Nicht nur für Safaris lohnt sich eine Reise nach Südafrika, auch wunderschöne Wanderungen kann man in diesem Land unternehmen. Hier unsere vier Favoriten.

Für Romantiker: Brechende Wellen und spielende Delfine

Der Tsitsikamma National Park ist eines der Highlights auf der «Garden Route», der malerischen Strasse entlang der Südküste Südafrikas. Wir fahren mit dem Auto ins Innere des Parks bis zum Storms River Mouth, wo der Storm River in den Indischen Ozean mündet. Weiter geht’s zu Fuss. Durch einen dschungelähnlichen Wald mit verschiedenen endemischen Farn- und Blütenpflanzarten sowie hohen Bäumen erreichen wir die Bucht.

Unweit des Ufers brechen die Wellen an aus dem Wasser ragenden Felsen. Wer Glück hat – so wie wir – kann in den Wellen spielende Delfine sichten. Auch Wale oder Otter kann man hier manchmal beobachten.
Von der Bucht aus erreicht man über eine schwankende Hängebrücke den kleinen Wanderweg, der zum Gipfel des Berges führt. Der Aufstieg ist steil, aber nicht sehr lang, und führt ebenfalls durch einen Wald. Oben angekommen, hat man eine beeindruckende Sicht über den Ozean. Auch mehrtägige Wanderungen sind in diesem Nationalpark möglich, am beliebtesten ist der 42 Kilometer lange Küstenwanderweg «Otter Trail».

Für Abenteurer: Über Stock und Stein am Ozean

Über enge Sandwege am Rande der 120 Meter hohen Klippe, den kühlen Wind in den Haaren, dann über grosse Felsen auf Meereshöhe, die salzigen Wasserspritzer der aufschlagenden Wellen im Gesicht, weiter über den weissen Sandstrand und durch einen kleinen Wald zurück zum Ausgangspunkt: Die Wanderung rund um eine Halbinsel in der Robberg Nature Reserve ist mein persönlicher Favorit. Abwechslungsreich, fordernd und mit gleichzeitig wunderschöner Aussicht kann man die Insel in eineinhalb bis drei Stunden umrunden, je nach Weg.

Liegt auf einmal ein starker, unangenehmer Geruch in der Luft, sind auch die Seehunde nicht weit. Und tatsächlich: blickt man die Klippe hinunter, sieht man die verspielten Wesen vergnügt im Wasser plantschen, durch die Wellen tauchen oder einfach faul am Steinstrand liegen. Ab und zu kann man von der Küste aus auch Delfine und Wale beobachten. Wir machen es uns mit unserem Picknick auf den Felsen bequem und starren aufs Wasser – und siehe da, wir haben Glück: Eine kurz aufsprühende, hohe Wasserfontäne zeigt uns, dass Wale in Küstennähe schwimmen, immer wieder auftauchend, um Luft zu schnappen. Die beste Zeit, um Wale zu sichten, ist zwischen Juli und Oktober.

Rund um die Halbinsel gibt es einen mittleren und einen langen Weg. Von der mit Totenköpfen markierten, längeren Wanderung sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen – behält man die Zeit im Auge und passiert die Abschnitte an der Küste auf Meereshöhe vor der Flut, besteht kein Risiko. Gutes Schuhwerk ist allerdings ein Muss, denn es gilt, grosse Felsbrocken und teilweise steile Bergwege zu überwinden. Dies macht die Wanderung abenteuerlicher, weil man «off the beaten track», den hin und wieder auftauchenden Schildchen folgend, wandert. Zudem hat man während der ganzen Wanderung eine wunderbare Aussicht auf den Ozean.

Für Seebären: Kanu fahren durch den Wilderness Park

Hier geht’s zwar nicht bergauf, dafür aber flussabwärts: Mit dem Kanu kann man im Wilderness-Park eine Exkursion über den Touw-Fluss unternehmen. Nach einer 30 bis 40 minütigen Fahrt am Waldesrand, wo man unzählige Vögel beobachten kann, kommt man an die Stelle, wo es für das Kanu kein Weiterkommen mehr gibt. Hier zieht man das Kanu einfach ans rechte Ufer und lässt es stehen; weiter geht’s jetzt nämlich zu Fuss. In weniger als einer Stunde erreicht man über einen Holzweg durch den Wald, stets am Fluss entlang, einen kleinen Wasserfall inmitten grosser, vom Wasser rundgeschliffener Felsen. Ein idyllischer Ort für ein Picknick. Im Sommer kann man auch baden gehen.

Wer bei Eden Adventures im Nationalpark die Kanus ausleiht, erhält einen wasserdichten Kanister, in welchem man das Essen oder die Kamera verstauen und sicher transportieren kann. Drei Stunden Kanumiete reichen, um bis zum Wasserfall und wieder zurück zu kommen, ohne dass man sich gross beeilen muss (auch wenn die Vermieter zuerst meinten, das wäre zu wenig Zeit). Für Landratten ist dieser Ausflug natürlich auch ohne Kanu möglich, der Wanderweg führt am Fluss entlang.

Der Klassiker: Lion’s Head in Kapstadt

In Kapstadt gibt es gleich zwei imposante Berge: Der Table Mountain und der Lion’s Head. Der Aufstieg zum Gipfel des Lion’s Head dauert ca. eine Stunde (je nachdem, wie viele Fotos man unterwegs macht und wie sportlich man ist) und ist nicht sehr anspruchsvoll. Die Sicht von oben ist aber umso bezaubernder, mit Sicht aufs Meer, auf die Stadt und natürlich den hohen Nachbarberg.

Es lohnt sich, am späten Nachmittag hochzuwandern, denn dann kann man von oben zusehen, wie die Sonne im Meer untergeht – atemberaubend! Mit einer Flasche südafrikanischem Rotwein und einer Packung getrocknetem Rindfleisch (Biltong genannt) haben wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang gemütlich überbrückt. Die Rückkehr ist ebenfalls beeindruckend, denn nun verwandelt sich Kapstadt in ein einziges funkelndes Lichtermeer. Dennoch: Für die Rückkehr Taschenlampe nicht vergessen!