Royales Schlummern in Lausanne

„Bonjour Mesdames“ werden wir mit welschem Charme freundlich begrüsst, während wir durch die Glastüre schreiten und uns sofort das Gepäck abgenommen wird. Das Royal Savoy Hotel säumt sich wie ein Schloss in die Avenue d’Ouchy zwischen hübschen Häusern ein. Hier trifft geschichtsträchtige Fassade auf modernes Interieur. Das 1909 erstmals eröffnete Haus wurde nach 100 Jahren geschlossen, fünf Jahre lang renoviert und im November 2015 mit Pauken und Trompeten wiedereröffnet. Im November 2016 kam die Eröffnung des Royal Spa dazu und diesen Sommer soll eine Dachterrassen-Bar folgen. Das sind definitiv gute Aussichten für Lausanne.

Der Gemütlichste Ort im Royal Savoy?

Die Lobby. Samtene Möbel in edlen Tönen, ein moderner Kamin, der sich in die restaurierte Fassade bettet und wohlige Loungemusik. An Tischchen sitzen Gäste und gönnen sich ein Gläschen Wein oder entspannen sich noch ein wenig bevor sie aufbrechen müssen. Trotz edlem Dekor ist diese Lobby so einladend, dass wir gerne noch etwas länger dageblieben und einfach ein wenig die Zeit verplämpert hätten.

Unser Lieblingsort?

Ob Zigarren-Aficionado, oder nicht: Das Royal Savoy beherbergt eine Zigarren-Lounge der Extraklasse. Gleich neben der Hotelbar öffnet sich eine kleine aber feine Welt voller Raritäten und Liebhaberfavoriten. Im speziell angefertigten Humidor können sich Stammgäste der Lounge eigens ein Fach mieten, wo sie ihre liebsten Stumpen artgerecht aufbewahren können. Auch wenn man sich nicht für Zigarren interessiert, fasziniert dieser Ort im Hotel und lädt irgendwie dazu ein die vorwiegend männlichen Paffer beim Genuss zu beobachten.

Ist das Hotel gut gelegen?

So ziemlich in der Mitte zwischen Bahnhof und See im Stadtteil Ouchy, liegt das Hotel relativ ruhig. Vor dem Haus fahren mehrere Busse, mit denen man gut durch das hügelige Lausanne streifen kann und sein Ziel schnell erreicht. Ausserdem fährt die einzige unterirdische Metrolinie der Schweiz direkt neben dem Hotel durch. Wenn es Petrus denn noch so will, hat man von den meisten Zimmern aus einen wunderschönen Blick auf den See.

Was bieten die Zimmer?

Die 196 Zimmer teilen sich auf zwei Hausteile auf. Im historischen, renovierten Teil befinden sich 101 und im neuen Gartenflügel die restlichen 95 Zimmer und Suiten in sechs Kategorien eingeteilt. Bereits die tiefste Kategorie, der Deluxe Room, bietet schon eine Vielzahl an Annehmlichkeiten: Kaffee, Tee, sowie nicht alkoholische Getränke sind inbegriffen. Neben dem Bett wird der Gast auf einem iPad begrüsst, auf dem man alle notwendigen Informationen finden kann. Die leichte, fluffige Daunendecke liegt wie ein Sahnehäubchen auf dem unfassbar bequemen Boxspringbett und verspricht mit den nahezu perfekten Kissen einen tiefen und erholsamen Schlaf. Besonders schön: Als wir an diesem kühlen Wintertag ins Hotelzimmer kehrten, lagen Slipper neben dem Bett bereit und die Bodenheizung im Badezimmer war perfekt eingestellt, um die eingefrorenen Füsse wieder aufzutauen. Im Badezimmer verwöhnen übrigens luxuriöse Produkte aus dem Hause Hermès den Körper.
Zudem versteckt sich im vierten Stock des Haupthauses die 120 m2 Royal Savoy Suite und im Neubau die Katara Suite mit sagenhafter 370 m2 Terrasse und drei Schlafzimmern.

Wie sieht der Wellnessbereich aus?

Das Royal Spa befindet sich im Neubau des Hotels. Auf 1500 m2 erstrecken sich zwei Private Spa Räume, ein gemischter und ein Frauen Bereich, die jeweils Dampfbad, Sauna und verschiedene Ruhezonen beinhalten. Dazu kommt ein modernes Fitnesscenter und ein Innen- und Aussenpool, welcher durch eine Schiebetüre im Wasser verbunden sind. Auf Reservation kann man sich verschiedene Behandlungen gönnen. Auch ein Coiffeur-Termin kann auf Wunsch gebucht werden. Handtücher, Wasser und Früchte stehen allen Spa-Gästen zur Verfügung. Tipp: Wenn man direkt nach dem Frühstück bereits am Morgen ins Spa geht, hat man den entspannenden Bereich für sich alleine und startet so genüsslich in den Tag.

Was hat das Hotel kulinarisch zu bieten?

Im grossen, eleganten Restaurant begrüsst das Hotel seine Gäste zum Frühstück. Wir freuten uns auf frische Omelettes, ein reichhaltiges Buffet… und wurden leider enttäuscht. Das Buffet zwar hübsch angerichtet, doch trotz offener Küche werden keine frischen Speisen angeboten. Ganz im Gegenteil gibt es Industrie-Rührei und fertige Fleischwaren in Wärmebehältern. Die Auswahl an Käse, Früchten, Müsli und Brot hingegen ist gut und frisch. Auch reihen sich frische Säfte in hübschen Glasflaschen auf dem Buffet, doch gibt es auch hier Abzüge: Der als „saisonal“ betitelte Saft war einer aus Orangen und Erdbeeren – die haben im Dezember bestimmt keine Saison. Das kalte Angebot ist zwar befriedigend, doch wird das Frühstück im Grossen und Ganzen keinem 5-Sterne-Haus gerecht.
Abends kann man in der Brasserie du Royal ab 19.00 Uhr dreifache Michelin-Sterne-Küche geniessen.

Was ist besonders löblich?

Das Hotel du Royal überzeugt vor allem durch seine überaus freundlichen und aufmerksamen Mitarbeiter. Bei Fragen jeglicher Art hilft der Concierge mit einer wahnsinns Motivation weiter, wo er nur kann. Auch ein Late-Checkout ist nach kurzem Fragen an der Rezeption kein Problem. Ausserdem wird die Sicherheit der Gäste in diesem Traditionshaus grossgeschrieben. Jedes Stockwerk ist zwar mit dem Lift einfach erreichbar, doch muss man an den jeweiligen Türen zum Stockwerk jedesmal die Zimmerkarte hinhalten. So wird sicher gestellt, dass niemand, der nicht in das Hotel gehört, herumschleichen kann.

Unsere Bewertung
Wunderschönes HausHistorisches wurde erhaltenModernes SpaZuvorkommender Service
Frühstück sehr schwach
4.3Luxuriöses Stadthotel
Freundlichkeit
ZImmer
Sauberkeit
Lage
Frühstück
Preis / Leistung