Goa verabschiedet sich vom Hippie-Image

Goa ist längst nicht mehr nur ein Hippie-Mekka. GlobeSession war in Goa unterwegs und verrät einige spannende Ausflüge und schöne Ecken im kleinsten Bundesstaat Indiens.

Wie ein alter Kaugummi klebt an Goa das Bild einer Hippiestadt mit Vollmond-Partys und Drogenexzessen. Gewiss findet man vereinzelte Strandfeste mit zugedröhnten Touristen, doch die lokalen Behörden haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Goa ruhiger und sittlicher wurde. Der Ort am Indischen Ozean hat inzwischen viel mehr zu bieten und zieht verschiedene Arten Touristen an.

Der perfekte Indien-Einstieg

Goa ist der Staat Indiens, der am stärksten Europa gleicht – und ja, Goa ist keine Stadt wie viele irrtümlich glauben, sondern ein Bundesstaat, und zwar der kleinste Indiens. Die Hauptstadt ist Panaji, auf Englisch Panjim genannt.

Als Einstieg für eine Indienreise kann man sich in Goa zuerst ein paar Tage akklimatisieren, ohne gleich einen Kulturschock zu erleiden. Verglichen mit anderen indischen Ortschaften ist Goa relativ sauber, ruhig und weitläufig. Häufig hört man zwar, dies sei nicht das «richtige» Indien, doch bei einem gesamten Subkontinent ist es ohnehin unmöglich zu definieren, was genau das richtige Indien ist, so unterschiedlich wie vielfältig die verschiedenen Regionen sind.

Hier lebt eine präsente Christen-Minderheit

Auffallend in Goa sind vor allem die zahlreichen Kirchen (oder deren Überreste) aus der portugiesischen Kolonialzeit. Diese sind jedoch nicht einfach ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, auch heute noch sind 25% der Bevölkerung Goas Christen, mehrheitlich Katholiken. Einige der Kirchen werden nach wie vor für Gottesdienste genutzt. Die Mehrheit der Bevölkerung stellen allerdings mit 66% die Hindus.
Die Kirchen und Klöster der ehemaligen Hauptstadt Velha Goa gehören inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Am bekanntesten sind die Basilica do Bom Jesus, wo Franz Xaver, ein Schutzheiliger Goas, begraben liegt, oder die Kathedrale Se Catedral und das Kloster des heiligen Francis von Assisi.

Gewürzkunde nach Ayurveda

Wie auch im restlichen Indiens dominieren zahlreiche Gewürze die Küche. Schon nur deshalb lohnt sich ein Ausflug zu einer Gewürzplantage, wie zum Beispiel der Tropical Spice Plantation. Auf einem kurzweiligen Rundgang erhält man von einer Biologin interessante Informationen über die verschiedenen Pflanzen und Kräuter und deren Anwendung in der indischen Küche sowie in der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda.

Zimt etwa hilft bei Problemen mit dem Cholesterinspiegel, Ingwer wirkt gut gegen Übelkeit, Kurkuma bekämpft Erkältungen und Kümmel unterstützt die Verdauung. Am Ende des Rundgangs steht ein grosses Buffet mit regionalen Spezialitäten bereit, bei dem man sich beliebig viel aufs Bambusteller schöpfen darf – ein wahrlich gesunder Genuss.

Krabben und Kokosnüsse

Nicht nur auf der Gewürzplantage lässt es sich kulinarisch gut gehen; die gute Küche ist in ganz Goa präsent. Durch die Lage am Meer sind hier natürlich Fischgerichte und Meeresfrüchte sehr beliebt. Ein Krabben-Curry oder ein Fisch-Curry an Kokosnussmilch muss man unbedingt probiert haben.

Die Kokosnuss findet man indes nicht nur in den Currys wieder, sie ist typisch für die gesamte Südindische Küche und wird in zahlreichen Gerichten auf unterschiedlichste Art verwendet. Mit Palmzucker gesüsst findet das Kokosnussfleisch in diversen Desserts Anwendung. Und wer die Kokosnuss lieber in einer hochprozentigen Version probieren möchte, sollte Fenny bestellen – einen Kokosnussschnaps.

Auf Delfintour in Goa

Besonders bekannt ist Goa natürlich für seine Strände. Die touristischsten Strände liegen nördlich von Panaji. Calangute ist einer der Bekanntesten und relativ kommerziell, mit zahlreichen Souvenirständen, Restaurants, Bars und Cafés. Der Strand von Anjuna war früher die Hippie-Hauptstadt. Einen Hauch davon spürt man besonders mittwochs, wenn der berühmte und grosse Flohmarkt stattfindet.

Eine bedeutend ruhigere und gemütlichere Alternative bildet der Strand von Vagator, welcher sich zum Baden bestens eignet. Der Coco Beach bietet zahlreiche Aktivitäten an. Unter anderem kann man mit einem kleinen Boot eine einstündige Delfinbeobachtungstour machen. Wir sahen vier Delfine, die kurz auftauchten. Insbesondere die indischen Touristen – dies ist nicht nur eine Attraktion für Europäer! – kreischten vor Vergnügen.