Inselhopping auf den Philippinen

Japs Daco hat ein offenes Gesicht, lacht gerne und ist heute mein Guide für eine Inselhopping-Tour. Das Ziel: Coron Island – eine der 7’107 Inseln der Philippinen. Sie liegt gegenüber von Busuanga Island, von wo aus wir heute starten, und liegt im Norden von Palawan.

Der Kayangan Lake

Nach kurzer Bootsfahrt erreichen wir das erste Highlight des Tages: den Kayangan Lake. Er sei der sauberste See der Philippinen. Um ihn zu erreichen, gehts erst 150 Stufen rauf und schliesslich auch wieder runter. Und weil der See eine Naturschönheit ist und sich gut zum schwimmen eignet, sind wir hier auch keinesfalls alleine. Aber das tut dem Erlebnis keinen Abbruch.

Auf der Weiterfahrt in Richtung Banul Beach unterhalte ich mich mit Japs. Der 29-jährige arbeitet seit zwei Jahren als Freelance-Guide und liebt seinen Job. Einzig ein Nachteil bringe die Arbeit mit sich: «Ich habe im Juli, mitten in der Taifun-Saison, Geburtstag. Da seien kaum Gäste hier. «Ohne Gäste habe ich keine Arbeit. Ohne Arbeit kein Einkommen und ohne Einkommen, kann ich keine Geburtstagsparty feiern», sagt er und lacht.
Schliesslich erreichen wir den Banul Beach.

Nachhaltig – Illegale Fischerei gibts hier nicht mehr

Die Strände von Coron Island gehören jeweils einem einheimischen Stamm. Touristen entrichten beim Betreten eine Gebühr; dafür sind die Strände sauber und werden geschützt. «Wir stellen sicher, dass hier nicht illegal gefischt wird», sagt Herminia Aguilar, eine rüstige 74-jährige Inselbewohnerin, Mutter von elf Kindern und 60 Enkeln. Zusammen mit ihrem Mann Ernesto wacht sie über den Banul Beach. Während ich mich mit Herminia unterhalte, bereitet der Kapitän unseres Schiffes, der 43-jährige June und der Bootsjunge Meynard (24) das Mittagessen vor. Sie tun dies in einer einfachen Kochnische auf dem Boot. Was sie mir danach auftischen ist ein Gourmetschmaus: frischer Fisch, Krebse, Muscheln, Schweinefleisch, gebratene Auberginen und Reis.

Zum Nachtisch überreicht mir Japs ein Stück Schokolade. «Die habe ich zusammen mit anderen Leckereien von meiner Schwester erhalten», sagt mein Guide. Die Schwester wohne und arbeite in den USA. Damit ist sie eine von über zehn Millionen Filipinas und Filipinos, die ausserhalb ihres Heimatlandes leben. Der Grossteil davon aus wirtschaftlichen Gründen. Die Diaspora ist für viele Familien lebenswichtig. Oder hilft zumindest beim sozialen Aufstieg. Auch Japs hofft auf den Erfolg seiner Schwester in den USA, sagt: «Vielleicht verdient sie genug Geld, damit wir uns als Familie einmal ein eigenes Boot für Ausflüge kaufen können.» Und schon gehts wieder weiter – das nächste Highlight wartet: die Twin Lagoon.

Twin Lagoon – wenn alles vor Augen verschwimmt

Hier ziehen wir uns eine Tauchermaske über und beginnen zu schnorcheln. Faszinierend: Die Lagune besteht zu 75 Prozent aus Salzwasser und zu 25 Prozent aus Süsswasser. Dadurch entstehen unter Wasser Verzerrungen; immer wieder verschwimmt alles vor Augen. Und bei klarer Sicht entdecken wir einige bunte Fische, mitunter Clownfische.

Unsere letzte Station ist der Barracuda Lake. Bekannt wegen seiner heissen Quellen am Grund des Sees und seiner klaren Sicht. Letztere zieht Taucher an. Diese Kombination bringt uns in den Genuss eines «Jacuzzis»: Wir müssen nun nur noch gemütlich oberhalb der Taucher durch den See mitschwimmen und können so in den tausenden von heissen Luftblasen der Taucher baden.

Ihr wollt mehr über die Philippinen erfahren? Hier meine Manila Food-Tipps.