Das Pantanal liegt im Herzen Südamerikas, erstreckt sich über die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, wie auch Teile Boliviens und Paraguays. Mit einer Fläche so gross wie ganz Portugal ist das Pantanal das grösste kontinentale Feuchtgebiet der Erde. Dies ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer Sumpflandschaft. Das Pantanal ist eine einmalige Symbiose verschiedener Ökosysteme und deren charakteristischen Landschaften: Savannen, überschwemmte Ebenen und Wälder. Dabei ist alles Leben abhängig von einem zentralen Element: Wasser.

Das Pantanals ist von Bergen umgeben. Von dort fliessen rund 175 Flüsse hinunter in die Ebene des Pantanals. Die starken Regenfälle zwischen November und März lassen die Gewässer drastisch anschwellen und fluten das tiefer gelegene Pantanal. Unzählige Buchten, Lagunen und Flussarme bilden sich und das Leben der Tier- und Pflanzenwelt konzentriert sich im und um das Wasser. Ist die Regenzeit vorbei, ziehen sich die Flüsse wieder in ihr Bett zurück und das Wasser fliesst über den Rio Paraguay langsam wieder ab. Seen und Lagunen des Pantanal verschwinden. Gleichzeitig lagern sich mit dem Wasser eingeflossene Nährstoffe im Boden ab, düngen ihn und bieten den Tieren des Gebiets neue Nahrung.

Unvergleichliche Biodiversität

Dank diesem Kommen und Gehen des Wassers ist die Flora und Fauna des Pantanals enorm reich und vielfältig: Rund 3‘500 Pflanzenarten, 260 Fischarten, 50 Amphibienarten, 90 Reptilienarten, 650 Vogelarten und 120 Säugetierarten leben hier.

Doch geht es um das Thema Wildlife in Brasilien, denkt wohl jeder zuerst an die Regenwälder des Amazonas. Zu Unrecht: Während sich das Leben im Amazonas mehrheitlich auf den Bäumen, in mehreren Metern Höhe abspielt, bietet die offene, savannenartige Landschaft des Pantanal viel leichter Einblicke in die Welt der Tiere.

Die Säugetiere im Pantanal

Besonders begehrt bei den Besuchern des Pantanal ist das inoffizielle «Wappentier» des Gebiets: der Jaguar. Doch Sichtungen von Amerikas grösster Wildkatze sind leider selten, denn der Jaguar ist ein Wanderer und legt jede Nacht weite Strecken zurück.

Ein Säugetier das sich leicht erspähen lässt ist das Wasserschwein. Es gilt als der grösste Nager und ist ein Herdentier. Obwohl die Tiere eher schreckhaft sind, sind sie in der Morgendämmerung und vor Einbruch der Nacht auch aus nächster Nähe zu beobachten. Auch die Chance, einen Tapir oder Ameisenbären anzutreffen, ist, besonders nach Einbruch der Dunkelheit, sehr hoch.

Wenn es in den höheren Bäumen plötzlich kreischt und raschelt, handelt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um Affen. Spezies wie der Brüllaffe oder Braune Kapuzineräffchen tummeln sich gerne im Geäst und suchen nach Futter.

Reptilien & Vögel

Auch für Reptilienfans gibt es im Pantanal Einiges zu beobachten. Kaimane, insbesondere während der Trockenzeit, liegen in Scharen in und um die Gewässer. Bewegungslos sonnen sich die Tiere oder warten auf Beute. Eine weitere «tierische Berühmtheit» des Pantanal ist die Anaconda. Jedoch werden sie, gemäss den Beobachtungen von Einheimischen, immer seltener gesichtet. Die Gründe für die offenbar schwindende Anaconda-Population wollen lokale Organisationen nun genauer untersuchen.

Besonders für Vogelliebhaber ist das Pantanal ein Paradies. Überall zwitschert, krächzt und pfeift es. Diese Geräuschkulisse ist jedoch nicht verwunderlich, denn über 650 verschiedene Vogelarten sind im Pantanal zu Hause. Herrlich farbenprächtige Tiere wie der Gelbbrust- oder der Hyzinthara flattern durch die Lüfte, majestätische Falken lauern auf Beute und eine Herde Nandus, ein straussenähnlicher Laufvogel, grast friedlich vor sich hin.

Tourismus im Pantanal

Neben all den exotischen Tieren gibt es im Pantanal grosse Populationen von Rindern und Pferden. Während über 100 Jahren lebten die Menschen hier einzig von der Viehzucht. Diese ist jedoch nicht wettbewerbsfähig, da sich die landschaftlichen Gegebenheiten durch das Pantanal-Klima ständig verändern. So haben in den letzten Jahren immer mehr Ranches auf den Tourismus umgesattelt und sich ganz oder teilweise in Gäste-Lodges verwandelt. Diese bieten den Touristen verschiedene Aktivitäten, um die Flora und Fauna des Pantanal zu erkunden. Reiten, Wandertouren, Fotosafaris und Kanufahrten ermöglichen den Gästen ein abwechslungsreiches Programm und ein unvergleichliches Naturerlebnis.

Unsere Empfehlung: Die Araras Eco Lodge von André von Thuronyi.