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Seatrekking – noch nie gehört?

Text Martin Hoch, Bild und Video Áetem
Seatrekking ist Abenteuer. Es ist eine neue Sportart, eine neue Art für Wasserliebhaber den Ozean zu erkunden und ein neuer Weg für Naturliebhaber versteckte, einsame Plätzchen zu finden und zu geniessen.

Als Wanderer der Meere schnorchelt und flösselt man den Küsten entlang, schaut sich die vielen Buchten am Weg an, taucht ab, die Geübten bis auf 20 Meter, und bestaunt die vorbeiziehenden Fische und die farbenfrohen Korallen. Den Abend verbringt man an einem einsamen, idyllischen Strand, tauscht sich aus, lacht, sitzt zusammen um ein Lagerfeuer herum, lässt den Tag noch einmal Revue passieren und dann, bevor man seine müden Augen schliesst, lächelt man noch den mit tausenden Sternen verzierten Himmel an.

Bernhard Wache, der Gründer von Seatrekking, erzählt: „Die Vision, die Idee, der Grundgedanke von Seatrekking kam mir Anfang der 90er Jahre. Zu Beginn war ich fasziniert von der bloßen Vorstellung, nur mit dem eigenen Körper, in die Naturgewalt des Meeres einzutauchen, Eins mit dem Ozean zu werden – und das über mehrere Tage hinweg. Es war ein epischer Gedanke, ein Traum der sieben Jahre später zu einer Geschichte wurde, die ich zusammen mit der Produktionsfirma Monoflosse Design in einer Dokumentation im Norden Sardiniens und an der Küste der Nurra, umsetzte. Es entstand der Trailer und die Internetseite „Largo Sud“, abgedreht im August 2001.

Du kommst an Orte, die noch vollkommen natürlich und unberührt sind.

Das wichtigste Instrument ist der Körper selbst.

Was braucht es für dieses Abenteuer …

Bernhard Wache fährt fort: „Danach begann ich verstärkt das für den Sport nötige Equipment zu entwickeln und die Trails im Meer immer weiter und länger voran zu treiben. Ich musste meine Ängste überwinden, Schritt für Schritt meine eigenen Erfahrungen mit der Tiefe, den Tieren des Meeres, der Strömung, dem Swell und der unendlichen Weite des Ozeans machen um das gesamte Spektrum dieses Sports auszuloten. Das gab mir die Sicherheit, daß es geht, daß der Sport funktioniert und voller Leben und Erlebnissen ist. Diese Erfahrung von damals bestimmt bis heute den Spirit und die Produktentwicklung von Seatrekking.“

Ein Seatrekker benötigt hauptsächlich folgende Ausrüstungsgegenstände: einen Neoprenanzug, Schnorchel, Taucherbrille und Freitauchflossen. Wer jedoch ein mehrtägiges Abenteuer erleben will und seine Abende in der freien Natur zu verbringen plant, der setzt sich schon bald mit dem Gedanken auseinander: Wie bringe ich meine Lebensmittel, meinen Schlafsack, Taschenlampe und sonstige Utensilien trocken und sicher von Strand zu Strand.

Dieser Frage ist Bernhard Wache, Initiator und Mitbegründer von ÁETEM jahrelang nachgegangen. Da es für diese Art des Reisens im Meer und an den Küsten kein adäquates Gepäck gab, entwickelte er zunächst einen eigenen wasserdichten Rucksack. Über die Jahre bildete sich eine Gruppe von begeisterten Freunden, mit deren Hilfe eine kleine, einzigartige Produktlinie gas- und wasserdichter Gepäcksysteme entstand. An Land können die Taschen wie ein Rucksack geschultert werden, um das Gepäck auch für eine längere Strecke, komfortabel tragen zu können. Laut Bernhard Wache ein zentrales Kriterium: „Das Equipment musste nicht nur perfekt für die Trails im Meer entwickelt werden, sondern genauso die Anforderungen einer individuellen Reise erfüllen. Und dazu gehört nun mal ein gutes Tragesystem mit dem man im Dschungel genauso wie im Gebirge vorwärts kommt. Und zwar nicht nur für eine Stunde sondern über mehrere Tage hinweg – genau wie beim Backpacken – vom einfachen Einchecken in den Flieger oder Bus und Bahn ganz zu schweigen. Das war selbstverständlich. Vom Surfen her kannte ich das Problem wie umständlich und teuer es oft war an die wirklich edlen Spots zu kommen. Genau diesen Schritt musste Seatrekking bringen. Du kommst an die schönsten Buchten und nichts hält dich auf – außer du selbst. Genau in diese Richtung entwickelt sich Seatrekking. Das Meer ist die Herausforderung. Der Weg ist das Ziel – keine Grenzen!“

…und was geschieht mit der bisher unberührten Natur?

Setzt man sich mit dieser neuen Sportart auseinander, stellt sich einem bald auch die ökologische Frage: Hinterlassen diese neuen Seenomaden nicht auch einen für die Umwelt unnötigen, belastenden Fussabdruck in bisher unberührter Natur?

Laut ÁETEM ist genau das Gegenteil der Fall. Ihrer Meinung nach erlebt ein Seatrekker ein Ökosystem nicht nur punktuell oder für wenige Stunden, sondern vielschichtig über mehrere Kilometer hinweg. Dieser Zugang schafft ein tiefes Verständnis für das Leben im Meer, seine Einzigartigkeit und Zerbrechlichkeit. Die Konsequenz daraus ist der Einsatz für den Schutz der Meere. Er kommt aus dem schlichten Empfinden, diesen Lebensraum unserer unersättlichen Gier nicht preiszugeben.

Zum Abschluss, noch einige Gedanken von Bernhard Wache, schöne Gedanken und solche, die uns auch nachdenklich machen dürfen:

Das Wesentliche was das Meer für mich beschreibt, ist daß unser Erleben von Freude oder von den Dingen, die wir einfach wahrnehmen auch ins Unbekannte geführt wird. Dadurch daß wir die Natur und unser Handeln und Sein nicht nur aus dem Gesichtspunkt heraus begreifen – was bringt uns was, wie können wir uns als Menschheit retten oder weiter entwickeln – sondern wie erleben wir die Natur neu, wenn wir sie nicht nur als Bedienstete unserer Art sehen.

Wir versuchen die Welt mit Wissenschaft zu retten. Aber es gibt auch noch einen anderen Weg, und der ist heilsamer für uns und für die Natur. Wenn wir die Natur wieder als gleichberechtigt sehen. Als ein Gegenüber, das sozusagen nicht nur da ist, damit wir überleben auf diesem Planeten. Man hört ja immer nur: „Wir sterben weil die Meere sich erwärmen.“ Es geht aber darum, daß wir wirklich spüren, daß sich die Meere erwärmen und daß das sozusagen mein Erleben und meine Freude zu sein einfach einengt. Weil etwas verloren geht, was schon immer Teil des Lebens war, Teil von mir selbst. Die Technik – der Computer, das Internet, das Handy sollen mich nicht immer ständig begleiten. Denn sie hindern mich einfach an dem direkten Kontakt mit dem Jetzt und dem Gegenüber, sei es ein Mensch, der sich mir gegenüber befindet oder eben die Natur. Ich bin nicht gegen Technik. Technik ist ein wichtiger Faktor, der den Menschen einfach Spaß bereitet. Einfach etwas zu erfinden. Das liegt ja auch in der Natur des Menschen, etwas zu erfinden, was uns dann dient um unsere Träume zu verwirklichen. Wir haben jetzt unsere Träume, unsere iPad Träume und unsere Googlehandy Träume, die werden ja jetzt auch durch Technik erfüllt. Aber es gibt auch noch andere Träume. Zum Beispiel sich wieder als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. Als einer Gemeinschaft von Menschen, Tieren und Orten, die noch heil sind.“

Mehr Informationen zu ÁETEM und ihren Produkten findet ihr auf der Website von ÁETEM.

Manche Orte sind heilige Spots.

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Quelle: ÁETEM