Nordisch kühl, menschlich warm: die Ostsee

Das ist die Geschichte des Gourmets Herrn Rex, vom Privatier Allmen, vom Eisbär Paul, vom Hotelier Albrecht Kurbjuhn, dem grossherzoglichen Partytiger Friedrich Franz und deiner nächsten Feriendestination: der German Riviera. Hier an der Ostsee muss man gewesen sein.

Heilige waren sie in Heiligendamm nie

Durch tunnelgleiche Alleen erreiche ich mit meinem Mietwagen das Grandhotel Heiligendamm. Der Name verspricht Ehrfurcht. Die tatsächliche Geschichte ist fröhlicher: Das erste Seeheilbad Deutschlands gründete 1793 der Grossherzog Friedrich Franz I. Eine Zahl veranschaulicht seinen Lebenswandel: 35 Kinder soll er gezeugt haben, gerademal acht davon waren eheliche. Ob daran gar wir Schweizer mitschuldig waren? Tatsächlich studierte der Blaublüter in Lausanne und Genf – es versteht sich von selbst, dass er auch eine Schweizerin anlächelte – und gut möglich, dass ihn die Welschen mit ihrer Lebenslust ansteckten.
Jahre später, zurück in Deutschland, war es sein Arzt, der ihm riet, sich vermehrt am Meer aufzuhalten. Seiner Gesundheit würde dies förderlich sein. Er errichtete das Haus Mecklenburg am endlosen, weissen Sandstrand. Der Grundstein des heutigen Grandhotel Heiligendamm war gelegt.

Diese Tage dürfen auch Nicht-Adlige in Heiligendamm logieren. Etwas Schotter muss man aber auch heute noch im Kässeli haben. Dafür wird man mit eleganter Grandhotel-Atmosphäre belohnt: Mit prunkvollen, klassizistischen Bauten, anmutigen Zimmern mit Bädern aus Marmor, Sesseln aus Samt und Seide und einer Farbenwelt, die an die Hauptattraktion des Hauses anlehnt, das Meer. Und mit hervorragender Kulinarik – mehr dazu später.

Reisetipp: Direkt neben dem Hotel in die historische Dampflokomotive «Molli» einsteigen und in den fünfzehn Minuten entfernten Ort Bad Doberan fahren. Hier steht eine weitere grossartige Sehenswürdigkeit: das Münster von Doberan. molli-bahn.de, muenster-doberan.de

Der Privatier aus der Schweiz: Allmen

Während in der Bar der Pianist seine letzte Sonate spielt, lese ich mich durch Martin Suters Buch «Allmen und der rosa Diamant». Ein wesentlicher Teil des Werks spielt sich hier im Hause ab. Allmen, den Privatier und Detektiv, führt die Suche nach einem Russen an die Ostsee. Suter schreibt treffend: Noch nie, auf keiner seiner zahlreichen Reisen, hatte er das Meer so erlebt wie hier. Mir ergeht es ähnlich. Als ich am nächsten Morgen über den Steg vor dem Hotel dem Horizont entgegengehe, fällt mir auf, was mich hier nicht mehr loslassen wird. Was meine innere Uhr zum Stillstand bringt. Hier existiert kein Horizont. Das Meer geht direkt in den Himmel über. Blau in Blau. Ich denke: Wenn es keinen Horizont gibt, muss es Ewigkeit geben. Endlosigkeit lässt Zeit verschwinden. Und mir wird klar, dass genau dieser Umstand diese Gegend derart einzigartig macht. Wer Ruhe sucht, wird sie hier finden.

Und, wie vorher angetönt, kommt auch Suter nicht darum herum, die hervorragende Küche des Hotels in seinen Text einfliessen zu lassen. Er schreibt: Das Essen war hervorragend. Und weiter: Schwächen konnte er kaum entdecken. Beim Fisch nicht – gebackene Seezunge mit sautierten und im Olivenöl angeschwitzten und mit Weisswein abgelöschten Artischocken -, beim Geflügel nicht – im Schmortopf gegartes Maishuhn mit karamellisiertem Speck und Gemüse angerichtet -, beim Fleisch nicht – panierte Kalbsnuss mit Salbei-Anchovis-Beignets. Zudem würdigte er die Weinkarte und lobte die Desserts über den Klee, ja gar von einem Glücksgefühl ist die Rede.

Nun, es erging mir nicht anders. Zusammen mit dem Hoteldirektor Thilo Mühl, einem angeregten Gesprächspartner und äusserst umgänglichen Menschen, nehme ich Platz im Gourmetrestaurant des Hauses: dem Restaurant Friedrich Franz. Und hier kommt Herr Rex ins Spiel. Hier eine Anmerkung meinerseits: Was gute Hotels ausmacht sind nicht schicke Zimmer, grandiose Schwimmbecken oder eine top Lage, nein, es sind herausragende Mitarbeiter. Und der Restaurantleiter und Sommelier Herr Rex ist ein richtiges Original.
Er hat ein Auftreten aus einer Mischung von Grandesse und herzhaftem Schalk. Dabei verfügt er über ein immenses Wissen über Kulinarik und Weine. Er präsentiert die Weine so, als hätte er jedes Weingut persönlich besucht. Vielleicht hat er dies auch? Und serviert uns Gourmetkunst des Künstlers – ihn schlicht einen Koch zu nennen, wäre ungebührend – Ronny Siewert. Er erkochte sich bereits einen Michelin-Stern und achtzehn Gault-Millau-Punkte. Und die Luft nach oben ist vorhanden. Ein zweiter Stern ist zu erwarten. Wir verspeisen solch schönes wie eine Kaviar Trilogie. Weiter eine Gänseleber «Selektion» mit Erdnusskrokant, Perigord Trüffel, eingelegten schwarzen Walnüssen, Cassis und Ingwer. Damit führte ich erst zwei der sechs Gänge auf. Der Abend, das Essen und die Gespräche – ja jetzt verfalle ich ins Schwärmen – war ein Gedicht.

Lesetipp: Martin Suter, Allmen und der Diamant, Diogenes Verlag. ISBN 9783257241976

Der Hotelier Albrecht Kurbjuhn: Botschafter der Ostsee

Den Namen des Ortes kann ich mir kaum merken: Kühlungsborn. Aber ich mache mir eine Brücke – sind wir hier doch im Norden: Born to be Kühl. Eins kann ich aber versprechen, die Menschen hier sind das Gegenteil, sind richtig warm. Voller Emotionen. Ein gutes Beispiel dafür ist meine nächste Bekanntschaft.

Er hat ein grosses Herz und ein erfrischendes Lachen: Albrecht Kurbjuhn. Einst war er, was hier die meisten sind, ein Feriengast. Seine Brötchen verdiente er sich einige hundert Kilometer weiter südlich. Vom Hotelfach hatte er so viel Ahnung wie ein katholischer Priester von Frauen. Und doch entschied er sich hierher nach Kühlungsborn zu kommen und ein Hotel zu eröffnen. Er blickt zurück, sagt: «Meine Frau und ich fühlten uns hier an den Ort erinnert, an dem wir uns kennenlernten. An einen Ort im Norden Zyperns.» Das Meer an der Ostsee habe genauso türkis geleuchtet, die weiten Sandstrände und das Zirpen der Grillen taten das seine und: «Die historischen Villen, die sich wie eine Perlenkette entlang der Küsten aneinanderreihten, raubten uns den Atem.» Sie erwarben eine dieser Perlen, polierten sie, brachten sie wieder zum Glänzen und führen heute als Familie eines der innovativsten, lebendigsten der hiesigen Hotels mit Restaurants, Bar und Lounge. Die beiden Töchter und ein Schwiegersohn arbeiten aktiv im Hotel Polar-Stern mit.

Gleichzeitig ist Kurbjuhn Mitbegründer der Initiative «German Riviera». Man erkannte, dass die Ostsee, die German Riviera, als touristisches Produkt stärker vermarktet werden muss. Denn tatsächlich ist die Gegend ein Traum: Hier dominiert die Natur mit dem Meer und dem Wald, gleichzeitig bietet der Ort eine hervorragende Infrastruktur.

Die German Riviera spricht Sehnsüchte an, die der heutige Reisende sucht: Ruhe, Kulinarik, Natur und aktiv sein. Die Zeiten als Touristen hordenweise die Strände des Mittelmeers belagerten, um sich stundenlang der prallen Sonne auszusetzen, sind zusehends vorbei. Dazu kommt eine beruhigende Reduziertheit der Landschaft. In einer Zeit der Reizüberflutung ist diese sowas wie Wellness für den Geist und die Seele. Und last but not least stimmt hier die Qualität – vom Essen bis zu den angebotenen Unterkünften.

Reisetipp Wer die Seele baumeln lassen will, sollte einfach mal an die Ostsee reisen. german-riviera.com

Der Freund der Kinder: Eisbär Paul

Ja, anfangs erwähnte ich noch jemanden: den Eisbären Paul. Wer im Grandhotel Heiligendamm an der Rezeption eincheckt, dem fällt das weisse Trittpodest auf. Dieses führt auf die Höhe der Rezeption und ist dafür gedacht, dass auch Kinder auf Augenhöhe mit einchecken können. Sie verdeutlicht: Hier sind Kinder willkommen. Das Grandhotel ist bei Kindern beliebt, nicht zuletzt dank der Kindervilla und dem Eisbären Paul. Die Kindervilla ist ein eigenes Haus – eine richtige Villa – die von oben bis unten, auf drei Etagen, mit Spielzimmern ausgestattet ist. Ein Traum! Und Eisbär Paul ist hier das Maskottchen. Aber er ist mehr als das, denn es gibt ihn auch im Rostocker Zoo. Das Hotel unterstützt da die Eisbärenanlage finanziell und ist Pate des Eisbären. Und ich bekam nach dem Besuch einen Plüsch-Eisbären-Paul. Bin richtig stolz darauf.

Die Pressereise fand mit Unterstützung des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern e. V. und der Deutschen Zentrale für Tourismus statt.

Weiterführende Infos zu Mecklenburg-Vorpommern: auf-nach-mv.de
Weiterführende Infos zu Wellness & Kulinarik in Deutschland: germany.travel/aktivferien