Was ist eine Grand Tour?

Der Begriff «Grand Tour», die grosse Reise, hat seinen historischen Ursprung in der Renaissance und bezeichnet eine obligatorische Reise der Söhne des europäischen Adels und Bürgertums, durch Mitteleuropa, Italien, Spanien oder ins Heilige Land. Sie stellte für diese Bevölkerungsschicht den Abschluss der Erziehung dar und sollte der Bildung des Reisenden den letzten Schliff geben.
Um die Erziehung geht es dabei heutzutage weniger (obwohl natürlich jede Reise bildet), doch im Zeitalter von Backpacking und Weekend Trips ist der Begriff und vor allem die Idee der «Grand Tour» heute aktueller denn je.

Das Angebot der Grand Tour of Switzerland

Seit letzten Sommer bietet die Schweiz ihren Besucher und natürlich auch den Schweizerinnen und Schweizern die Gelegenheit zu einer Grand Tour of Switzerland.
Lanciert von Schweiz Tourismus vereint sie die Highlights der Schweiz entlang den landschaftlich schönsten Routen. 1634 Kilometer quer durch die Schweiz, entlang traumhafter Strecken und atemberaubender Panoramen: 44 Attraktionen wie fünf Alpenpässe, 22 Seen, malerische Städtli, UNESCO-Welterbe-Stätten und Naturparks lassen einen das Land in seiner ganzen Schönheit erleben. Das gesamte Streckennetz ist unterteilt in 10 verschiedene Abschnitte. Wir haben uns ins Cabrio geschmissen und einen davon für euch «erfahren»: von Neuchâtel nach Bern. Auf 252 Kilometern geht es durch das Seeland und das Greyezerland ins Berner Oberland.

Autovermietung Hertz

Keine Tour ohne das passende Fortbewegungsmittel. Mit freundlicher Unterstützung vom Autovermieter Hertz wurde ein grosser Traum wahr: Sie offerierten uns für unsere zweitägige Tour einen schwarzen Jaguar F-Type Cabrio – ein Sportwagen der Extraklasse.
Hertz ist an mehr als 30 Standorten in der Schweiz vertreten und hat für jede Gelegenheit das passende Fahrzeug in der Flotte. Über 130 Modelle stehen zur Auswahl.


1. Etappe: von Neuchâtel nach Murten

Wir starten in Neuchâtel. Die Universitätsstadt liegt am Nordufer des gleichnamigen Sees. Der mittelalterliche Stadtkern sowie das Schloss und die Kollegiatskirche aus dem 12. Jahrhundert machen den besonderen Charme von Neuchâtel aus. Weitere Highlights der Stadt sind Museen wie das kunsthistorische und archäologische.
Wir verlassen die Stadt bald Richtung Osten. Bergan geht es durch die Weinberg-Region Mont Vully. Der Höhenzug bietet uns ein herrliches Panorama über das Dreiseenland, den Jura und die Alpen. Nach wenigen Kilometern entlang des Murtensees erreichen wir in das Mittelalterstädtchen Murten.
Durch die malerischen Altstadt-Gassen und Laubengänge der 800 Jahre alten Zähringerstadt spazieren wir Eis essend in Richtung Seepromenade. Von hier führen kilometerlange Rad- und Inlineskateweg um den See und die Region. Und natürlich bietet sich auch das Schiff als bequemes Fortbewegungsmittel. Wir geniessen den See von der grossen Liegewiese direkt am Hafen und beobachten das rege Treiben um und auf dem Murtensee.

2. Etappe: Fribourg

Nach dieser kleinen Ruhepause verlassen wir die Stadt in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel ist die zweisprachige Brückenstadt Fribourg.
Mehr als 200 gotische Fassaden aus dem 15. Jahrhundert verleihen der Altstadt unvergleichlichen, historischen Charme. Auch Reste der Stadtmauer und verschiedene Türme versetzen den Besucher zurück in die Vergangenheit. Ein Highlight der Stadtsilhouette ist die Kathedrale St. Nikolaus mit ihrem 74 Meter hohen Turm. Bezeichnend für Fribourg ist ihre Unterteilung in Unter- und Oberstadt. Beide Teile sind durch eine Standseilbahn verbunden. Wer – wie wir – fitte Waden hat, kann die Stadt natürlich auch über die zahllosen Treppen erkunden. Während es in der Unterstadt eher beschaulich zugeht, ist die Oberstadt eine lebhafte Flanierzone mit vielen Boutiquen, Cafés und Restaurants.

3. Etappe: via Gruyères in Richtung Berner Oberland

Weiter geht es über den Heimatort von Chocolaterie Cailler, Broc, in Richtung Gruyères.
Die alte Grafenresidenz thront auf einem Hügel hoch über der Saane. Im verkehrsfreien Städtchen wimmelt es von Touristen aus aller Herren Länder. Entsprechend viele Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier. Vom Fondueset bis zur Kuhglocke und natürlich Greyerzerkäse – hier wird jeder Souvenirwunsch erfüllt. Einen spannenden Kontrast zu so viel Swissness bietet das Museum H. R. Giger, das die fantastische Kunst des Oscar-Preisträgers und Alien-Schöpfers zeigt.
Wir verlassen das Greyerzerland in Richtung Berner Oberland. Unterwegs passieren wir das Dörfchen Rossinière. Hier steht das grösste Chalet der Schweiz. Erbaut 1756 von einem reichen Käser beeindruckt dieses architektonische Meisterwerk mit einer gigantischen, kunstvoll gearbeiteten Fassade über fünf Stockwerke.

4. Etappe: Gstaad und Lenk im Simmental

Ein paar Kilometer weiter erreichen wir das Chalet-Dorf Gstaad. Wir flanieren durch das verkehrsfreie Zentrum und erfreuen uns an den schönen Chalets, welche die Crème de la Crème an Luxusmarken oder Gourmetrestaurants beherbergen. Man sieht sofort, hier urlaubt besonders vermögendes Klientel. Doch auch für weniger Betuchte bietet die Region Saanenland viel. Darunter das Naturschutzgebiet am Lauenensee oder das Bergdörfchen Abländschen.
Inzwischen naht der Abend und wir machen uns auf den Weg zu unserem Domizil für die Nacht. In Zweisimmen biegen wir ab und fahren ins Simmental.
14 Berge, darunter die Berühmtheiten Eiger, Mönch und Jungfrau, bietet das Berner Oberland. Auf dem Weg nach Lenk haben wir die meisten von ihnen gesehen, denn Lenk ist das südlichste Dorf im Simmental. In dieser herrlichen Kulisse liegt das gourmet spa resort Lenkerhof. Hier werden wir den Abend bei einem Dinner aus der Gault-Millau-Küche des Hauses ausklingen lassen und die Nacht verbringen. Das sympathische 5-Sterne-Hotel verwöhnt seine Gäste mit exklusiver Gastronomie, grosszügigem Spa-Bereich und sehr herzlichem Ambiente. Mehr zu diesem herrlichen Hotel lest ihr im Artikel 24 Stunden Wellness im Berner Oberland.

5. Etappe: durchs Diemtigtal via Interlaken nach Thun

Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es durch das idyllische Diemtigtal, vorbei an Spiez nach Interlaken. Gelegen zwischen Brienzer- und Thunersee und überragt von Eiger, Mönch und Jungfrau ist es der Ausgangspunkt für unzählige Aktivitäten und Ausflüge im Berner Oberland. Entlang den Ufern des Thunersees fahren wir nach Thun.
Wir spazieren durch die historische Altstadt immer entlang der Aare. Hier herrscht reges aber dennoch gemütliches Treiben und die Sonnenplätze in den Restaurants und Cafés sind beinah alle besetzt. Wir beenden unseren Rundgang beim imposanten Schloss Thun. Wir steigen wieder ins Auto und nehmen die letzte Teilstrecke unserer Tour in Angriff. Durch die Berner Voralpen und das so genannte Gantrischgebiet nähern wir uns von Süden her der Schweizer Hauptstadt – Bern.

6. Etappe: Bern

Wir starten gleich bei einer von Berns bekanntesten Attraktionen: dem Bärengraben. Doch glücklicherweise ist die Bezeichnung «Graben» nicht mehr korrekt: Seit 2009 steht den Berner Bären ein grosszügiger Park entlang des Aareufers zur Verfügung. Wir grüssen die Bären von oben und blicken gleichzeitig über die Aareschlaufe und das Mattenquartier auf die Berner Altstadt. Über die Nydeggbrücke gelangen wir – gemeinsam mit Horden von Touristen aus Asien und dem Nahen Osten – in das Herz von Bern.
Die Berner Altstadt ist UNESCO-Welterbe und besitzt mit sechs Kilometern Arkaden, den so genannten Lauben, eine der längsten wettergeschützten Einkaufspromenaden Europas. Berns Stadtbild, mit den farbenfrohen Brunnen, engen Gässchen und historischen Türmen ist für Einheimische wie Besucher eine Augenweide. Wir spazieren über den lebhaften Samstagsmarkt in Richtung Bundeshaus, dem Regierungssitz der Hauptstadt. Hier, gleich neben dem Bahnhof, enden die Altstadt und unser Stadtspaziergang. Bern ist von Grün umgeben. Der herrliche Rosengarten oberhalb des Bärengrabens, der Hausberg Gurten…uns zieht es auch noch in die Natur.

7. Etappe: Seilpark «RopeTech»

Nur ein paar Autominuten vom Zentrum liegt im Dählhölzliwald der Seilpark «RopeTech». Auf sieben Parcours wandeln wir hier durch die Baumkronen. Über Hängebrücken und Seilbahnen geht es auf Höhen von bis zu 23 Metern durch den Wald. Mit einer Aktivstrecke von ungefähr 3’000 Metern gehört RopeTech zu den grössten Seilparks der Schweiz. Er ist von März bis November täglich geöffnet und ein spannendes Naturerlebnis für Gross und Klein.
Wieder sicher am Boden beschliessen wir am Abend ein erlebnisreiches Wochenende nach über 250 Kilometern und vielen neuen Eindrücken unseres Heimatlands. Die Grand Tour – definitiv ein grandioses Erlebnis! Mehr Infos zur Grand Tour of Switzerland gibt es bei Schweiz Tourismus.