Reisetipps: 5 Gründe, warum es sich lohnt, nach Köln zu reisen

Ja ist denn schon wieder Karneval? Blöde Frage, denn die viertgrösste Stadt Deutschlands ist längst so cool wie Berlin, nur mit besserem Bier und lustigeren Menschen. Wir haben uns von Kölschglas zu Kölschglas gehangelt (geht aufgrund der «Grösse» ja) und uns an den reizendsten Plätzchen vorbeitreiben lassen, die Köln in Sachen Lifestyle & Kulinarik zu bieten hat. (Coverfoto: Matthias Haker Photography)

1 | Hoteltipps Köln: Schicke Hotels und günstige Unterkünfte

Nur ein klitzekleiner Schriftzug an der Pforte des neogotischen Monuments im Kölner Gerling Viertel verrät, dass man an der richtigen Tür klopft: Mitten in der Stadt, dem Lärm entflohen, hinter der Kirche St. Gereon ist dieses imposante Gebäude als Hotel aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Der offizielle Beiname «Hideaway» macht Sinn, sorgt dieses Kleinod doch sogar bei Taxifahrern für Verwirrung. Hat man endlich hineingefunden, überfangen Rippengewölbe und Spitzbögen die Eingangshalle. Der Überrschungseffekt: Die sakrale Aura des historischen Bauwerks aus dem Jahr 1867 wird durch Designklassiker des 20. Jahrhunderts gebrochen. Palluccos Fortuny Lamp setzt seine Spotlights, vor der Rezeption warten die Neuankömmlinge neugierig auf Mies van der Rohes Barcelona Chairs. Mit den Zimmern verhält es sich ähnlich, die Linie ist klar und edel. Das Beste: Sie können mit offenem Fenster schlafen, versprochen. Ommm.
Hoteltipp THE QVEST Hideaway, Gereonskloster 12, 50670 Köln. qvest-hotel.com

Wer es lieber etwas aufgeregter (und um einiges günstiger mag), der schwärmt ins hippe Belgische Viertel in der südlichen Neustadt-Nord aus. Ab 20 Euro schon kann man in der «Wohngemeinschaft» anheuern, ohne sich bewerben oder vorstellen zu müssen. Die sechzehn Zimmer des Hostels haben es in sich: Vom Raumschiff über ein Wald-Atelier bis hin zum Ballett-Schlafsaal oder Bollywood-Viererzimmer – jeder Raum ist thematisch individuell und detailverliebt gestaltet. Unschlagbar ist neben der hauseigenen WG-Bar (Drinks in einem VW-Bus, anyone?) die Nähe zu den angesagtesten Shops, Restaurants und Clubs.
Hoteltipp Richard-Wagner-Str. 39, 50674 Köln. die-wohngemeinschaft.net

2 | En Stadt, e Bier, e wunderbar Jeföhl – Die Brauhäuser Kölns

Zugegeben, mit einem Kölsch-Sprachkurs können wir hier nicht dienen. Wofür Köln aber neben seines charmanten Dialekts noch steht, ist Tradition und Gastlichkeit. Mehr als 3’000 Betriebe haben Touristen und Einheimische zur Auswahl. Obwohl 182 Nationen hier leben und fast jede auch kulinarisch vertreten ist, kommen Kölsche Brauhäuser wohl nie ganz aus der Mode. So ist kölsch nicht nur Sprache, sondern auch Gerstenwasser. Wir sprechen hier von einem obergärigem Bier, das nur in Köln gebraut werden darf. Ausgeschenkt wird es in «Kölner Stangen», die lediglich 0,2 Lier fassen. Legt man, nachdem man es geleert hat, nicht sofort einen Bierdeckel drauf, kommt schon das nächste geflogen. Wie praktisch! Oder gefährlich? Die Institution am Dom, das Brauhaus Früh, zieht sämtliche Register.
Brauhaus-Tipp Köln Am Hof 12-18, 50667 Köln. frueh-am-dom.de

Ein zwar altes, aber neu aufgelegtes Brauhaus ist das Brauhaus Johann Schäfer. Hier wird regional und saisonal eingekauft, das Tier von Kopf bis Fuss verwertet. Die Tageskarte passt sich den Umständen an, also ist Kreativität gefragt. Die deftigen Traditionsgerichte wie Kölscher Kaviar (Blutwurst mit Senf und Röggelchen), Sauerbraten oder Roulade bekommen hier einen neuen Twist. Trinkhilfen (auch Vorspeisen genannt), wie Rindfleischkrokette mit Paprikamajo oder Matjesfilet mit Fenchelsalat und Zitronenmelisse und frische Desserts aus Shotgläsern, die die Kellner ungefragt anbieten, runden das Ganze ab. Eigenes Bier gibts natürlich auch. Vegetarische Gerichte ebenso. Und ein instareadyInterieur obendrauf.
Brauhaus-Tipp Köln Elsaßstraße 6, 50677 Köln. johann-schaefer.de

3 | Restauranttipps Köln: neue kulinarische Töne

Im Trendquartier, dem Belgischen Viertel, reihen sich ein Restaurant ans nächste. Das beste herauszupicken, ist wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Es gibt ständig Neues, Hübsches, Gehyptes. Diese drei machen ihre Sache besonders gut – und vor allem: anders.

Frischer Fisch aus der Küstenregion Perus, Gemüse- und Getreidearten aus dem Anden-Hochland und tropische Früchte aus dem Amazonas-Regenwald – naja, nicht ganz. Das zumindest sind die Inspiartionsquellen des Restaurants Tigermilch. Die Macher interpretieren die südamerikanische Küche neu, indem sie fröhlich herumprobieren und traditionell peruanische Familienrezepte mit regionalen Produkten spielen lassen. In buntem, modernem Ambiente bestellt man nach dem Sharing Konzept und teilt sich so aussergewöhnlich kombinierte Ceviches, Superpollo con Limon und flambierte Rindshüftwürfel an Rotweinessig-Sojasauce.
Restaurranttipp Köln Brüsselerstr.12, 50674 Köln. tigermilch.kitchen

Wenn die Kunst nicht nur auf dem Teller, sondern auch an den Wänden sitzen soll, lohnt sich ein Ausflug zum Kunstbruder. Indische Kochkunst trifft hier so geschmeidig wie das hauseigene Kichererbsen-Curry auf Street Art (ein Charakteristikum des Kölner Stadtbilds, achten Sie mal drauf!). Von den Leinwänden schreien die Graffitis, die Gäste aus den 60er-Danish-Design-Stühlen nach geschmortem Lamm. Shoppen kann man die Drucke in der Galerie natürlich auch.
Restaurranttipp Köln Händelstraße 51, 50674 Köln. kunstbruder-restaurant.de

Für den Snack zwischendurch (oder eigentlich immer) empfiehlt sich das Hot Dog Eldorado Mad Dog allerwärmstens. Direkt auf der Aachener Strasse, einer kleinen Food-Meile, gelegen, stolpert man hier in deliziöse exotische Würste. Ob mexikanische Taco Dogs namens Doginio oder die italienische und orientalische Variante – die Portionen sind klein, aber wahnsinnig lecker. Für Anti-Fleischfresser gibts vegetarische Varianten oder Bowls.
Restaurranttipp Köln Aachener Str. 14, 50674 Köln. facebook.com/maddogshotdog

4 |Bar-Tipps Köln: abwarten und viel trinken

Man merkt es schnell, der Kölner trinkt gern. Das tut er natürlich nicht nur im Brauhaus, sondern zeigt sich auch in den angesagtesten Bars. Das Schöne: Lang allein bleibt man hier nicht. Der Kölner besitzt ein äusserst offenes Wesen.

Damit die Aperitif-Kultur nicht vom Kölsch-Kult kleingehalten wird, lässt man sich eigenes einfallen. Die Bar Seiberts ist eine “Liquid Kitchen”, Cocktails werden mit Raffinesse und Kreativität gemixt. Liebhaber schlürfen sie in opulentem, fast schon dekadentem Ambiente. Geheimtipp: Die wenigen Plätze auf der Terrasse sind die vielleicht schönsten Kölns – ein alkoholischer Paradiesgarten erwartet einen. Heisst: Früh da sein! Wenn möglich, schon um 17h beim Türrsteher klingeln.
Bar-Tipp Köln Friesenwall 33, 50672 Köln. seiberts-bar.com

Irgendwie Fussballbar, ganz klar Eckkneipe – unbestritten ist “Zum Goldenen Schuss” im Belgischen Viertel Szenefavorit. Das Bier trinkt der Hipster umgeben von Vintagemöbeln und Retrotapete, untermalt von Hip-Hop-Klängen.
Bar-Tipp Köln Antwerpener Str. 38, 50672 Köln. facebook.com/zum.goldenen.schuss

Der Bezirk Ehrenfeld gilt als das dreckige Berlin Kölns und wird das Belgische Viertel als Trendviertel schon sehr bald abgelöst haben. Dass hier die wahrscheinlich coolste Bar steht, macht Sinn: Das “Bumann & Sohn” bietet von rohen Wänden über einen gemütlichen Biergarten bis hin zum zum Tanz peitschenden DJ so ziemlich alles. Die Bar kann gemütlich und wild, Speis udn Trank. Was will man mehr?
Bar-Tipp Köln Bartholomäus-Schink-Str. 2, 50825 Köln. bumannundsohn.de

5 | Das Schmitz-Imperium schlägt zurück

Die Aachener Strasse im Belgischen Viertel ist fest in einer einzigen Hand und zwar der von Dirk Mecky. Seltsam eigentlich, denn seine Läden heissen alle Schmitz. Da gibt es die Bar Schmitz, eingerichtet im belgischen Jugendstil, die eigentlich eher Brasserie ist und neben Essen und Wein auch das hauseigene und stadtbeste Eis vertreibt. Dass die Metzgerei Schmitz einst die älteste Fleischerei Kölns war, sieht man noch immer. Heute wird in den grau-blauen Kacheln gefrühstückt. Der Salon Schmitz ist ein Bijou, in dem man auf Möbeln der 50er und 60er Jahre speist. Im Keller versteckt sich die kleine Coco Schmitz, eine schummrige und monände Diva (eine Disko quasi). Die Schmitzens kümmern sich um einen – zu jeder Tag- und Nachtzeit.
Ausgeh-Tipp Köln Das Schmitz-Imperium. salonschmitz.com