Ich besuchte Rio de Janeiro inzwischen dreimal. Beim ersten Mal erreichte ich Rio als Passagier eines Frachtschiffes. Beim zweiten Mal tuckerte ich mit meinem VW Bus in die Stadt rein. Und kürzlich besuchte ich die Stadt zum dritten Mal, durfte als Passagier des Edelweiss Erstflugs in Rio landen. Jede Anreise war speziell – und jedesmal habe ich mich in die Stadt verliebt.

Bei diesem dritten Besuch war ich mit dem Schweizer Fotografen Nico Schaerer auf Reportage. Einmal mehr schaffte er es, Motive, die bereits tausendfach abgelichtet wurden, aus einer neuen Perspektive zu zeigen – in seinem eigenen, unverkennbaren Stil. Die Aufnahmen von Rio entstanden bei mehreren Helikopterflügen und intensiver Auseinandersetzung mit der Stadt.

Und das sind unsere Top 10 Gründe, weshalb sich eine Reise nach Rio de Janeiro auch für dich lohnen könnte.

1 | Spektakuläre Topographie

Die unzähligen Hügel, von Urwald überzogen und von Favelas belebt, geben der Stadt ihr charakteristisches Aussehen. Die meisten von ihnen sind begehbar. Trekking-Ausflüge auf den Morro Dois Irmãos oder den Pedra da Gávea sind äusserst beliebt. Bei beiden empfiehlt sich eine geführte Tour. Der bekannteste Hügel wiederum, der Zuckerhut (Pão de Açúcar), erfordert keine körperliche Ertüchtigung. Eine Seilbahn bringt einen in wenigen Minuten vom Stadteil Urca nach oben.

Tipp: Besuchen sie den Zuckerhut zur Sonnenuntergangszeit

2 | Beachlife

Die Cariocas, so nennt man Rios Bewohner, lieben ihre Strände. Der bekannteste liegt an der Copacabana – wir haben uns in den Strand von Ipanema verliebt. Ein Besuch am Sonntag lohnt sich: Dann wird die Uferpromenade für Autofahrer gesperrt. Skater, Jogger, Bikinigirls und Fitnessfanatiker übernehmen dann das Terrain.

Tipp: Am Ostende des Strandes gelegen befindet sich die Felsformation «Arpoador» – einer der Topspots für Sonnenuntergänge in Rio de Janeiro

3 | Eine Stadt aus der Vogelperspektive erleben

In Rio de Janeiro gehören Helikopterrundflüge zum touristischen Angebot. Dabei fliegt man um die Cristo-Statue, über die Strände und an Wolkenkratzern vorbei. Dabei eröffnet sich einem eine neue Perspektive. Ein Erlebnis, das in Rio zudem noch bezahlbar ist.

Tipp: Helisight ist ein verlässlicher, professioneller Anbieter für Helikopterrundflüge

4 | Unterwegs im Künstlerviertel Santa Teresa

In Paris ist es Montmartre, in Rio heisst das Künstlerviertel Santa Teresa. Der charmanteste Fleck der Stadt: Kopfsteinpflaster, Cafés, Bars und Kolonialhäuser zeichnen ein Bild, in das man sich nur verlieben kann. Bindu Mathur, eine kanadisch-indische «Bonvivant», zeigt euch, was es in Santa Teresa zu erleben gibt.

5 | Architektur von Oskar Niemeyer

In Rios Nachbarstadt Niterói, mit der Fähre von Rio aus in 20 Minuten erreichbar, kommen Architekturfans auf ihre Rechnung. Hier stehen die meisten Bauten von Oskar Niemeyer ausserhalb der Hauptstadt Brasilia. Sie sind alle für Besucher zugänglich. Ein Grossteil der Gebäude steht auf demselben Gelände, dem «Caminho Niemeyer» – folgendermassen erreichen Sie es: Gleich vor dem Fährterminal nach links gehen. Der Avenida Visconde do Rio Branco nach Norden folgen. Nach ca. 400 Metern erreicht man den Busbahnhof (auf der linken Seite). Diesen durchqueren und beim Hinterausgang wieder rausgehen – auf der rechten Seite liegt nun der Eingang zum «Caminho Niemeyer». Vom Busbahnhof aus können Sie danach zum bekanntesten Niemeyer Gebäude fahren, dem Museu de Arte Contemporânea de Niterói (Museum für zeitgenössische Kunst).

6 | Cristo Redentor

In Rio sieht man sie von beinahe überall: Die Christusstatue auf dem Berg Corcovado. Sie ist 30 Meter hoch. Ihre Einweihung fand 1931 statt. Taxifahrer schlagen das Kreuz beim ihrem Anblick. Und küssen ihre Kreuz-Anhänger. Für die Cariocas ist der Cristo Redentor (Christus, der Erlöser) ein Orientierungspunkt – geografisch wie auch geistlich. Die Statue breitet ihre Arme über der Stadt aus und blickt in Richtung Zuckerhut. Sie ist weltweit nicht die grösste Christusstatue, diese steht in Polen, aber die bekannteste.

Tipp für Aktive: Vom Parque Lage aus führt ein Wanderweg hoch zum Cristo Redentor

7 | Dschungelstadt – überall diese Bäume

Man kann sich an ihnen kaum sattsehen. Beinahe jede Strasse säumen sie: Bäume, die direkt aus dem Urwald entsprungen zu sein scheinen. Teilweise überwuchern sie ganze Gebäude. Und ihre Wurzeln sind wahre Kunstwerke – Rio ist definitiv ein #urbanjungle.

8 | Die Gärten von Rio

Wer Ruhe sucht, dem seien diese beiden Parks empfohlen: der Jardim Botânico und der Parque Lage. Beiden liegen im Quartier Jardim Botânico. Mit dem Taxi sind sie nur fünf Minuten voneinander entfernt. Im Parque Lage steht ein historisches Herrschaftshaus mit einem reizenden Café im Innenhof – der Park selber ist überschaubar gross und erhält seinen Charakter durch die wilde Pflanzenwelt und die herumturnenden Affen. Der gut gepflegte Jardim Botânico, auch hier gibt es ein nettes Café, begeistert mit einer langen Allee hochgewachsener Palmen.

9 | Charmante Unterkünfte

Rio ist voller charmanter Unterkünfte. Zwei unserer liebsten: Die Casa Kamayurá und das Casa Beleza – beide in Santa Teresa. Und beides sind Inhabergeführte Gästehäuser mit wenigen Zimmern und liebevoll gepflegten Gärten. Eines hat einen Pool, das andere ein Jacuzzi.

10 | Eine Stadt für Foodies

Wer gerne gut isst, kommt in Rio definitiv auf seine Kosten. Tipp Nummer eins: Das Restaurant Oui Oui, ein Gourmetrestaurant im Stadtteil Botafogo. Die Besitzerin Danni Camilo hat ein neues Konzept nach Rio gebracht: Portionen in Tapasgrösse werden serviert, es soll geteilt werden. Tipp Nummer zwei: Das Zazá Bistrô in Ipanema. Hier wird eine leichte Küche serviert – eine Fusion aus Weltküche und brasilianischer Kost. Und Tipp Nummer drei: Das Restaurant Aprazível in Santa Teresa. Es bietet süffige Cocktails, eine wahnsinns Aussicht über die Stadt und Essen mit tropischen Geschmacksnoten.