Text Martin Hoch, Bild Tom Allen
Als wir noch vor kurzem mit unserem VW Bus durch Patagonien gondelten, trafen wir unterwegs erstaunlich viele Fahrradreisende. Es scheint ein neuer Trend zu sein, die Welt mit einem Zweirad zu erkunden. Tagsüber sahen wir sie, wie sie mit den patagonischen Winden kämpften, hochkonzentriert und den Blick immer auf die Strasse gerichtet. Schliesslich wäre es fatal, eines dieser heimtückischen Strassenlöcher zu übersehen. Doch gleichzeitig hoben sie jeweils kurz den Kopf, wenn sie uns sahen, winkten uns zu und lächelten mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Die Ausrüstung sah meist ziemlich ähnlich aus. Alle hatten diese schicken Fahrradtaschen aus dem Blachenmaterial, wie man es von den Freitag-Taschen kennt, und irgendwie schafften sie es, trotz wenig Platz, darin einen ganzen Haushalt zu verstauen. Abends sah man die radelnden Nomaden irgendwo wild campen und ihr Abendbrot selber köcheln. Ihre kleinen, farbigen Iglu-Zelte wirkten wie Smarties in der menschenleeren, wilden Landschaft. Abenteuerromantik pur.

Sicherlich kein Spaziergang eine solche Reise, aber ein Erlebnis wird es bestimmt sein und ich bin überzeugt, dass der Begriff Distanz eine ganz neue Bedeutung erhält.

Vor ein paar Monaten bin ich dann auf einen Film über eine ganz spezielle Fahrradreise gestossen. Der Film heisst Janapar und die Reise ist ein wahres Abenteuer.

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Martin Hoch widmete die letzten Jahre dem Reisen. Ob mit der Bahn, Bus, Segelschiff oder umgebauten VW-Bus, wichtig waren ihm die Begegnungen mit Menschen, angetrieben hat ihn die Liebe zur Natur.

Janapar – ein Odyssee über einen Mann und sein Fahrrad, und was alles geschehen kann, wenn man sein Leben zu leben beginnt.

Janapar ist ein Film über Freiheit und Liebe. Entstanden ist der Film über vier Jahre hinweg und handelt von Tom Allens Reise durch 32 Länder. Mit seinem Film hat uns der Explorer eine wahrlich leidenschaftliche Geschichte geschenkt: eine Odyssee über einen Mann und sein Fahrrad und was alles geschehen kann, wenn man sein Leben zu leben beginnt.

Die Geschichte beginnt in England. Der junge Tom Allen, erst 23-jährig, arbeitet erfolgreich an seiner Karriere im IT-Bereich. Er kann sich eigentlich nicht beklagen, alles läuft gut, doch ein Gedanke lässt ihn nicht los, kehrt ständig zurück: Ist das alles, um was es im Leben geht? Er nimmt diese Frage nicht auf die leichte Schulter, er fühlt, dass er die Antwort darauf zu Hause nicht finden wird. Er entschliesst sich alles hinter sich zu lassen. Er zieht mit seinem Fahrrad los und begibt sich auf die Suche nach der Freiheit.

Der junge Engländer tritt in die Pedalen, radelt durch die Welt, 12’000 Meilen ohne Landkarten oder Reiseführer und hält die ganze Reise filmisch fest. Er besitzt weder einen speziell sportlichen Hintergrund noch hat er überdurchschnittlich athletisches Talent, und doch durchquert er mit seinem Drahtesel drei Kontinente. Leidenschaft ist sein Antrieb.

Aber dann nimmt seine Lebensgeschichte eine neue Wendung; er verliebt sich heillos in eine junge iranisch-armenische Frau.

Trotzdem will er seine Reise nicht aufgeben, er kämpft darum seinen Traum am Leben zu erhalten und überzeugt Tenny, seine junge Liebe, mit ihm mit zu radeln. Tenny lässt sich von Tom überzeugen und so fahren sie zu zweit weiter.

Leidenschaft ist sein Antrieb.

Tom erhält einen Teil der Antwort, für die er loszog.

Doch es dauert nicht lange und die Dinge verkomplizieren sich, es läuft nicht wie geplant und Tom muss alleine weiter reisen. Er entscheidet sich weiter in die Sahara zu fahren. Alleine inmitten der Wüste steht er plötzlich vor unvorstellbaren Herausforderungen – und beginnt zu verstehen, erhält einen Teil der Antwort, für die er loszog, in der Hoffnung, sie zu finden.

Janapar, der Film wurde nach dem armenischen Wort für Reise benannt, ist eine ehrliche und lebensbejahende Geschichte. Toms Reise zeigt, dass man Antworten auf seine Fragen oft dann findet, wenn man es am wenigsten erwartet.

Nun möchte ich euch natürlich den Trailer des Films nicht vorenthalten. Wenn Euch die Geschichte genauso begeistert wie mich, könnt ihr den Film auf der Webseite von Janapar käuflich erwerben. Es lohnt sich, und vielleicht weckt der Film ja die Sehnsucht in Euch, auch einfach auf ein Zweirad zu sitzen und die Welt zu entdecken. Wäre es nicht reizvoll, einfach loszuziehen in ein Abenteuer fern ab des grauen Alltags?

Wäre es nicht reizvoll, einfach loszuziehen?

Quelle Bilder & Trailer: Janapar