Zu Gast im Wracktauch-Paradies Coron Bay

Eine amerikanische Bomberstaffel versenkte im zweiten Weltkrieg, am 24. September 1944, mehr als ein dutzend japanischer Kriegs- und Transportschiffe. Heute zählt der Ort der militärischen Auseinandersetzung, die Bucht von Coron, zu den weltweit besten Tauchplätzen fürs Wracktauchen. Wir haben uns umgesehen, sind abgetaucht, durch die Wracks durchgetaucht und wieder aufgetaucht.

Inselgemütlichkeit und Philippino-Charme

«Wir mussten das Boot austauschen», erklärt uns unser Divemaster. Deshalb die 45-minütige Verspätung. Was solls, denken wir, und geniessen das Treiben am Hafen von Coron. Schliesslich sagt er: «Es geht gleich los», der Kapitän müsse nur noch etwas am Motor des neuen Boots reparieren. Nun gut, auch die nächste halbe Stunde vergeht. Wer sich nervt, ist noch nicht im Philippino-Rhythmus angekommen. Alle anderen geniessen die Inselgemütlichkeit. Die Sonne scheint, das Meer ist blau: Was will man mehr?

Wracks zum Entdecken – welches sind die Topspots?

Die meisten Wracks sind innerhalb der Tiefenlimiten eines Sporttauchers. Einige der Wracks kann man nicht nur von aussen betauchen, sondern darf in die Wracks rein. Dabei ist die Sicht mittelmässig gut (5-15). Einer der Hotspots ist der Frachter Olympia Maru: Durch den 122 Meter langen Frachter darf man hindurch tauchen und kriegt trotzdem kein Gefühl von Enge. Das bei den meisten Tauchern beliebteste Wrack ist die Irako. Es wird auch immer wieder als der beste Wrack-Tauchspot der Philippinen aufgeführt. Das knapp 147 Meter lange Wrack bietet einen grossen Fischreichtum und die besten Sichtverhältnisse. Ein weiteres Highlight und bei vielen Tauchern beliebt ist das ehemalige Japanische Tankschiff, die Okikawa Maru. Auch durch sie darf man hindurchtauchen. Ausserdem ist sie nicht allzu tief: Sie liegt auf 26 Metern unter der Wasseroberfläche, ihre höchste Stelle auf gerademal 12 Metern. Weitere beliebte Wracks sind die Akitsushima, die Morazan und die Kyokuzan Maru.

Und wenn man keine Wracks betauchen möchte?

Nebst all den Wracks, gibt es weitere faszinierende Taucherlebnisse. Nebst Korallenriffen, ist der Barracuda Lake äusserst beliebt. Er ist der vielleicht verrückteste Tauchgang auf den Philippinen. Man erlebt während eines Tauchgangs wechselnde Wassertemperaturen von 26 – 38 Grad Celsius. Taucht durch einen grünblauen See, der unter Wasser einer Mondlandschaft gleicht und in dem sich Süss- mit Salzwasser mischt.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten um in Coron zu tauchen?

Grundsätzlich kann man die Gegend um Coron ganzjährig betauchen. Die beste Sicht unter Wasser hat man in den Monaten Dezember bis März, von Juni bis Oktober muss man mit schlechtem Wetter rechnen.

Programm für tauchfreie Tage

Und auch an tauchfreien Tagen bietet die Gegend um Coron einiges: Coron Island – ein philippinischer Inseltraum. Ebenfalls einen Besuch wert: die «Makinit Hot Springs». Von Coron aus mit einem Tricyle (so nennt man hier die Tuk Tuks) nach Makinit fahren und das 37 Grad warme Wasser geniessen (auch nach einem Tauchtag wohltuend.)