Die Pfalz: unsere zweite Heimat in Deutschland

Wir besuchten die Tourismusregion Deutsche Weinstrasse in der Pfalz bereits einmal: vor knapp drei Jahren. Es war Liebe auf den ersten Blick. Die lieblichen Rebberge, die geselligen Bewohner, charmante Winzerdörfer, aber auch der Pfälzer Wald und natürlich der hiesige Wein taten es uns an.

Bei diesem ersten Besuch entstanden mehrere Artikel.

Reisetipps: Erlebnisse entlang der Deutschen Weinstrasse

Kulturtipps: Winzer und Küfer der Pfalz

Genusstipps: Genuss entlang der Deutschen Weinstrasse

Übernachtungstipps: Unterkünfte entlang der Deutschen Weinstrasse

Nun kehrten wir zurück in die Region und machten uns erneut auf Entdeckungstour.

Ein neues Café an Deutschlands schönster Strasse

Bei unserem ersten Besuch in der Pfalz nächtigten wir im charmanten Gästehaus «Zweite Heimat» von Karin und Steffen. Die Unterkunft liegt an der Theresienstrasse in Rhodt unter Rietburg – von unzähligen Besuchern als Deutschlands schönste Strasse tituliert. Damals schwärmten mir die beiden noch vom Café Ludwig 1 vor, das in den nächsten Monaten entstehen soll. Ich durfte damals einen Blick auf die Baustelle werfen. Und nun drei Jahre später kehrte ich hierher zurück und das Resultat ist schlicht begeisternd. Karin verrät mir dann auch: «Unsere Gäste reisen von weitum an, um unseren Kuchen zu kosten.» Die Köstlichkeiten backen sie selber. Bis zu siebzig Kuchen pro Woche, wie sie mir verraten. Der Kaffee ist schmackhaft und das Interieur spielt, wie schon beim Gästehaus, mit der adligen Geschichte des Ortes. Die beiden brachten was Neues und Inspirierendes in den Ort.

Reisetipp: Das Café Ludwig 1 für ein Frühstück oder für Kaffee und Kuchen besuchen. cafe-ludwig-1.de

Landau: Hier erfand man das Cabriolet

Wein wächst, wo die Sonne scheint. Und wo die Sonne viel scheint, sitzt keiner gerne in einer geschlossenen Karre. Das dachten sich die Landauer bereits vor über 300 Jahren und fertigten Kutschen, die sich bei Sonnenschein von einem geschlossenen in einen offenen Wagen umwandeln liessen. Das Cabriolet war geboren.
Landau in der Pfalz ist der Dreh- und Angelpunkt in der südlichen Weinstrasse. Die Stadt mit gut 45’000 Einwohnern ist dennoch unaufgeregt, gemütlich und lädt, speziell an einem lauen Sommerabend, zu einem Stadtbummel ein. Dabei empfehlen wir den Besuch von zwei Lokalitäten:

1 | SuppeMagBrot
Der Einrichtungsstil des Cafés und Suppenbar «SuppeMagBrot» liegt irgendwo zwischen Grossmutters Stube und skandinavischer Lieblichkeit. Auf die Beine gestellt haben das Lokal vor zwei Jahren zwei befreundete Studenten aus der Stadt. Ja, Landau ist auch eine Studentenstadt, was der Stadt guttut, ihr etwas Frisches, Lebendiges verleiht. Nebst feinem Café gibt’s knackige Salate und Suppen. Suppemagbrot.de

2 | Vinothek PARTERRE
In einer ehemaligen Kaserne einquartiert und vom Berliner Designer Michael Michalsky eingerichtet, ist diese Vinothek ein Augenschmaus. Im Angebot stehen über 220 Weine von mehr als 55 Winzern. Wer sich einmal quer durch die Weinstrasse degustieren möchte, ist hier richtig. Am schönsten ist es im Sommer, wenn die Terrasse geöffnet ist – ein wirklich lauschiger Ort für Sommerabende. par-terre.de

Ein Phänomen für die Bucketlist: die Pfälzer Mandelblütenzeit

Was in Japan die Kirschblütenzeit ist, ist in der Pfalz die Mandelblütenzeit. Diese findet jeweils im März/April statt und die ganze Region bibbert auf den Moment, in dem die Mandelbäume förmlich explodieren und für wenige Wochen entlang der Weinstrasse Rosa- und Weisstöne das Landschaftsbild dominieren. Was ein mancher Tourist nicht weiss: Bei den Mandelbäumen handelt es sich grösstenteils um Zierbäume. Die Einheimischen schmunzeln jeweils, wenn die Besucher ihre Rucksäcke mit Mandeln füllen, denn geniessbar sind diese nicht.

Reisetipp: Mehr Informationen zur Pfälzer Mandelblütenzeit gibt es hier: mandelbluete-pfalz.de

Ortschaften wie Gimmeldingen oder Maikammer bieten in dieser Zeit Mandelblütentouren an. Zudem sind in der Region mehrere Mandelblütenwanderwege ausgeschildert: Sie führen an den prächtigsten Mandelbäumen vorbei. Wer dabei durch Maikammer mit seinen historischen Bauwerken geht, sollte eine Pause in der lokalen Vinothek «Weinkammer» einlegen. Die Vinothek entstand auf Initiative des Bürgermeisters und mauserte sich innert kürzester Zeit zum Herzen des Dorfs und gesellschaftlichen Treffpunkt für Gäste und Einheimische. Die Vinothek besteht aus einem kleinen Bistro und einem Verkaufsraum – hier bieten 25 Winzer jeweils fünf ihrer Weine zur Degustation an. Und ist man schon mal in Maikammer, empfehlen wir das gehobene Restaurant «Dorfchronik». Bodenständige Kost, verfeinert mit Würzigem aus aller Welt und herzerwärmend herzlichem Service – die Gastgeberin persönlich kümmert sich um die Gäste – bilden die Ingredienzen für einen wunderbaren Abend. Und last but not least haben wir noch einen ganz grossen Weintipp: Das Weingut Schreieck in Maikammer lädt in freundlichem Ambiente Gäste zum Degustieren ein – wir testeten die Weine und fanden ein Juwel: Der kräftige «Big Red» des Hauses ist eine Offenbarung, zeigt, dass die Pfalz inzwischen auch wuchtige, spannende Rotweine produziert.

Reisetipp: Unbedingt den «Big Red» im Weingut Schreieck kosten und danach in die Dorfchronik essen gehen. schreieck-maikammer.de, restaurant-dorfchronik.de

Salz und Wein in Bad Dürkheim

Geht man in der Geschichte weit zurück – in etwa 30 Millionen Jahre – war die Region unter dem Meeresspiegel. Wo heute Trauben wachsen, war nichts als Ozean. Diesen Umstand nutzten die Dürkheimer bereits vor mehreren hundert Jahren und begannen mit der Salzgewinnung. Riesige Gradierwerke förderten das salzhaltige Wasser der Salzquellen nach oben und filterten es durch Reisigbündel. Nebst der Gewinnung von Speisesalz nutzte die Bevölkerung die salzhaltigen Tröpfchen und den Dunst für Kuren: Es soll speziell auf die Lunge und Bronchien eine heilende Wirkung ausüben. Und es gibt noch heute einen findigen Dürkheimer, der in Eigenregie jährlich bis zu 60 Kilo Salz gewinnt und verkauft: der Besitzer der Vinothek Michler. Er sagt dann auch: «Das Salz hat einen intensiven, vollen Geschmack.» Und mit Geschmäckern kennt sich der Weinkenner aus. Jährlich führt Steffen Michler um die 120 Veranstaltungen zu Wein und Spirituosen durch. Gleichzeitig führt er die Vinothek mit Feinkostabteilung im Zentrum von Bad Dürkheim. Der Shop ist einen Besuch wert – hier präsentiert Michler einige der besten Tropfen der Region. Er war der erste in der Pfalz, der eine Vinothek eröffnete. Anfangs wurde er dafür belächelt. Die Leute fragten sich, weshalb einer an einem Ort voller Weingüter eine Vinothek eröffnet. Doch der Erfolg gab ihm Recht. Seine Kunden schätzen seine Auswahl und dass sie an einem Ort mehrere Weine verkosten und kaufen können. Zum Schluss präsentiert er uns einen Wein mit den Worten: «Das ist die Zukunft der Pfalz.» Es ist ein Syrah vom Kallstadter Weingut Bühler. Unser Schlagwort um weiterzuziehen und diesen Bühler zu suchen.

Reisetipp: Die Vinothek Michler am Römerplatz 13 ist eine ideale Anlaufstelle für gute Weine der Pfalz. weinsensorik.de

Freinsheim, die hübsche Dame

Auf dem Weg nach Kallstadt verschlägts uns noch nach Freinsheim: Ein wahrlich bezaubernder Ort umgeben von einer intakten Stadtmauer. Eine Altstadt, die mit ihren Gässchen, Hinterhöfen, Plätzen und Kneipen geradezu zum Stadtbummeln einlädt.

Reisetipp: Das «0815 Extrem Gut» wirbt mit einem Augenzwinkern mit «Betreutem Trinken». Das Lokal ist luftig, nett eingerichtet und verfügt im Sommer über eine sonnige Terrasse. Nebst Wein ist die Spezialität des Hauses Flammkuchen. 0815extremgut.de

Die Kulinarikhochburg der Pfalz

Das muss man sich mal vorstellen: Das 1’200 Seelendorf Kallstadt verfügt über Restaurants mit einer Gesamtzahl von gegen 3’000 Sitzplätzen. Und diese seien jeweils alle gut besucht, versichern mir die Einheimischen. Wahnsinn! Doch vor dem Essen wollten wir Jens Bühler ausfindig machen. Mit festem Händedruck und einem genauso starken Blick empfängt er uns. Und schnell wird klar: Vor uns steht ein Winzer mit Ambitionen. Er spricht voller Leidenschaft und scheint die Zeichen der Zeit zu erkennen, nämlich dass nebst einem hochwertigen Produkt auch die Vermarktung zusehends wichtiger wird. Das Weingut, das seine Eltern aufgebaut haben, möchte er weiter voranbringen. Damit reiht er sich ein in eine neue, junge Generation von Winzern. Überall in der Region spricht man von diesem frischen Geist der neuen Generation. Sie besuchen Winzerschulen in Frankreich oder Südafrika, um danach zurückzukommen und der Pfalz ihren Stempel aufzudrücken. «Das sind Winzer, die über den Tellerrand gekuckt haben», erklärt man uns.
Zurück zur Kulinarik. Besonders empfehlen können wir das Weingut am Nil. Auch hier gilt: junges Ambiente mit hochwertiger Kost. Und was die Weine betrifft, durften wir hier einige der besten der Pfalz trinken: Prädikat Spitzenklasse.

Reisetipp: Essen im Weingut am Nil, übernachten im urchigen Kallstadter Hof. Weingutamnil.de, kallstadter-hof.de

Die Pressereise fand mit Unterstützung des Vereins Südliche Weinstrasse e.V. und der Deutschen Zentrale für Tourismus statt.

Weiterführende Infos zur Tourismusregion Südliche Weinstrasse: suedlicheweinstrasse.de
Weiterführende Infos zu Wellness & Kulinarik in Deutschland: germany.travel/aktivferien