussicht.

… kennt ihr diesen Ton, wenn man den Bügel der Flasche öffnet? Einmalig.

Ich wache auf. War es wirklich nur ein Traum?

Bettmeralp, Melchsee-Frutt & bem-vindo in Brasilien

Dann tauchen weitere Bilder auf. Wir sind in Melchsee-Frutt. Ich sitze auf einem Rodel und rase in wohl übersetztem Tempo eine Skipiste runter. Das ist zwar der falsche Weg, aber die offizielle Rodelpiste ist zu langweilig.

Ich spule den Traum wieder weiter nach vorne. Und wieder bin ich mitten in den Schweizer Alpen. Vor mir das Matterhorn, eingebettet in eine schier endlose Bergkette. Toblerone lässt grüssen. Ich schaue nach rechts und bestaune diesen massigen Fluss von Eis – den Aletschgletscher. Das ist Winterzauber. Die Tage auf der Bettmeralp sind der Schlussakt dieses Traums.

Ein letztes Bild – Ich nehme den Pass von der Zollbeamtin entgegen. Ohne Lächeln im Gesicht kriegt sie kaum hörbar ein „bem-vindo“ zustande.

Ich wache auf. War es wirklich nur ein Traum?

Instagram Moments

Hier noch unsere Instagram Moments unseres Schweiz Aufenthalts. Ausserdem, wer uns auf Instagram noch nicht folgt – auf der GlobeSession Instagram Seite seid ihr auf unserer Südamerikareise mit dabei.

Hintergrund

Wir sind zur Zeit auf einer mehrmonatigen Südamerikareise. Vor ein paar Wochen hatten wir die spontane Idee, für einen Monat in die Schweiz zu fliegen – sozusagen Urlaub vom Reisen. Wir hatten Sehnsucht nach den Bergen. Heute Morgen, zurück an der brasilianischen Küste, schien mir der Ausflug in die Schweiz als wäre es ein nächtlicher Traum gewesen.

… als wäre es ein nächtlicher Traum gewesen.

Informationen zu Camana

Karte von Camana