Wir zeigen euch das Jura Drei-Seen-Land

1 | Solothurn

Die kleine Stadt an der Aare bietet sich gut als Tagesausflug an. Seine hübsche kleine Altstadt ist autofrei und steckt voller Geschichten. Bei einer Stadtführung durch die grosse St. Ursen-Kathedrale, über den Märetplatz, entlang den Stadtmauern und vielen anderen historischen Bauten werden einen diese erzählt. Die Stadt kann ebenso vom Wasser aus auf einer Boots-Führung auf der Aare besichtigt werden. Auch diverse Museen, Boutiquen, Restaurants und Bars zieren die Barockstadt. Hier steht übrigens auch die erste Absinthe Bar der Schweiz, welche die Spirituose aus Kräutern des Val de Travers im Schweizer Jura anbietet.

Wer lieber in der Natur aktiv sein möchte, dem werden rund elf Kilometer lange Velowege rund um Solothurn geboten. Aber auch Wanderer kommen nicht zu kurz: Vom Bahnhof aus kann man bequem den gelben Wegweisern an den Stadtrand folgen. Von dort aus führt ein Weg durch den Wald und die Verenaschlucht zur berüchtigten Einsiedelei.

Restuarant-Tipp Das Restaurant Salzhaus am Landhausquai an der Aare bietet köstliche Speisen aus der Schweizer Küche mit asiatischem Touch an. Die Architektur und Einrichtung des ehemaligen Salz- und Lagerhaus schaffen ein modernes wie auch urchiges Ambiente.

2 | St. Petersinsel bei Biel

Die 1,76 Quadratkilometer grosse Halbinsel im Bielersee ist sowohl zu Fuss von Erlach, als auch mit dem Schiff erreichbar. Von Biel aus dauert die Fahrt gut eine dreiviertel Stunde, während man die steilen Rebbergen am Ufer bestaunen kann. Auf der Insel selbst bietet sich ein Spaziergang an. Die Halbinsel kann in einer guten Stunde umrundet werden. Unterwegs gibt es diverse Grillstellen am Wasser und das bekannte Cluniazenser-Kloster, wo einst der Philosoph Jean-Jacques Rosseau wohnte, lädt zum kulinarischen Zwischenstopp oder als Übernachtungsmöglichkeit ein. Vom etwas erhöhten Barocker Pavillon hat man zudem einen schönen Panoramablick aufs Seeufer. Dieser kann auch für Feste reserviert werden.

Übernachtungs-Tipp Wer es gerne etwas familiärer hat, dem bietet die Villa Lindenegg in Biel gemütliche grosse Zimmer zur Übernachtung. Die kleine Pension befindet sich nur zwei Gehminuten von der schmucken Altstadt entfernt und ist dennoch ruhig in einem idyllischen Garten gelegen. Das royale Restaurant mit 14 Gault-Millau Punkten serviert ausschliesslich regionale Produkte und trumpft mit zuvorkommendem Service auf.

3 | La Neuveville Klein aber fein

So könnte man das im Jahr 1312 gegründete Städtchen am Bielersee bezeichnen. Die historische Stadt ist vom mittelalterlichen Baustil geprägt, was dem Örtchen einen speziellen Charme verleiht. Sehenswürdige Gässchen, Türme und altertümliche Häuser reihen sich aneinander. Bei einer Stadtführung lassen sich auch die engen Kanäle besichtigen, die früher der Abfall- und Abwasserentsorgung dienten.

Besonders lohnt sich auch der kurze Aufstieg auf den knatternden Holztreppen des Roten Turms. Im von 1593 stammenden Kirchturm geniesst man nicht nur einen atemberaubenden Blick über die Altstadt und den See, sondern bekommt auch das uralte Uhrwerk und ein ehemaliger Gefängnisraum zu Gesicht. Auch die Seepromenade mit dem kleinen Hafen laden zum Flanieren ein.

4 | Creux-du-van

Noch immer wissen viele Schweizer nicht, dass unser Land diesen gigantischen Felsenkessel beheimatet. Die 160 Meter hohen Felswände liegen an der Grenze der Kantone Neuenburg und Waadt und erstrecken sich über rund vier Kilometer. Entstanden ist diese Kulisse durch Gletscher und Bäche und den Kalkablagerungen des urzeitlichen Meers. Mit ein bisschen Glück sind auch Gämse, Steinböcke, Luchse und zahlreiche andere Wildtiere in der unberührten Naturlandschaft zu beobachten, die durch ein 25 Quadratkilometer grosses Reservat geschützt ist.

Von Noiraigue erreicht man die Felsformationen in einem rund eineinhalbstündigen Fussmarsch oder einer 30-minütigen Autofahrt. Parkplätze sind gleich vor dem Restaurant Soliat vorhanden, der den Creux-du-van nur durch einen 300 Meter langen Spazierweg trennt. Gewandert werden kann mit der nötigen Vorsicht direkt am Abgrund oder einem parallel verlaufenden Weg. Wichtig ist auf jeden Fall, gutes Schuhwerk mitzubringen, da bei Nässe die Wege rutschig sein können.

Übernachtungs-Tipp Das L’Aubier in Montezillon ist einer der ersten Öko-Hotels in der Schweiz. Es verfügt über 25 gemütlich und modern eingerichtete Zimmer mit einem herrlichen Blick auf den Neuenburgersee und die dahinterliegenden Alpen. Im Bio-Restaurant werden ausschliesslich Produkte mit biologisch oder biodynamisch zertifizierten Produkten angeboten.

5 | Neuenburg

Eine über tausendjährige mittelalterliche Stadt mit viel Charme und Geschichte. Auch sie ist überschaubar und daher perfekt für einen Tagesausflug geeignet. An erhöhter Lage bietet das Schloss Neuchâtel einen schönen Blick über die gesamte Stadt. Die Stiftskirche mit ihren schlanken Türmen, dem nüchternen Inneren und dem Kloster und das imposante Schloss mit den Mauern aus hellem Sandstein, sind allemal eine Reise wert. Gleichzeitig gilt es als Aushängeschild der Stadt mit dem daneben liegenden Gefängnisturm.

Wer sich keiner klassischen Stadtführung zu Fuss anschliessen möchte, kann Neuenburg auch mit dem Touristenzug erkunden, der gemächlich durch die belebten und geschichtsträchtigen Strassen tuckert. Nebst diversen Museen, einem botanischen Garten und der wunderschönen Seepromenade bietet Neuenburg auch etliche Créperien, Bistros und Cafés, womit man sich immer wieder wie in unserem französischen Nachbarland fühlt.

(Titelbild: © Stefan Arendt)